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Was der Czichos-Transfer jetzt für den 1. FC Köln bedeutet

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Von: Max Dworak

Rafael Czichos fasst sich fragend an die Schläfen.
Der 1. FC Köln muss nach dem Abgang von Rafael Czichos schnellstmöglich versuchen, das Loch in der Abwehr zu schließen. © Beautiful Sports/Imago

Der 1. FC Köln muss nach dem Abgang von Rafael Czichos nach Lösungen suchen. Der Verlust bringt jedoch nicht nur Negatives mit sich, wie eine Übersicht zeigt.

Köln – Der Wechsel von Rafael Czichos ist erst wenige Tage dingfest. Dennoch ist die Kader-Planung zur Rückrunde bereits in vollem Gange. Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspieler-Abteilung des 1. FC Köln, wusste bereits früh, welche Auswirkungen der Verkauf des Innenverteidigers haben würde: „Logischerweise werden wir uns in den nächsten Tagen einiges anhören dürfen, weil sich viele Berater melden und Spieler vorstellen. Aber grundsätzlich sind wir mit der Struktur unseres Kaders zufrieden“, wird der Ex-Profi im Express zitiert. An dieser Stelle sei die Frage erlaubt: Was spricht für, und was gegen den Verlust von Rafael Czichos?

1. FC Köln: Die Contra-Argumente für den Verkauf von Rafael Czichos

Erfahrung: Mit 31 Jahren und 111 Pflichtspielen – davon 107 in der Startelf – gehörte Rafael Czichos zu den absoluten Führungsspielern des 1. FC Köln. Nur Jonas Hector, Timo Horn und Anthony Modeste haben im aktuellen Kader mehr Partien für die Geißböcke bestritten. In der Hinrunde der aktuellen Bundesliga-Spielzeit hatte der 1,87 Meter Mann zudem die meiste Einsatzzeit aller Kölner Profis.

Verlängerter Arm von Steffen Baumgart: Für den Trainer war der Innenverteidiger eine immens wichtige Stütze auf dem Feld. Sowohl sportlich als auch menschlich galt der Verteidiger als enger Vertrauter von Steffen Baumgart. Daran ließ der 49-Jährige in seinem Statement zum Abgang seines Ex-Spielers keine Zweifel: „Mit Rafa verlässt uns ein absoluter Führungsspieler, er war im letzten halben Jahr auf und neben dem Platz ein ganz wichtiger Ansprechpartner für mich. Zudem zählte er auch sportlich zu unseren Leistungsträgern. Er ist ein gradliniger, offener Typ mit einem Top-Charakter. So jemanden lässt man nicht gerne ziehen.“

Zweikampf-Monster: Obwohl viele Fans den Routinier nie wirklich als Leistungsträger anerkennen wollten, offenbaren die Zahlen aus der Hinrunde doch Gegenteiliges: Mit einer Zweikampf-Quote von 62,33 Prozent gewann Rafael Czichos von 292 geführten Duellen ganze 182 Stück. Abgesehen von Timo Hübers, der auf 63,75 Prozent kommt – jedoch gleichzeitig erst fünf Saison-Einsätze verbuchen kann – ist dieser Wert absolute FC-Spitze. (Quelle: Heimspiel Medien)

Ballkontakte: Ganze 1241 Mal hatte „Rafa“ das Leder in 17 Bundesliga-Partien am Fuß – so oft wie kein anderer FC-Profi. Besonders interessant: Ligaweit landet der Abwehrspieler mit dieser Zahl auf dem fünften Platz. Ein weiteres Indiz dafür, wie wichtig er für den 1. FC Köln war. (Quelle: Heimspiel Medien)

1. FC Köln: Die Pro-Argumente für den Verkauf von Rafael Czichos

Ablösesumme: In Zeiten von Corona muss der 1. FC Köln deutlich sparsamer mit seinen Finanzen umgehen. Die – wenn auch eher kleine – Ablösesumme von knapp 455.000 Euro kommt dem Bundesligisten daher nur gelegen.

auslaufender Vertrag: Bereits zu Beginn der Saison hatte Rafael Czichos durchsickern lassen, dass er nicht genau weiß, wie es für ihn weitergehen werde. Da sein Arbeitspapier im Sommer dieses Jahres ohnehin ausgelaufen wäre, hätte er den 1. FC Köln ablösefrei verlassen können. Um dem Spieler seinen Traum von Amerika frühzeitig zu erfüllen, wägten die Verantwortlichen ab und fanden eine Lösung, die für beide Seiten vertretbar ist.

drei Innenverteidiger im Kader: Der 1. FC Köln hat selbst nach dem Wechsel von Rafael Czichos mit Timo Hübers, Jorge Meré und Luca Kilian noch einige Alternativen für die Abwehrzentrale im Aufgebot. Thomas Kessler sagte diesbezüglich: „Den Abgang von Rafael Czichos können wir intern auffangen. Das bedeutet nicht, dass wir definitiv keinen neuen Spieler holen, aber geplant ist es Stand heute nicht.“

Das Alter: Mit 31 Jahren war Rafael Czichos nach Top-Torjäger Anthony Modeste gemeinsam mit Kapitän Jonas Hector der zweitälteste Profi in der Mannschaft von Steffen Baumgart. Auch wenn der Abwehrspieler nur sechs Pflichtspiele in seiner Zeit beim FC verletzungsbedingt verpasste, so ist es erfahrungsgemäß nicht selten der Fall, dass Fußballer im letzten Drittel ihrer Karriere häufiger pausieren müssen.

Fehlende Schnelligkeit: Unabhängig von seinem Alter sehen viele Expertinnen und Experten die mangelnde Spritzig- und Wendigkeit als größten Schwachpunkt. In der Hinrunde pfiffen die Unparteiischen daher – auch wegen Antrittsproblemen – 15 Mal ein Foul gegen Rafael Czichos. Für so viele Spielunterbrechungen sorgte kein anderer Abwehrspieler der Kölner (Quelle: Heimspiel Medien).

Dem 1. FC Köln bleibt nach dem Verkauf von Rafael Czichos nicht viel Zeit, den Verlust zu kompensieren. Schon am 9. Januar wartet Hertha BSC Berlin in der Bundesliga. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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