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1. FC Köln: Rettet ausgerechnet Sebastian Andersson Markus Gisdol den Job?

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Von: Mick Oberbusch

Sebastian Andersson beim Training des 1. FC Köln in der Saison 2020/2021 am Geißbockheim
Sebastian Andersson kehrte nach langer Verletzungspause gegen den VfL Wolfsburg zurück. © Christoph Hardt/imago images

Im Schlüsselspiel gegen Mainz 05 (Sonntag, 18 Uhr) will der 1. FC Köln drei Punkte einfahren – ausgerechnet ein schon als Flop verschriener Stürmer könnte helfen.

Köln – Ganze 108 Tage war Sebastian Andersson beim 1. FC Köln zum Zuschauen verdammt. Ein Knochenmarködem im Knie setzte den Schweden für insgesamt 15 Pflichtspiele außer Gefecht. Pünktlich zum so wichtigen Saisonendspurt kehrte der als Torjäger verpflichtete Schwede jetzt beim 0:1 gegen Wolfsburg zurück – und auch wenn Andersson die fehlende Wettkampfpraxis natürlich noch anzumerken war, sorgte sein Comeback nicht nur beim angezählten Trainer Markus Gisdol für große Freude.

„Erstmal ist es für uns wichtig, dass sie wieder mit dabei sind. Es war ein großer Schritt, dass sie heute wieder auf dem Platz waren. Sie werden uns in den nächsten Wochen noch sehr helfen. Da bin ich sehr sicher“, sagte der Übungsleiter über Andersson und den ebenfalls nach langer Verletzungspause zurückgekehrten Florian Kainz.

Sebastian Andersson könnte beim 1. FC Köln ein großes Problem lösen

Gisdol selbst wird dabei hoffen, dass diese „nächsten Wochen“ bereits mit der Partie gegen Mainz 05 eingeläutet werden – könnte sie doch die letzte des 51-Jährigen als FC-Cheftrainer sein. In dieser Woche machte der 1. FC Köln, bei dem Innenverteidiger Sebastiaan Bornauw ebenfalls vor dem Comeback steht, bereits „die Schotten dicht“, trainierte hinter verschlossenen Türen – und wird dabei wohl auch erprobt haben, wie fit und belastbar Sebastian Andersson ist. Denn der von einigen Fans bereits als Transferflop verschriene Stürmer könnte das Spiel der Geißböcke allein mit seiner Präsenz an etlichen Stellen bereichern.

So hätte bei einem längeren Andersson-Einsatz, wobei die Startelf eher auszuschließen ist, Ondrej Duda endlich einen echten Stürmer vor sich, der ihm zusätzliche Räume beschaffen würde. Anderssons Fähigkeit, Bälle festzumachen und weiterzuleiten, zeichnete ihn bereits in der vergangenen Spielzeit in Diensten von Union Berlin aus. Auch vor dem Tor könnte der Schwede Abhilfe leisten: in der gesamten Bundesliga schlagen nur sechs Teams mehr Flanken aus dem Spiel als der 1. FC Köln – ein Abnehmer fehlte bislang, auch weil Neuzugang Emmanuel Dennis enttäuschte. Der so dringend benötigte Knipser könnte mit dem wieder genesenen Schweden allerdings nun bereitstehen.

Markus Gisdol hofft in seinem womöglich letzten Spiel als Trainer des 1. FC Köln auf Sebastian Andersson

Natürlich lassen sich nach einer solch langen Verletzungspause noch keine Wunderdinge vom Mittelstürmer erwarten – kommt Andersson allerdings halbwegs an sein Leistungsniveau und erzielt das ein oder andere wichtige Tor, könnte er damit auch den Unmut der Fans besänftigen – und zeigen, dass seine Verpflichtung für sieben Millionen Euro im Sommer doch kein Fehlschluss war. Darüber würde sich aktuell wohl niemand mehr freuen als sein Trainer selbst, um den seit Wochen mögliche Nachfolger kursieren. (mo)

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