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1. FC Köln: Steffen Baumgarts Plan mit Salih Özcan ist aufgegangen

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Von: Max Dworak

Salih Özcan jubelt mit erhobenen Händen.
Salih Özcan (Foto) ist neben Anthony Modeste eine der großen Überraschungen beim 1. FC Köln dieser Saison. © Eibner/Imago

Salih Özcan ist aus dem Kölner Mittelfeld nicht mehr wegzudenken. Der Kölner Defensivspezialist spielt unter Steffen Baumgart seine beste Profi-Saison.

Köln – Steffen Baumgart tut sich mitunter schwer, einzelne Spieler aufgrund ihrer Leistungen hervorzuheben. Bei Salih Özcan musste er in dieser Saison schon öfter eine Ausnahme machen: „Salih ist momentan in einer exzellenten Form“, stellte Baumgart nach dem 1:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt am 23. Spieltag fest. Den Lob seines Trainer hat sich der 24-Jährige momentan auch redlich verdient. Das Eigengewächs hat sich beim 1. FC Köln aus einer eher unscheinbaren Rolle den Status „unverzichtbar“ erkämpft.

1. FC Köln: Salih Özcan Stammkraft seit dem 8. Spieltag

Als sich Ellyes Skhiri Anfang Oktober letztes Jahres am Wadenbeinkopf verletzte, schwebten einige Fragezeichen über dem weiteren Vorgehen des 1. FC Köln in der Bundesliga. Im 4-4-2-Rautensystem von Steffen Baumgart musste eine enorm wichtige Position auf unbestimmte Zeit besetzt werden. Zwar hätte auch Jonas Hector die Rolle des Tunesiers einnehmen können, jedoch war die Angst, auf der linken Abwehrseite ein großes Loch zu hinterlassen, noch größer. So verkündete Baumgart voller Überzeugung, dass Salih Özcan als einziger Sechser im Mittelfeld auflaufen werde: „Wir haben mit Salih einen sehr guten Sechser, auf ihn werden wir bauen. Er hat viel Potenzial und deswegen freue ich mich, wenn er am Freitag aufläuft.“

Auch, wenn sein erster Saisoneinsatz über 90 Minuten ein kollektiver Alptraum war (der FC verlor mit 0:5 in Hoffenheim), setzte Baumgart weiter auf Salih Özcan. So sammelte der U21-Europameister von 2021 auch in den darauffolgenden Wochen reichlich Spielpraxis: Mal gemeinsam mit Dejan Ljubicic auf der Doppelsechs, dann wieder als Alleinunterhalter.

Salih Özcan: „Die Entscheidung für den FC war die komplett richtige“

Gerüchten zufolge spielte Özcan vor Amtsantritt von Steffen Baumgart mit dem Gedanken, sich nach einem neuen Verein umzusehen. Im Endeffekt war es jedoch die Überzeugungsarbeit seines neuen Trainers, die ihn zum Verbleib in Köln überreden konnte: „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass die Entscheidung für den FC die komplett richtige war. Steffen Baumgart hat mich darin bestärkt. Wir waren von Anfang an im engen Austausch. Er hat mir gesagt, dass ich als Spielertyp in sein System passe“, sagte der FC-Profi dem Express im November vergangenen Jahres. Als Bindeglied zwischen Verteidigung und Angriff sah und sieht Özcan seine Hauptaufgabe darin, die „Zweikämpfe zu gewinnen und das Spiel danach möglichst schnell nach vorne zu treiben“.

Seither sind fünf Monate vergangen. Trotz der Rückkehr seines prominenten Konkurrenten Ellyes Skhiri – der nach Ausheilung seiner Knie-Verletzung zum 12. Spieltag wieder zur Mannschaft stieß – hat der Ehrenfelder seinen Stammplatz bis heute nicht verloren. Vielmehr standen die zwei Defensivkünstler in sechs von sieben möglichen Partien gemeinsam in der Anfangsformation. Dem Duo verpasste Baumgart intern den Spitznamen „Rennkühe“, wie er der Presse im Februar verriet: „Die beiden haben die Aufgabe, die Mannschaft zusammenzuhalten.“ Die Bilanz mit „Özhiri“ auf dem Feld hat jedoch noch etwas Luft nach oben: Von 18 möglichen Zählern holte der 1. FC Köln nur acht.

Steffen Baumgart über Salih Özcan: „Verliert gefühlt keinen Zweikampf“

Selbst wenn der 1. FC Köln in einigen Partien Punkte hergeschenkt haben mag, so wird in der Domstadt zurzeit wohl kaum ein Fan auf die Idee kommen, am Stammtisch große Wutreden zu schwingen. Der allseits geliebte Baumgart geriet unlängst ins Schwärmen, als er die Qualitäten von Özcan in besonderer Art zu würdigen wusste: „Salih ist im Moment in einer exzellenten Form, gefühlt verliert er keinen Zweikampf und spielt keinen Fehlpass. So gibt er der Mannschaft viel Stabilität.“

Spielt Salih Özcan bald für die türkische Nationalmannschaft?

Auf Länder-Ebene ist zudem möglicherweise bald damit zu rechnen, dass der FC-Profi Farbe bekennt: Stefan Kuntz – mittlerweile Trainer der türkischen A-Nationalmannschaft – hofft dem Vernehmen nach auf eine künftige Zusammenarbeit mit seinem ehemaligen U21-Schützling. Die Eltern von Salih Özcan stammen beide aus der Türkei, weshalb ein entsprechendes Engagement für den Geißbock wohl immer eine Option gewesen sein dürfte. Nun sollen die Türken einen Verbandswechsel von Özcan prüfen lassen. Ohne Hürden wird dieses Vorhaben allerdings nicht umsetzbar sein: Weil Özcan bei seinem letzten Einsatz im DFB-Trikot bereits älter als 21 Jahre alt war, ist ein Verbandswechsel eigentlich unmöglich. Daher möchte der türkische Fußballverband nun einen Ausnahmeantrag stellen. Steffen Baumgart glaubt parallel, dass sein Spieler auch für die deutsche Nationalmannschaft eine gute Alternative wäre: „So viele gute Sechser haben wir hier nicht, dass ihm nicht auch in Deutschland die Zukunft gehören könnte.“

Das Thema „Nationalmannschaft“ wird Salih Özcan momentan weniger beschäftigen. Zunächst gilt es, mit dem 1. FC Köln an den letzten neun Spieltagen so viele Siege wie nur möglich zu sammeln. Mit Bayer 04 Leverkusen wartet am 13. März das nächste Schwergewicht in der Bundesliga. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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