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1. FC Köln: Stärken, Schwächen, Kader – die Lage nach dem Trainingslager

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Von: Oliver Schmitz

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Das Trainingslager hat FC-Trainer Steffen Baumgart einen guten Eindruck von der aktuellen Situation gegeben. © Herbert Bucco/Imago

Drei Wochen Training und fünf Testspiele hat der 1. FC Köln bereits hinter sich. Was läuft gut, was nicht? Und wer konnte überzeugen? Der aktuelle Stand im Check.

Köln – Der 1. FC Köln hat das Trainingslager in Donaueschingen abgeschlossen. Nach ein paar Tagen Verschaufspause geht es dann aber bereits in die finale Phase der Saison-Vorbereitung. Denn in nicht mal zwei Wochen steht mit der DFB-Pokal-Partie gegen Carl Zeiss Jena das erste Pflichtspiel an. Doch wie ist der Stand der Dinge?

1. FC Köln: Baumgart konnte Spielidee schnell etablieren – Standards als neue Stärke?

Sieg gegen Fortuna Köln, gegen FC Bayern München, gegen FC Schaffhausen, gegen SV Elversberg und nur ein Unentschieden gegen den MSV Duisburg. Auf den ersten Blick läuft die Vorbereitung für den 1. FC Köln prächtig. Zumindest die Ergebnisse stimmen. Doch natürlich sind auch die Trainingseinheiten ein wichtiger Gradmesser für FC-Coach Steffen Baumgart. Und der zeigte sich zum Abschluss der Trainingslage zufrieden mit der aktuellen Situation seiner Mannschaft: „Ich finde auch die Gesamtentwicklung und das engagierte Auftreten gut, weil die Jungs nicht aufhören, sondern weiterarbeiten, und zwar ergebnisunabhängig“, sagte der Cheftrainer nach der Partie gegen Elversberg auf der Vereinsseite.

Tatsächlich läuft bei den Geißböcken vieles bereits sehr gut. Baumgart konnte seine Spielidee und System schnell etablieren. Der FC spielt sehr konsequent nach vorne und geht viel ins Gegenpressing. Das Ziel ist also immer die schnelle Balleroberung und dann ein klarer Zug zum Tor. Also deutlich weniger passiv, als vergangene Saison. Dafür setzt der FC-Trainer vornehmlich auf eine Viererkette, einen Sechser und zwei Stürmer. Dazwischen gab es verschiedene Variationen.

Durch die offensive Spielweise ergeben sich auch viele Standards für den FC, welche man sehr oft bereits auszunutzen wusste. Unter anderem da man auch diverse Spezialisten dafür im Kader hat. Markt Uth, Ondrej Duda oder Florian Kainz haben alle klare Stärken am ruhenden Ball. Ansonsten ist die Fitness definitiv hervorzuheben. Abseits der ersten Trainingswoche hat sich kein weiterer Profi verletzt. „Die Jungs sind in einem sehr, sehr guten Zustand“, loibte auch Baumgart seine Mannschaft.

1. FC Köln: Chancenverwertung noch verbesserungswürdig – Defensive ab und zu wacklig

Doch an anderer Stelle hakt es definitiv noch. So konnte man sehr viele Torchancen nicht nutzen. Gegen unterklassigere Teams reicht es am Ende dann zwar aus, doch in der Bundesliga kann auch mal eine einzige Gelegenheit ein Spiel entscheiden. Darüber hinaus schien die Defensive nicht immer hundert Prozent stabil. Unabhängig vom Bayern-Spiel kassierte der FC gegen Drittligist Duisburg und Regionalligist Elversberg einen Gegentreffer. Auch Fortuna Köln hatte einige sehr starke Gelegenheiten. Dies ist vor allem auch die offensive Spielweise geschuldet, aber je nach Gegner braucht der FC noch etwas mehr Stabilität. Als Letztes ist da einfach die Frage der Qualität. Bisher macht man zwar einen guten Eindruck, doch es ist unklar, ob das generelle Niveau des Kaders erneut für den Klassenerhalt reichen wird.

Kader des 1. FC Köln: Zwei dicke Überraschungen im Trainingslager – Problemzone Linksverteidigung

Ansonsten hat die Vorbereitung und konkret das Trainingslager einen guten Überblick über den Kader des 1. FC Köln gegeben. So konnten sich diverse Profis äußerst gut präsentieren. Neben dem mehrfachen Torschützen Mark Uth zeigten offensiv noch die Youngsters Jan Thielmann und Tomas Ostrak gute Leistungen. Darüber hinaus wusste auch Jorge Meré und Salih Özcan zu überzeugen. Beide wussten die Abgänge auf ihren Positionen zu nutzen und könnten aus den Rollen der Rotationsspieler heraus wachen und zu Stammspielern werden. Die größten Überraschungen waren aber wohl Anthony Modeste und Kingsley Schindler: „Ich finde, dass Kingsley Schindler eine gute Vorbereitung gespielt hat. Auch von Anthony Modeste ist momentan jeder positiv überrascht“, meinte auch Baumgart nach dem Trainingslager.

Die deutlichsten Verlierer der bisherigen Vorbereitung sind derweil Vincent Koziello und Niklas Hauptmann, die beide nicht mit ins Trainingslager fahren durften und somit keine Rolle im Baumgarts Planungen spielen. Auch Noah Katterbach tat sich bisher eher schwer. Obwohl er momentan der einzige Linksverteidiger im Kader ist, dürfte er dort nach aktuellem Stand nicht gesetzt sein. Vielmehr rückte Benno Schmitz mehr in diese Rolle. Ebenfalls nicht wirklich überzeugen konnte Dimitrios Limnios. Der Rechtsaußen saß gegen Elversberg sogar 90 Minuten auf der Bank. Insgesamt gibt es definitiv noch ein paar Baustellen im Kader, so sucht der 1. FC Köln wohl noch insgesamt drei Spieler für Sturm und Defensive. Ansonsten sollen noch mehrere Spieler den Verein bis Ende des Sommers verlassen.

Die restliche Vorbereitung muss Baumgart aber erstmal mit den Spielern planen, die er bereits jetzt zur Verfügung stehen hat. Nach dem Media Day am Mittwoch hat der FC-Trainer dann noch rund zehn Tage Zeit eine vorerst finale Mannschaft für die kommende Saison zu formen. Diese soll dann noch ein finales Testspiel absolvieren. Eigentlich gegen Almere City FC aus den Niederlanden, doch aufgrund der Corona-Situation im Nachbarland sucht man jetzt noch kurzfristig einen neuen Gegner fürs kommende Wochenende. Diese Partie wird dann wohl der beste Gradmesser für die ersten Pflichtspiele werden. (os)

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