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Soll der 1. FC Köln das RheinEnergie-Stadion kaufen und ausbauen?

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Von: Andreas Ohlberger

Volles Haus im RheinEnergie-Stadion beim Spiel des 1. FC Köln gegen die SpVgg Greuther Fürth am 1. Oktober 2021.
Christian Müller beschäftigt sich in seiner Kolumne „Mein Blick auf den FC“ mit dem Szenario des Kaufs und des Ausbaus des RheinEnergie-Stadions durch den 1. FC Köln. © IMAGO / HMB-Media

In seiner 24RHEIN-Kolumne „Mein Blick auf den FC“ befasst sich Sportökonom Christian Müller diesmal mit dem Kauf und dem Ausbau des RheinEnergie-Stadions durch den 1. FC Köln.

In dieser Bundesliga-Saison 2021/22 erleben wir beim 1. FC Köln endlich wieder, wie sich Fußball mit leidenschaftlichen Fans auf den Rängen anfühlt. Beim Heimspiel des Effzeh gegen die SpVgg Greuther Fürth waren endlich mal wieder 40.000 Zuschauer im RheinEnergie-Stadion. Schon zuvor gegen Leipzig war die Unterstützung von den Tribünen unglaublich lautstark und intensiv – dabei war das Stadion gerade einmal halb voll. Damals fragte sich schon so mancher TV-Kommentator zurecht: „Was hier erst los sein wird, wenn die Bude wieder voll ist?“

Das Stadion des 1. FC Köln gehört nach Müngersdorf

Bei dieser Frage musste ich spontan an die fast schon in Vergessenheit geratene Kapazitätserweiterung unseres Stadions denken. Dabei unterstelle ich vorneweg, dass ein anderer Standort für unsere traditionsreiche Spielstätte mangels annehmbarer Alternativen auszuschließen ist. Vor allem das eindeutige Votum der Anhänger für Müngersdorf zählt.

Schon in den Phasen sportlicher Durststrecken war das RheinEnergie-Stadion mit seinen 50.000 Plätzen durchweg ausverkauft. Die Überlegungen des FC-Managements, durch mehr Zuschauerkapazitäten auch strukturell wichtige Mehrerlöse zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit erzielen zu können, sind auf Anhieb einleuchtend, gerade wenn der sportliche Aufschwung anhält. Allein die Umsetzbarkeit am unverhandelbaren Standort und die Finanzierung eines Ausbaus sind zu diskutieren.

1. FC Köln: Mieter oder Eigentümer des RheinEnergie-Stadions

Soll das Stadion weiterhin in der Hand der kommunalen Sportstätten GmbH bleiben? Wenn ja, sind dort Bereitschaft und Geld für einen Ausbau vorhanden und lässt sich mit dem FC eine angemessene Pacht vereinbaren? Wie lassen sich Konflikte mit Anwohnern und gesetzliche Vorgaben hinsichtlich Lärm, Verkehrsaufkommen und Parkplatzbedarf regeln? Es wäre vermessen zu glauben, dass es hierauf einfache Antworten gibt. Aber den zielstrebigen Versuch wäre es wert!

Oder andersherum angefangen. Sollte der FC nach Ablauf des Pachtvertrages das Stadion kaufen und – vielleicht mithilfe eines Partnerunternehmens – Ausbau und künftigen Betrieb selbst stemmen? Wenn man die Zeichen richtig deutet, sieht der amtierende FC-Vorstand darin eine Kompromisslinie zwischen Festhalten an der für den FC bedeutsamen 50+1-Regelung und der Option zur Einbindung strategischer Partner. Ich könnte dem viel abgewinnen. Packt es an, damit Klarheit für die Zeit nach der Euro 2024 herrscht!

Zur Person

Christian Müller (57) war von 1992 bis 1993 erst Vorstandsassistent, später dann Leiter der Geschäftsstelle beim 1. FC Köln. Von 2001 bis März 2010 fungierte er als Geschäftsführer Finanzen und Lizenzierung bei der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH. Von Juni 2012 bis Februar 2014 war er Hauptgeschäftsführer bei Dynamo Dresden. Des weiteren hatte Christian Müller Lehraufträge in Sportmanagement an diversen deutschen Hochschulen (Bayreuth, Heilbronn, Remagen, Deutsche Sporthochschule Köln) sowie MESGO-Master CIES Neuchatel/Schweiz und FIFA-Master Management, Law, and Humanities of Sport Birkbeck College University of London. Seit 2015 ist er Studiengangsleiter Sportmanagement an der Hochschule Fresenius Köln und Programmverantwortlicher Sport für alle Standorte der Hochschule.

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