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1. FC Köln: Die Gründe für den Sensationssieg gegen Dortmund

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Von: Oliver Schmitz

Der Fußballspieler des 1. FC Köln Ellyes Skhiri feiert nach dem Erzielen eines Tores gegen Borussia Dortmund
Ellyes Skhiri: Der Matchwinner des 1. FC Köln beim Tor-Jubel. © Uwe Kraft/dpa

Entgegen aller Erwartungen ist dem 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund tatsächlich der erste Bundesliga-Sieg der Saison geglückt. Das waren die Faktoren für den Sieg.

Köln – Was für ein überraschendes Ergebnis! Mit einer unglaublichen Leistungssteigerung zur Vorwoche gelingt dem 1. FC Köln ein 2:1 Auswärtssieg bei Borussia Dortmund. Viel Laufbereitschaft, viel Kampf und das Quäntchen Glück waren dabei die Pfeiler des Erfolgs. Mit seinen beiden Toren war jedoch FC-Mittelfeldstratege Ellyes Skhiri eindeutig der Mann des Spiels.

Dabei hätte die Ausgangslage vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund kaum schwieriger sein können. Der Bundesliga-Saisonstart verlief für den 1. FC Köln denkbar schlecht, nach einer leicht positiven Tendenz kam der komplette sportliche Einbruch gegen Union Berlin und zu allem Übel waren die Dortmunder in bestechend guter Form – ach und die Verletzungssorgen darf man natürlich auch nicht vergessen. Und dennoch fuhr der Effzeh am Wochenende mit einem 2:1 Sieg gegen den BVB den ersten Dreier der Saison ein.

Personalsorgen des 1. FC Köln führen zu kreativen Lösungen – mit Erfolg

Kurz vor dem Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund erreichten den 1. FC Köln denkbar schlechte Nachrichten: Jorge Meré und Sebastian Andersson mussten Zuhause bleiben. Die beiden potentiellen Startelf-Spieler reihten sich auf die immer länger werdende Liste der Verletzten ein. So gesellten sich die beiden zu den Langzeitverletzten Florian Kainz, Jonas Hector und Anthony Modeste. Im gesunden Zustand, ebenfalls alles Kandidaten auf Stammplätze beim Effzeh.

Aber trotz oder eher wegen der großen Ausfälle beim Stammpersonal, hat FC-Trainer Markus Gisdol aus der Not eine Tugend gemacht. So rutschten aufgrund der Ausfälle mit Jan Thielmann und Sava-Arangel Cestic zwei Youngstars in die bereits zuvor sehr junge Startelf des 1. FC Köln und wussten dabei mit motivierten Auftritten von sich zu überzeugen. Gerade Abwehrspieler Cestic nutzte die Gunst der Stunde und lieferte ein mehr als überzeugendes Bundesliga-Debüt ab. Seine souveräne Art war sicherlich einer der wichtigsten Pfeiler zum Erfolg gegen Borussia Dortmund.

Markus Gisdol denkt gegen Borussia Dortmund sein Spielsystem neu – X-Faktor Ellyes Skhiri

Die wohl prägnanteste Änderung war die taktische Umstellung von einer vierer auf eine flexible Dreier- beziehungsweise Fünferkette in der Abwehr des 1. FC Köln. Zwar war das keine komplette Neuheit, fand in dieser Saison aber erst einmal Anwendung im Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Mit Hinblick auf das Ergebnis, war das aber diesmal genau die richtige Entscheidungen.

Davon profitiert mit der Abwehr, vor allem die bisher größte Stärke des 1. FC Köln. So stand man hinten noch stabiler und schränkte die Offensivbemühungen von Borussia Dortmund dadurch stark ein. Weiter Nutznießer der Umstellung war Neuzugang Marius Wolf, der aufgrund des neuen Systems nun etwas offensiver und somit positionsgetreuer spielen durfte. Dafür bedankte sich der 25-Jährige letztlich sogar mit zwei Torvorlagen, die zwar von Ecken ausgingen aber ein Resultat seiner Arbeit über das ganze Spiel waren.

Letztendlich kam die Umstellung aber allen FC-Spielern auf dem Platz sehr zu Gute. Spieler wie Ondrej Duda nach Ellyes Skhiri waren zwar bereits zuvor spielstark, gingen aber nun viel besser in ihrer Rolle auf. Die Formation gegen den BVB zeichnete sich insgesamt sehr stark durch ihre Laufleistung aus, was durch das taktische System begünstig wurde. Aufgrund der dadurch gewonnenen Flexibilität im Defensiv- wie Offensivspiel verdichtete sich die Zentrale des Effzehs, was Dortmund das durchdringen erschwerte. Am besten zeigte sich das unter anderem an Jan Thielmann, der als Stürmer auch viel im Mittelfeld anzutreffen war.

Bei all der guten Teamleistung muss man aber mit Ellyes Skhiri natürlich den Spieler des Tages deutlich hervorheben. Der Tunesier setzte seine Leistungssteigerung aus dem Spiel gegen Union Berlin konsequent fort und führte den 1. FC Köln mit seinen beiden entscheidenden Treffern zum Sieg gegen die Borussia. Dabei erzielte er nicht nur die Tore, sondern war der zentrale Mann aller Kölner Offensiv- wie Defensivaktionen.

Borussia Dortmund: Und täglich grüßt das Murmeltier – BVB verliert erneut gegen Underdog

Bei all den guten Dingen am Kölner Spiel muss man natürlich auch einen Blick auf die Leistung von Borussia Dortmund werfen. Der BVB erlitt mit dem 1:2 die ersten Heimniederlagen gegen den 1. FC Köln seit 29 Jahren. Der Hauptgrund war sicherlich der schlechte Start ins Spiel, so wussten die Dortmunder in der ersten Halbzeit selbst nur wenig mit dem Ball anzufangen. Die zweite Halbzeit war dann letztlich nicht ausreichend um diese schlechte Leistung zu Beginn wieder aufzufangen.

Insgesamt zeichneten viele Konzentrationsfehler das Spiel von Borussia Dortmund. Was letztlich dazu führte, das aus den eigenen Chancen zu wenig gemacht wurde. Da half am Ende auch die drückende Überlegenheit der Dortmunder in allen wichtigen Statistiken nichts. Dazu gesellte sich dann noch eine schlechte Manndeckung bei den beiden Ecken, die zu den Gegentoren führten. Alles in allem war das bei aller Qualität gegen einen so effizienten Gegner, wie es der 1. FC Köln an dem Tag war, einfach zu wenig. Damit setzt sich eine ungewöhnliche Schwäche der Dortmunder der letzten Jahre fort. Trotz all der Brillanz hadert der BVB nämlich regelmäßig mit vermeintlich schwachen Teams.

1. FC Köln: Laufbereitschaft der Schlüssel zum Erfolg – Lehren für die Partie gegen den VfL Wolfsburg

Zusammenfassend kann man sagen, dass das junge und laufstarke Team des 1. FC Köln sehr von der taktischen Umstellung von Trainer Markus Gisdol profitiert hat. Diese Faktoren sollte man auch zukünftig beibehalten. Sollten dann noch zusätzlich die individuellen Leistungen einzelner Spieler ähnlich hoch bleiben oder sogar ansteigen, dann sieht es gegen die kommende Partie des VfL Wolfsburg gar nicht mal so schlecht aus.

Einfach wird es gegen Wolfsburg aber sicherlich nicht. So müssen sich die Geißböcke auf einen Gegner mit einem komplett unterschiedlichen Spielsystem einstellen. Die größte Stärke des VfL liegt nämlich wie beim 1. FC Köln auch vor allem in der Abwehr, weshalb die Wölfe gemeinsam mit Bayer Leverkusen als einzige diese Saison noch kein Bundesliga-Spiel verloren haben. Bei einer ähnlich guten Leistung dürfte für den 1. FC Köln aber auch gegen Wolfsburg alles drin sein, vor allem wenn erneut das entscheidende Quäntchen Glück auf der Seite der Geißböcke stehen sollte. (os)

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