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1. FC Köln: Geschäftsführer Keller befürwortet Pyro in Stadien – unter einer Bedingung

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Von: Mick Oberbusch

Christian Keller, Geschäftsführer des 1. FC Köln, hat sich für Pyrotechnik in Stadien ausgesprochen – solange sie „sicher und legal“ sei.

Köln – Das Thema Pyrotechnik im Fußballstadion erhitzt in der Gesellschaft bereits seit Jahren die Gemüter. Während für die eine Seite der Einsatz von Leuchtfackeln, Rauchtöpfen und Co. in Stadien für eine atemberaubende Stimmung sorgt, kritisieren Pyro-Gegner die Risiken und Gefahren, die mit dem Abbrennen solcher Gegenstände auf der Zuschauertribüne einhergehen können. Christian Keller, Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln, hat in dieser Debatte nun ebenfalls Partei bezogen – und erklärt, dass Pyrotechnik in seinen Augen zur Fußballkultur dazugehöre. Auch im RheinEnergie-Stadion in Müngersdorf.

Christian Keller vom 1. FC Köln für lebendige Fußballkultur – „da gehört sichere und legale Pyro dazu“

Christian Keller vor FC-Block mit Pyro (Montage).
Christian Keller, Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln, hat sich für ein „sicheres und legales“ Abbrennen für Pyrotechnik in Stadien ausgesprochen (IDZRW-Montage) © Roland Weihrauch/dpa & Marius Becker/dpa

„Wir alle wollen eine Fußballkultur – und da gehört sichere und legale Pyro ein Stück weit mit dazu“, sagte Keller in einem Interview mit dem Sportmagazin kicker am Montag, 16. Januar. Es dürfe natürlich „niemandem etwas passieren, das ist entscheidend“, so Keller, seit April 2022 am Geißbockheim in verantwortlicher Position angestellt. Ganz sicher sei aber „in jedem Fall, dass das planbefreite Verteilen von Strafen auch zukünftig nicht dazu führen wird, dass wir weniger Pyro in den Stadien sehen werden“. Das kann durchaus als Kritik an den vom DFB häufig verhängten Kollektivstrafen angesehen werden, die Fans seit Jahren kritisieren.

Christian Keller befürwortet Einsatz von Pyrotechnik in Stadien – „müssen einen Weg finden“

Pyrotechnik in Stadien – wie ist der aktuelle Stand?

► Der DFB klassifiziert den Einsatz von Pyrotechnik in Fußballstadien als „schwerwiegenden Verstoß gegen die Verbandsstatuten“. Weitere „schwerwiegende Verstöße“ stellen laut DFB die Ausübung von „Gewalt, rassistische oder diskriminierende Äußerungen oder grob unsportliche Verunglimpfungen“ dar.

► Weiter heißt es: „Kommt es in den Zuschauerbereichen trotz aller Präventionsarbeit und Sicherungsmaßnahmen im Vorfeld der Spiele zu entsprechendem Zuschauerfehlverhalten, ist dieses gemäß den verbandsrechtlichen Bestimmungen sportgerichtlich zu sanktionieren“. Heißt im Klartext: Zünden Fans Pyro, muss der Verein in der Regel Strafe zahlen.

► Der sogenannte „Strafzumessungsleitfaden“ des DFB weist für das „Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen (je Gegenstand) eine Strafe von 1000 Euro für den Verein aus; wird die Pyrotechnik gar „abgeschossen oder geworfen“, sind sogar 3000 Euro je Gegenstand fällig

„Dass ich mir in meiner Funktion als Geschäftsführer weniger Pyros wünsche, ist klar“, sagte der 44-Jährige mit Blick auf die vielen Geldstrafen, die sein Verein auch durch dank des Einsatzes von Pyro bei Fan-Choreografien 2022 zuletzt kassiert hat. „Wir müssen einen Weg finden, wie wir die Fankultur einerseits und die daraus resultierenden Strafen andererseits in ein ausgewogenes Verhältnis bekommen“, erklärt Keller und fügt an: „Seit April und der Rückkehr der Fans ins Stadion liegen die Strafen weit über dem Durchschnitt der Zeit davor.“

Pyrotechnik-Strafen im Stadion für Christian Keller „kein spezifisches Problem des 1. FC Köln“

Dies habe man „intern thematisiert“ und gehe davon aus, in dieser Angelegenheit zukünftig wieder eine „solide Balance“ hinzubekommen. „Wobei es kein spezifisches Problem des 1. FC Köln ist“, so Keller weiter. Er sehe vor allem den DFB in der Pflicht, Position zu beziehen. „Wenn es die Agenda zulässt, würde ich mir schon wünschen, dass man das Thema Kommunikation mit den aktiven Fans noch einmal ganz von vorne und komplett neutral angeht und den Dialog wieder aufgreift“, sagte Keller – und spricht damit wohl vielen Fans aus der Seele.

FC-Geschäftsführer Christian Keller für Einsatz von Pyrotechnik in Stadien – wann gibt‘s eine Entscheidung?

Eine Entscheidung in dieser Hinsicht dürfte jedoch noch auf sich warten lassen – ist der DFB doch eher weniger dafür bekannt, in solchen Angelegenheiten schnell Nägel mit Köpfen zu machen. Weshalb das Thema Pyrotechnik in Stadien auch in den kommenden Wochen und Monaten weiterhin Diskussionsobjekt bleiben dürfte. (mo mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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