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  2. 1. FC Köln

Einige Höhen, viele Tiefen, gutes Ende: Die Saison des 1. FC Köln im Überblick

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Holstein Kiel - 1.FC Koeln: Trainer Friedhelm Funkel jubelt (Koeln)
Spieler und Verantwortliche feiern den Klassenerhalt des 1. FC Köln. Mittendrin dabei: Trainer Friedhelm Funkel. © IMAGO/Ulrich Hufnagel

Die Bundesliga-Saison war beim 1. FC Köln eine echte Achterbahn der Gefühle. Auf und neben dem Platz sorgten viele Ereignisse für Diskussionen. Doch das Ende war positiv.

Den siebten Abstieg in die 2. Fußball-Bundesliga hat der 1. FC Köln im letzten Moment verhindert. Das 5:1 im Relegations-Rückspiel bei Holstein Kiel sicherte dem FC trotz des 0:1 im Hinspiel den Klassenerhalt. Die Chronologie einer bewegten Saison:

20. August: Im Nachhinein wohl der größte Transfer-Fehler: Der 1. FC Köln gibt Simon Terodde an Zweitligist Hamburger SV ab und übernimmt sogar weiter einen Teil seines Gehalts. Zwar hat der Stürmer seine Tauglichkeit in der Bundesliga nur bedingt unter Beweis gestellt. Als der FC in der Saison wegen Verletzungen und Formkrisen aber ganz ohne gelernten Stürmer dasteht, gesteht Sportchef Horst Heldt: „Klar hätte ich ihn jetzt gerne hier.“

1. FC Köln: Bundesliga-Saison beginnt mit Fehlstart – Siege bei Schlüsselpartien retten Markus Gisdol den Job

3. Oktober: Nach einer 1:3 Derby-Niederlage gegen Mönchengladbach ist der Fehlstart perfekt: Nach drei Spielen hat der FC null Punkte. Und Trainer Markus Gisdol ruft zur Länderspiel-Pause einen „Neustart“ aus.

22. November: Durch das 1:2 gegen Union Berlin stürzt der FC auf einen Abstiegsplatz ab und stellt mit saisonübergreifend 18 Spielen ohne Sieg einen Vereinsrekord ein.

28. November: Das erste Endspiel für Gisdol: Ausgerechnet bei Borussia Dortmund muss der Trainer gewinnen, um seinen Job zu retten – und er tut es. Durch zwei Treffer von Ellyes Skhiri nach Standards siegen die Kölner mit 2:1.

20. Januar: Nach fünf Spielen ohne Tor und mit nur zwei Treffern, steht Gisdol erneut mit dem Rücken zur Wand. Sollte der FC bei Schlusslicht Schalke an alter Wirkungsstätte Gisdols verlieren, würde dieser beurlaubt, da sind sich fast alle sicher. Wieder gewinnt der FC mit 2:1 durch ein Tor in der Nachspielzeit von Jan Thielmann.

1. FC Köln sorgt mit Personalentscheidung für Fan-Ärger – emotionales Tief und Hoch rund um Rhein-Derby

3. Februar: Zwei Tage nach der Verkündung, dass Fritz Esser neuer „Leiter Medien und Kommunikation“ werden soll, rudert der Verein zurück. Nach Fan-Protesten gegen alte Tweets verzichtet der FC auf die Einstellung.

5. Februar: Bei der Abfahrt des Mannschaftsbusses am Geißbockheim verabschieden Fans die Mannschaft und zünden dabei reichlich Pyro. Auf einem Video, das ein Spieler veröffentlicht, ist zu hören wie Profi Dominick Drexler laut Medienberichten von „Spacken“ spricht. Der Mittelfeld-Spieler, FC-Fan seit der Kindheit, entschuldigt sich in einem Statement.

6. Februar: Der Höhepunkt der Saison: Der FC gewinnt das Derby in Mönchengladbach mit 2:1 durch zwei Tore von Elvis Rexhbecaj und hat als 14. plötzlich acht Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz. „Die Emotionen kam man kaum beschrieben“, jubelt Gisdol.

20. März: Mit nur einem Punkt aus fünf Spielen hat der FC seine gute Ausgangs-Position gänzlich verspielt. Ins Spiel gegen Dortmund gehen die Kölner immer noch als 14., aber mit nur einem Punkt Vorsprung auf Rang 17. Nach einer starken Leistung führt der FC bis in die Nachspielzeit mit 2:1, ehe Erling Haaland noch den Ausgleich schießt. Die Gremien tagen, Gisdol darf trotzdem bleiben.

1. FC Köln: Markus Gisdol muss doch noch gehen – Feuerwehrmann Funkel mit schwierigem Start

11. April: 16. gegen 15.: Das Spiel gegen Mainz wird zum echten Showdown. Trotz 2:1-Führung verlieren die Kölner in der Nachspielzeit 2:3. Der Verein gibt noch am Abend die Trennung von Gisdol bekannt.

12. AprilFriedhelm Funkel wird als neuer Trainer vorgestellt. Der 67-Jährige, der mit dem FC 2002 schon mal ab- und im Jahr darauf aufstieg, hatte seine Karriere im Vorjahr eigentlich schon für beendet erklärt. Weil er sich während der Pandemie langweilte und ein Herz für den FC hat, sagt er dennoch zu. Allerdings sicher nur bis zum Saisonende.

17. April: Funkel verliert beim Debüt trotz ordentlicher Leistung mit 0:3 in Leverkusen. Und sorgt nach dem Spiel direkt für Aufregung. „Sie haben eine enorme Schnelligkeit durch ihre, äh, ja, den ein oder anderen Ausdruck darf man ja nicht mehr sagen», sagt der 67-Jährige: «Durch ihre Spieler, die halt so schnell sind.“ Funkel entschuldigt sich für die Missverständlichkeit seiner Aussagen. Welche Aussagen er sich verkniffen hat, klärt er nicht auf.

1. FC Köln rettet sich mit Schlussspurt in Relegation – Klassenerhalt dank Kraftakt in Kiel

20. April: Wieder zieht sich der FC gegen ein Spitzen-Team aus dem Sumpf. Zwei Tore von Kapitän Jonas Hector bescheren ein viel umjubeltes 2:1 gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig.

9. Mai: Nach einem weiteren Sieg in Augsburg (3:2), haben die Kölner im Heimspiel gegen Freiburg die große Chance, wieder auf Rang 14 zu springen. Nach miserabler erster Halbzeit, einem vergebenen Elfmeter und einem wohl zu Unrecht weggepfiffenen Tor zum 2:2 in der Nachspielzeit verlieren sie 1:4.

22. Mai: Mit einem 1:0 gegen den FC Schalke 04 zum Abschluss rettet sich Köln in die Relegation. Das entscheidende Tor erzielte Sebastiaan Bornauw vier Minuten vor dem Ende.

26. Mai: Das Relegations-Hinspiel gegen Holstein Kiel verpatzen die Kölner im eigenen Stadion und verlieren mit 0:1.

29. Mai: Durch das 5:1 im Rückspiel in Kiel wendet der FC den siebten Abstieg doch noch ab. (dpa)

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