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1. FC Köln: So haben sich die Kräfteverhältnisse seit Saisonbeginn verschoben

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Von: Max Dworak

Salih Özcan und Marvin Schwäbe klatschen ab.
Haben Grund zur Freude: Salih Özcan (links) und Marvin Schwäbe (rechts in gelb) sind Stammspieler unter Steffen Baumgart. © Jan Huebner/Imago

Der 1. FC Köln bestritt in der laufenden Bundesliga-Saison bislang 21 Spiele. Seit dem Startschuss im Sommer sind viele neue Spieler in den Fokus gerückt.

Köln – Wer sich die Startelf des 1. FC Köln aus dem ersten Bundesliga-Spiel vom 15. August 2021 im Vergleich zur Begegnung am 5. Februar anschaut, wird relativ schnell merken, dass sich im Hinblick auf die Startelf drei Namen geändert haben. Im defensiven Mittelfeld besetzt Salih Özcan die Rolle des einzigen Sechsers, in der Innenverteidigung hat Luca Kilian den Platz von Rafael Czichos eingenommen. Zudem ist die neue Nummer eins nicht mehr länger Timo Horn, sondern Marvin Schwäbe. Die Erkenntnis: Neben vielen Konstanten probierte Steffen Baumgart im Laufe der Saison fleißig aus, um das Maximum aus seinem Kader zu kitzeln.

1. FC Köln: Ellyes Skhiri gegen Salih Özcan

Lange sah es danach aus, als würde Salih Özcan nicht über seine Reservistenrolle, die er Anfang der Spielzeit bekleidete, hinauswachsen können. Zu stark waren die Auftritte des wertvollsten Kölner Spielers, Ellyes Skhiri, die bereits früh in der Saison für Wechselgerüchte sorgten. Dann kam die Kehrtwende: Im WM-Qualifikationsspiel mit der tunesischen Nationalmannschaft gegen Mauretanien, datiert vom 10. Oktober 2021, verletzte sich der 26-Jährige am Knie und fehlte dem FC vier Pflichtspiele in der Bundesliga. Konkurrent Salih Özcan ergriff seine Chance. Auch wenn es beim zweiten Startelf-Einsatz in der Liga gegen Hoffenheim eine 5:0-Pleite gab, setzte Steffen Baumgart weiterhin auf den deutschen U21-Europameister.

Der zahlte dies mit Leistung zurück: Seit dem Debakel in Sinsheim stand der 24-Jährige in allen 14 Liga-Partien von Beginn an auf dem Feld. Darüber hinaus erzielte er zwei wichtige Tore gegen Mainz und Bielefeld, die seinem Team jeweils einen Punkt sicherten. Der Assist im vorletzten Bundesliga-Einsatz beim 2:2-Remis gegen den VfL Bochum war ebenso ein Indiz für die starken Auftritte. Solange der 1. FC Köln im Rautensystem agiert, ist entweder nur Platz für Salih Özcan oder Ellyes Skhiri. Klar ist: Das Kölner Eigengewächs sieht sich nicht als Alternative und stellte sich bereits im November 2021 öffentlich dem Fight um den Stammplatz, wie er im Express erklärte: „Ich würde auch nicht sagen, dass ich nur spiele, weil Ellyes Skhiri verletzt ist. Ich habe den Anspruch, immer zu spielen. Das will ich dem Trainer auch zeigen. Ich muss ihm das Gefühl geben, dass er nicht um mich rumkommt. Dafür gebe ich alles.“

Vor einigen Tagen kehrte Ellyes Skhiri vom Afrika-Cup zurück. Wann er wieder auflaufen ist, ließ Lizenzspieler-Leiter Thomas Kessler offen: „Er hat eine strapaziöse Reise hinter sich, war lange nicht bei der Mannschaft. Das ist auch das, was wir den Jungs weitergeben: Dass Trainingsleistungen entscheidend sind für Einsätze in der Startelf und den Kader“, wird der 36-Jährige im Express zitiert. Das letzte Bundesliga-Spiel bestritt der Tunesier Anfang Dezember am 14. Spieltag gegen Arminia Bielefeld.

1. FC Köln: Timo Hübers und Luca Kilian als neue Abwehrchefs

Bis zum überraschenden Wechsel von Rafael Czichos in die USA Anfang Januar war ein Platz in der Abwehrzentrale praktisch dauerhaft vergeben. Der nun bei Chicago Fire FC unter Vertrag stehende Ex-Kölner war bis zu seinem Abschied unangefochtener Stammspieler, stand nur in der Begegnung gegen Borussia Dortmund nicht in der Anfangsformation. Genau in dieser Partie wurde auch das Innenverteidiger-Duo aus Timo Hübers und Luca Kilian geboren, das spätestens seit dem 18. Spieltag die erste Wahl von Steffen Baumgart ist. Die Bilanz: In den fünf gemeinsamen Spielen sammelten die Kölner sieben von möglichen 15 Punkten und kassierte im Schnitt 1,8 Tore pro Spiel.

Zum Vergleich: Mit Rafael Czichos in der Startelf lag der entsprechende Wert bei 1,56. In Sachen Zweikampfquote ist Timo Hübers jedoch stärker als sein Vorgänger: Mit 64,38% hat der 25-Jährige etwa 2% mehr Duelle gewonnen. Bei der durchschnittlichen Laufleistung pro Spiel schneiden Luca Kilian (10,65 Kilometer) und Timo Hübers (10,48 Kilometer) zudem beide besser als ihr Ex-Teamkollege Rafael Czichos (10,09 Kilometer) ab.*

Nach dem 1:3-Auswärtssieg gegen Hertha BSC Berlin am 9. Januar hob Steffen Baumgart zuletzt besonders das faire Zweikampfverhalten seiner beiden Verteidiger hervor: „Sie haben ganz ganz viele Zweikämpfe ohne Foul bestritten. Und gerade bei jungen Spielern hast du das dann mal, dass sie unruhig werden, das war bei beiden nicht so.“

1. FC Köln: Marvin Schwäbe entthront Timo Horn

Vor der Saison hätte es wohl kaum jemand für möglich gehalten, dass sich beim 1. FC Köln das Standing des Urgesteins und ehemaligen Stamm-Torhüters Timo Horn derart verändern wird. Marvin Schwäbe, der zu Beginn der Saison aus Dänemark als Herausforderer und Pokal-Keeper verpflichtet wurde, steht seit nunmehr neun Bundesliga-Spielen im Kasten der Domstädter. Zu dieser Situation kam es, weil sich Timo Horn am 12. Spieltag gegen den FSV Mainz 05 eine Knieverletzung zuzog. So nutzte der Reservemann eine Woche später seine Gelegenheit und zeichnete sich im RheinEnergie-Stadion während des 4:1-Derby-Erfolges gegen Borussia Mönchengladbach aus.

Zwei Monate später, am 21. Januar um genau zu sein, legte sich Steffen Baumgart bezüglich der Torhüter-Frage aufgrund der konstant guten Leistungen in der Bundesliga auf Marvin Schwäbe fest. Timo Horn – seit Anfang Januar wieder einsatzfähig –befindet sich seitdem in der Rolle des Ersatzmannes. Zahlentechnisch behielt die neue Nummer Eins zwei Spiele eine weiße Weste und fing sich insgesamt 13 Gegentreffer in neun Spielen. Timo Horn blieb in 12 Liga-Spielen kein Mal zu Null und kassierte 21 Tore.

*Quelle der Daten: Heimspiel Medien; Stand: 8.2.2022

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