Presseschau zur Causa „Esser“

1. FC Köln: „FC-Vorstand blamiert sich auf ganzer Linie“ – Viel Kritik nach Posse um Medienchef

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Der Vorstand des 1. FC Köln bestehend aus Präsident Werner Wolf (mittig), Carsten Wettich (links) und Eckhard Sauren (rechts).
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Nach dem Hin und Her um die Einstellung von Fritz Esser als neuen Medienchef beim 1. FC Köln gibt es auch aus der Presse viel Kritik zum Vorgehen am Geißbockheim.

  • Der 1. FC Köln bekommt nach der Vorstellung des neuen Kommunikationschefs Fritz Esser Kritik
  • Darauf reagieren die Kölner mit der Entscheidung den ehemaligen Bild-Journalisten doch nicht einzustellen
  • Die Presse kritisiert die Führung der Geißböcke sehr scharf und sieht einen Erfolg für Fans und Mitglieder

Köln – Nach einer langen Suche schien der 1. FC Köln mit Fritz Esser einen neuen Kommunikationschef gefunden zu haben, doch es kam ganz anders. Kurz nach der Bekanntgabe des Vereins formierten sich im Internet immens viele kritische Stimmen aus dem kompletten Fanlager der Geißböcke. Die sonst häufig gespaltete Anhängerschaft schien sich diesmal wirklich einig zu sein und positionierte sich klar gegen den ehemaligen Bild-Journalisten. Daraufhin zog die Klub-Führung Konsequenzen und entschied sich, Fritz Esser doch nicht als FC-Medienchef einzustellen. Die Presse findet dabei vor allem äußerst kritische Worte für den aktuellen Vorstand des 1. FC Köln, feiert aber auch den Erfolg für den Fans und Mitglieder.

„Der Imageschaden ist immens“ – Effzeh.com

Bereits vor der Entscheidung um die Nichtzusammenarbeit positionierte sich das Fan-Magazin Effzeh.com mehr als deutlich gegen Fritz Esser: „Der 1. FC Köln tritt mit der Verpflichtung des ehemaligen “Bild”-Journalisten Fritz Esser als neuen Mediendirektor tief ins Fettnäpfchen. Für die Verantwortlichen am Geißbockheim kann es nur noch darum gehen, den Imageschaden für den Verein in Grenzen zu halten – und von der Personalie Abstand zu nehmen.“

Dabei spart man nicht mit immenser Kritik am Vorgehen der Vereinsführung: „Auf den ersten Eindruck haben die Verantwortlichen am Geißbockheim mit der Verpflichtung des einstigen „Bild“-Redakteurs keine Baustelle geschlossen, sondern gleich in klassisch kölscher Manier mehrere zusätzlich eröffnet. [...] Fest steht, dass mit dieser Personalie der Großteil der Unterstützer des aktuellen Vorstands massiv vor den Kopf gestoßen wurde. Die heftigen Reaktionen nach der Bekanntgabe zeugen jedenfalls nicht davon, als sei es dem Vorstand damit gelungen, Fans und Verein wieder näherzubringen. Der Imageschaden jedenfalls ist immens.“

„Die Kritik darf sich nicht gegen Fritz Esser richten“ – Kölner Stadt-Anzeiger

Für den Kölner Stadt-Anzeiger hat der 1. FC Köln ein großes Problem in der Spitze des Klubs: „Es ist dem 1. FC Köln tatsächlich gelungen, sich bei einem scheinbar banalen Vorgang wie der Auswahl eines neuen Kommunikationschefs komplett zu blamieren. [...] Mit der Entscheidung für Esser schuf sich der 1. FC Köln Konflikte, wo er sie am wenigsten brauchen kann: Zwischen Verein und Fans. Und in der Klubspitze.“

Fritz Esser selbst nimmt das Kölner Blatt derweil aus der Schusslinie: „Die Kritik darf sich nicht gegen Fritz Esser richten. Ein professioneller Auswahlprozess hätte sichergestellt, dass ein Kandidat wie Esser erst gar nicht in die engere Auswahl gekommen wäre. [...] Das hätte mit einer kurzen Recherche und ein wenig Gespür verhindert werden können. Am Ende bedeutet die Posse das Versagen derer, die den Auswahlprozess organisiert haben. Doch auch Vorstand und Geschäftsführung hätten es kommen sehen müssen. Dieser Verantwortung sind sie nicht gerecht geworden – gegenüber dem Verein und seinen Mitgliedern ebenso wenig wie gegenüber dem Bewerber, der sich schwerster persönlicher Angriffe ausgesetzt sah.“

„Pleite für FC-Vorstand, Triumph für die Mitglieder“ – Express

Für den Express ist das Eingeständnis eine klare Pleite für den FC-Vorstand, den das Kölner Blatt deutlich kritisiert: „Die Personalie ist der vorläufige Tiefpunkt einer ganzen Reihe von Enttäuschungen, die der Vorstand mit Werner Wolf, Eckhard Sauren und Carsten Wettich besonders seinen Unterstützern seit der Wahl im Herbst 2019 bereitet hat. [...] Die Wahl zeugt von einer erschreckenden Instinktlosigkeit, was die Strömungen in der Mitgliederschaft angeht. Und amateurhaft war sie auch. Der angeblich so professionelle, sechs Monate währende Auswahlprozess war eine Farce, wenn nicht mal die Aktivitäten des Top-Kandidaten in den sozialen Netzwerken durchleuchtet werden. Die FC-Fans auf Twitter brauchten nicht mal dreißig Minuten.“

Doch laut Express muss man gleichzeitig auch den Gewinn der Kölner Fans und Mitglieder deutlich hervorzuheben: „Für die Mitglieder und Freunde eines offenen und farbenfrohen 1. FC Köln war dieser Tag ein Feiertag, auch die Rolle des Mitgliederrats, der sich klar und deutlich positionierte, sollte in der Causa nicht unterschätzt werden. Sie alle haben ein Zeichen gesetzt, dass sie es ernst meinen mit der Charta des 1. FC Köln. Und dass sie im Notfall auch bereit sind, dafür zu kämpfen.“

„FC-Vorstand blamiert sich auf ganzer Linie“ – Kicker

Für den Kicker blamierte sich der Vorstand des 1. FC Köln durch sein amateurhaftes Verhalten: „Die Personalie belegt das dramatisch amateurhafte Verhalten des FC-Vorstands. Ohne ersichtlichen Grund hatte man sich im vergangenen Jahr von Mediendirektor Tobias Kaufmann getrennt [...]. Als Interimslösung holte man den Düsseldorfer Jürgen Homeyer, der nun gemeinsam mit einem Headhunter die Kandidaten für die offene Stelle auswählte, von denen am Ende Esser übrigblieb [...]. Unklar bleibt, wieso Homeyer und sein Partner es unterließen, die Aktivitäten des Kandidaten in den sozialen Medien zu überprüfen. Als auch der Vorstand nicht nachfragte, lag das Kind endgültig im Brunnen. [...] Schlecht beraten von Homeyer war FC-Präsident Wolf auch mit der frühen Bekanntgabe der Entscheidung [...]. Drei Monate, in denen man viele Posts hätte löschen können. In diesem Falle am besten sogar den gesamten Twitter-Account.“ (os)

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