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1. FC Köln: 7 Gründe für einen unbefristeten Vertrag mit Steffen Baumgart

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Von: Max Dworak

Steffen Baumgart lacht mit weit geöffnetem Mund und schaut nach links.
Steffen Baumgart hat aktuell noch einen Vertrag bis 2023 beim 1. FC Köln. © Herbert Bucco/Imago

Beim 1. FC Köln bringt Steffen Baumgart die Freude am Fußball zurück. Kein Wunder, dass der FC den Vertrag des Trainers unbedingt verlängern will. Sogar unbefristet?

Köln – Wenn der 1. FC Köln ins RheinEnergie-Stadion läuft, um in der Bundesliga auf Punktejagd zu gehen, richten viele Anhängerinnen und Anhänger ihren Blick auf den Mann an der Seitenlinie. Mit Steffen Baumgart sitzt ein Übungsleiter auf der Trainerbank, der vor Ehrgeiz nur so strotzt. Genau genommen sitzt er ja eigentlich nie, sondern steht, springt, brüllt und pfeift.

Seit seiner Amtsübernahme läuft beim 1. FC Köln alles nach Plan – beziehungsweise deutlich besser als gedacht. Natürlich arbeitet die Klubführung mit Hochdruck daran, ein neues Arbeitspapier für Baumgart auszuarbeiten. In den letzten Wochen gab es sogar Diskussionen über einen unbefristeten Vertrag ohne Ablaufdatum. 24RHEIN nennt sieben Gründe für ein langfristiges Engagement.

#1: 1. FC Köln – Steffen Baumgart liefert ab

Ein Blick auf die Tabelle macht schnell deutlich, weshalb eine Geschäftsbeziehung auch über 2023 hinaus sinnvoll erscheint. Zwar ist der FC im DFB Pokal-Achtelfinale gegen den Hamburger SV ausgeschieden, hat das Saisonziel Klassenerhalt allerdings frühzeitig erreicht. Mehr noch: Der 1. FC Köln befindet sich in der Liga (40 Punkte, Platz sieben) im Höhenflug und visiert derzeit die internationalen Plätze an. Zum Vergleich: Auch unter Erfolgstrainer Peter Stöger, der 2016/17 mit den Geißböcken in die Europa League einziehen konnte, hatte man nach 27 Spieltagen 40 Zähler.

#2: Spieler des 1. FC Köln ziehen unter Baumgart voll mit

Die Spieler loben Baumgarts Arbeitsmoral und feiern seine taktische Ausrichtung. Vor allem ist es ihm gelungen, jeden Spieler im Kader von dem eingeschlagenen Weg zu überzeugen. So herrscht auch bei den Einwechselspielern trotz weniger Einsatzzeiten keine schlechte Stimmung, wie beispielsweise Reservist Kingsley Ehizibue jüngst verriet: „Zurzeit macht es sehr viel Spaß. Nicht nur für die Mannschaft, sondern die gesamte Stadt Köln. […] Der Coach formt mit seinem Trainerteam die Mannschaft. Ich habe sehr großen Respekt vor Steffen Baumgart und seiner Leistung.“ Zudem verhalf Baumgart einigen Spieler dabei, ihr volles Potenzial zu erkennen und entsprechend abzuliefern: Benno Schmitz, Anthony Modeste – der mit 15 Saisontoren in Top-Form ist – oder Salih Özcan stiegen unter dem neuen FC-Trainer (wieder) zu echten Leistungsträgern auf.

#3: Unter Steffen Baumgart spielt der 1. FC Köln modernen Fußball

Zu lange hatte sich der 1. FC Köln unter vergangenen Trainern zum Ziel gesetzt, vorsichtig zu agieren und bloß keine Fehler zu machen. Seitdem Baumgart das Ruder in der Hand hat, ist damit Schluss. Der 50-Jährige kennt in seinem Spielsystem nur eine Methode – und die lautet Angriff. „Wir wollen Bälle im vorderen Drittel gewinnen und Tore daraus machen. Da kann es auch mal passieren, dass ein Ball durchkommt und der Stürmer allein auf unser Tor zuläuft. Dann muss ich trotzdem weiter den Mut haben. Wenn wir es in jedem Heimspiel in Köln schaffen, in jeder Halbzeit ein paar richtig gute Torchancen zu haben, wird es interessant.“ Knapp neun Monate später lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass dieses Vorhaben erfolgreich in die Tat umsetzt werden konnte.

#4: Steffen Baumgart nimmt kein Blatt vor den Mund

Egal, ob Corona-Pandemie, die Ukraine-Krise, die Baupläne am Geißbockheim oder seine spieltaktische Herangehensweise – Steffen Baumgart steht immer seinen Mann, tut seine Meinung kund und zeigt „klare Kante“. Hohle Phrasen, wie sie nach jedem Bundesliga-Spiel dutzendfach zu hören sind – nicht mit Steffen Baumgart. Genau so einen Typen hat der Verein gebraucht. Um beim FC etwas zu bewegen, braucht es starke Persönlichkeiten und keine, die sich in jeglicher Beziehung von der Masse treiben lassen.

#5: Ganz Köln liegt Steffen Baumgart zu Füßen

Steffen Baumgart genießt aufgrund seiner offenen, authentischen Art nach nicht mal einem Jahr Kultstatus in der Rheinmetropole. Im November veröffentlichte Schlagersänger Lorenz Büffel sogar einen Baumgart-Song. Dass eine Stadt ihren neuen Trainer so schnell ins Herz schließt, ist keineswegs selbstverständlich. Das letzte Mal, dass ein Trainer bei den FC-Fans derartige Gefühle auslöste, war beim Comeback von Christoph Daum im November 2006. Die ansprechenden Ergebnisse gepaart mit einer großen Portion Ehrlichkeit und Sympathie haben es den Anhängern und den Profis auf dem Feld allerdings auch leicht gemacht, Baumgart ins Herz zu schließen.

#6: Steffen Baumgart kann Köln

Vor Saisonbeginn fragten sich viele, wie würde sich Steffen Baumgart in einer Stadt wie Köln zurechtfinden, in der jeder Einwohner eine Meinung zum 1. FC Köln hat und sie auch äußert. Einer Stadt, in der ein FC-Trainer nicht nur gern gesehener Gast bei den verschiedensten Anlässen, sondern auch begehrter Stichwortgeber zu allen erdenklichen Themen ist. Tatsächlich erscheint Steffen Baumgart im Verlauf der Saison gefühlt auf allen Kanälen. Doch die mediale Wucht, die da auf ihn einprasselt, wirft ihn nicht aus der Bahn. Weil er nie die sportlichen Ziele aus den Augen verliert, Ergebnisse stets sachlich einordnet und relativiert. Sich von grassierenden Europapokal-Träumen und „Steffen Baumgart wird Kanzler“-Stadiongesängen nicht aus der Spur bringen lässt. Inzwischen ist auch der letzte Skeptiker überzeugt: Steffen Baumgart kann Köln.

#7: Kontinuität bei allen handelnden Personen

Der 1. FC Köln hat gerade beide Geschäftsführer-Posten neu besetzt. Eine langfristige oder sogar gänzlich unbefristete Vertragsverlängerung mit Steffen Baumgart, hätte Planungssicherheit für die nächsten Jahre zur Folge – immer vorausgesetzt, die sportliche Entwicklung ist gewährleistet. Mit Steffen Baumgart hat man einen Trainer, der eine hohe Identifikation mit dem Club mitbringt und dessen Philosophie zum 1. FC Köln passt, wie Topf und Deckel. Die Möglichkeit, mit Baumgart in Köln ein langfristiges Modell wie der SC Freiburg mit Christian Streich zu etablieren, klingt verlockend.

1. FC Köln: Verein will den Trainer halten – Steffen Baumgart will bleiben

Dass der Vertrag von Steffen Baumgart im Sommer 2023 ein jähes Ende findet, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht wahrscheinlich. Die Gründe lieferte der Taktik-Fuchs im Januar dieses Jahres selbst: „Wenn der Verein das gerne möchte, dann können wir gerne über eine Verlängerung sprechen. Ich jedenfalls habe nicht vor, bald meine Sachen zu packen.“

Auch der am 1. April scheidende Interims-Sportchef Jörg Jakobs – der durch Christian Keller abgelöst wird – erklärte die Vertragsverlängerung von Steffen Baumgart kürzlich zur wichtigsten Aufgabe: „Die Personalie des Trainers genießt höchste Priorität. Christian Keller weiß, dass es das große Thema sein wird.“ Ob es dann ein Vertrag ohne datiertes Ende sein wird, wie ihn Präsident Werner Wolf zuletzt in Aussicht gestellt hatte, ist völlig offen. Auch Steffen Baumgart selbst sagt dazu: „Ich beschäftige mich mit solchen Themen nicht. Dafür bin ich zu sehr im Hier und Jetzt. Wichtig ist, dass ich jeden Tag hier hinkomme und meine Arbeit machen will. Alles andere ergibt dann die Zeit.“ (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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