Verteidigt Markus Gisdol

FC-Legende Littbarski über aktuellen Kader: „Mehr als Abstiegskampf ist nicht drin“

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Pierre Littbarski (links) verteidigt die Entscheidung von Horst Heldt (rechts) an Markus Gisdol festzuhalten.
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Trotz der sportlichen Krise hat sich Pierre Littbarski hinter FC-Trainer Markus Gisdol gestellt. Das große Problem liegt laut der Vereinslegende viel mehr an den Spielern.

Köln – Beim 1. FC Köln herrscht zurzeit weiterhin eine äußerst angespannte Lage. Trotz des Punkterfolgs gegen Borussia Dortmund steht die Personalie Markus Gisdol weiter zur Diskussion. So möchte auch Sportchef Horst Heldt dem FC-Trainer keine Jobgarantie bis zum Saisonende aussprechen. Nun hat sich nun Pierre Littbarski in einem Interview mit der Bild zur aktuellen Situation am Geißbockheim zu Wort gemeldet.

1. FC Köln: Pierre Littbarski zeigt Unverständnis für Trainer-Diskussion – Problem liegt am Kader

Die Kölner Vereinslegende Littbarski hat sich dabei deutlich hinter FC-Trainer Markus Gisdol gestellt. „Man sollte in Köln realistisch sein, wenn über Trainer Markus Gisdol diskutiert wird“, sagte der Weltmeister von 1990 und trifft anschließend ein hartes Urteil über die FC-Profis: „Aus diesem Kader holt auch Superman nicht mehr raus, der FC schießt zu wenig Tore und fängt sich selbst zu viele ein. Deshalb ist auch mehr als Abstiegskampf nicht drin“.

Vor kurzem äußerte sich auch Friedhelm Funkel zur Diskussion um Gisdol und vertrat dabei eine ganz ähnliche Meinung. Für den ehemaligen FC-Trainer sei nicht der Trainer der Schuldige für die aktuelle sportliche Misere, viel mehr fehle es ihm gerade im Sturm an wirklichen Optionen. Die Qualität der Kölner Offensive ist für Funkel ungenügend. Im Zuge dessen kritisierte der 67-Jährigen viel mehr die Transferpolitik der Geißböcke und somit indirekt auch Horst Heldt in seiner Arbeit.

1. FC Köln: Littbarski glaubt an Arbeit von Horst Heldt – VfL Wolfsburg erwartet „ein schweres Spiel“

Im Gegensatz zu Funkel bewertet Littbarski die Arbeit von Sportchef Heldt ziemlich positiv: „Ich habe absolutes Vertrauen in den Horst, er weiß, was er macht. Er hat schon viele schwierige Situationen in seiner Laufbahn gemeistert – auch jetzt wird er richtig handeln“. Littbarski, der von 1990 bis 1993 gemeinsam mit Heldt beim FC gespielt hatte, möchte seinem Freund aber keine Ratschläge geben: „Das ist nicht mein Ding und der Horst hat genug Erfahrung. Er hat so viel Herzblut für den FC, dass er sich jede Entscheidung zweimal genau überlegt“, sagte der 60-Jährige und ergänzte: „Es ist doch ein Tagesgeschäft. Wir wissen alle, dass die Situation auch nach drei Spielen schon wieder ganz anders aussehen kann.“

Nach vielen verschiedenen Trainerstationen ging Pierre Littbarski 2010 zum VfL Wolfsburg und ist seitdem dort geblieben. Zuerst als Trainer, dann als Chefscout und nun als Markenbotschafter. Somit arbeitet die FC-Legende nun für den kommenden Bundesliga-Gegner der Geißböcke. Vor der Partie am 3. April zeigte sich Littbarski auch dementsprechend zwiegespalten. Die Partie sei für den 60-Jährigen auf jeden Fall ein Spiel der „zwei Herzen“, jedoch überwiege letztlich die Verbundenheit mit seinem aktuellen Arbeitgeber: „aber ich bin ehrlich – in diesem Fall schlägt bei mir das grüne Herz für den VfL. Denn wir brauchen die Punkte für die Champions League“.

Nichtsdestotrotz erwartet er für den aktuellen Tabellendritten „ein schweres Spiel“ gegen den 1. FC Köln. „Man hat gegen den BVB gesehen, dass Köln auch stark spielen und ein anderes Gesicht zeigen kann“, begründet er seine Einschätzung. Mit dem Abrutschen auf den Relegationsplatz vergangenes Wochenende stehen die Geißböcke gegen den VfL auf jeden Fall weiter unter Druck. Als Vorbild könnte aber auch hier das Hinspiel dienen. Dabei überzeugte der FC mit viel Kampfgeist und rang den Favoriten immerhin einen Punkt ab. (os mit dpa)

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