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1. FC Köln: Steffen Baumgart und der Glaube an Sebastian Andersson

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Von: Max Dworak

Sebastian Andersson und Steffen Baumgart geben sich die Hand.
Sebastian Andersson (rechts) spielte gegen Eintracht Frankfurt von Beginn an. © Team 2/Imago

Sebastian Andersson kommt auch am 23. Spieltag nicht zum dritten Torerfolg. Trotz starker Kritik hält Trainer Steffen Baumgart weiter am Schweden fest.

Köln – Nach 61 Minuten war der Arbeitstag von Sebastian Andersson am Samstagabend gegen Eintracht Frankfurt beendet. Der kriselnde Stürmer des 1. FC Köln wartet seit dem 27. November des vergangenen Jahres auf einen Liga-Treffer. Beim 4:1-Heimsieg über Erzrivale Borussia Mönchengladbach konnte sich „Seb“ zuletzt über ein persönliches Erfolgserlebnis freuen. Obwohl viele Fans schon lange nicht mehr einverstanden mit den Auftritten des Angreifers sind, zeigen die Aussagen von Steffen Baumgart doch, dass der Schwede den Rückhalt seines Trainers hat.

1. FC Köln: Steffen Baumgart – „Seb arbeitet sehr viel“

Entgegen aller Kritik aus den eigenen Reihen steht Steffen Baumgart zu seinem Sorgenkind. Nach der Partie, in welcher Anthony Modeste wieder mal der Mann des Abends sein sollte, sagte der 50-Jährige: „Wir müssen schon gucken, dass wir nicht den einen in den Himmel heben und den anderen zu kritisch sehen. Seb arbeitet sehr viel.“ Zuletzt fand der FC-Coach nette Worte in Bezug auf seinen Schützling und dessen Potenzial, als er den Mittelstürmer mit Flügelflitzer Jan Thielmann verglich. Schnell wurde klar: In Sachen Stammplatz im Sturmzentrum scheint der Schwede weiterhin hoch im Kurs bei seinem Boss zu stehen: „Seb Andersson dürfen wir nicht vergessen, der schon sehr viel gezeigt hat für den Verein.“ Speziell die Physis seines Spielers (1,90 Meter groß und etwa 85 Kilogramm schwer) hob der Kölner Übungsleiter in der Vergangenheit des Öfteren hervor.

Anthony Modeste, bei dem es in dieser Saison wie geschmiert vor dem gegnerischen Kasten läuft, sprach seinem Sturm-Kollegen ebenfalls Mut zu: „Seb hat es verdient, zu spielen. Ich freue mich für ihn und hoffe, dass er bald wieder trifft. Er ist ein guter Junge.“

1. FC Köln: Sebastian Andersson fehlt das Zielwasser

In seinem vielleicht besten Spiel seit Monaten wirkte der bullige Offensiv-Akteur gegen Eintracht Frankfurt motiviert und engagiert. Besonders in Minute 25 blitzte kurz die Qualität von Sebastian Andersson auf. Nach einem Zuspiel von Innenverteidiger Luca Kilian tauchte die Rückennummer neun an der rechten Strafraumkante auf, schirmte den Ball überragend ab und nahm aus spitzem Winkel Maß. Auch wenn das Leder nicht den Weg vorbei an SGE-Schlussmann Kevin Trapp fand, so sind derartige Aktionen doch kurze Lichtblicke in einer sonst eher düsteren Spielzeit des Profis. Sie lassen phasenweise erahnen, weshalb die Rheinländer einst 6,5 Millionen Euro an Union Berlin überwiesen.

Der Einsatz für die Mannschaft stimmte, seine individuellen Daten sorgen weiter für Enttäuschung bei den Fans. Immer häufiger werden in der letzten Zeit negativ behaftete Kommentare in sozialen Netzwerken sichtbar, wenn es um das Thema Sebastian Andersson geht. Von spöttischen Bemerkungen zu seiner Leistungskurve bis hin zu Verkaufswünschen im Sommer lässt sich alles wiederfinden. In der individuellen Statistik spiegelt sich die Formkrise gleichermaßen wieder: In 21 Saisonspielen brachte Sebastian Andersson 30 Torschüsse zustande, wovon lediglich zwei von Erfolg gekrönt waren. Auch der Spieler selbst wird einsehen müssen: Ein Stürmer wird an seinen Toren gemessen – das ist auch beim 1. FC Köln nicht anders.

1. FC Köln: Sebastian Andersson muss wieder überzeugen

Ein Stürmer seines Kalibers – damit ist natürlich auch die Ablösesumme und das Gehalt inkludiert – hat ohne Zweifel einen gewissen Leistungsdruck. Besonders beim 1. FC Köln, wo er der siebtteuerste Neuzugang der Klub-Geschichte ist, haben viele Anhänger längst die Hoffnung verloren, dass Sebastian Andersson seinen Torriecher doch noch wiederfindet.

Der Zeitpunkt, um die Zweifler eines Besseren zu belehren, ist jedenfalls längst gekommen. Gegen Aufsteiger und Tabellenschlusslicht Greuther Fürth, der nächsten Station in der Bundesliga, machte der 30-Jährige am siebten Spieltag immerhin sein erstes von bislang zwei Saisontoren. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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