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1. FC Köln suspendiert Ondrej Duda – Abschied im Sommer?

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Von: Max Dworak

Ondrej Duda steht bei starkem Regenfall auf dem Rasen und wischt sich mit dem Trikot durch das Gesicht.
Ondrej Duda hat derzeit keinen leichten Stand beim 1. FC Köln. © MIS/Imago

Nach einem Zwischenfall hat der 1. FC Köln Ondrej Duda zunächst für eine Woche suspendiert. Ob der Spieler nochmals für die Geißböcke spielen wird, ist ungewiss.

Köln – Rumms! Am Sonntagmittag griff der 1. FC Köln bei Ondrej Duda hart durch und suspendierte den slowakischen Internationalen für diese Woche vom Training. Was genau vorgefallen ist, darüber schweigen alle Beteiligten bis dato. Laut Verantwortlichen des Vereins habe der Spieler „seine Interessen über die Belange der Mannschaft gestellt“. Unter Steffen Baumgart kommt der Dribbelkünstler auch abseits dieses Vorfalls nicht in Schwung. Ein Abschied aus Köln war wohl selten wahrscheinlicher.

1. FC Köln: Mark Uth läuft Ondrej Duda den Rang ab

Ausreichend Spielzeit, um sich zu beweisen, erhielt Duda in dieser Saison zur Genüge: Von 31 möglichen Partien bestritt der 27-Jährige 29 Stück – davon 20 in der Startelf – und kommt in der Summe auf eine Einsatzzeit von 1.611 Minuten in der Bundesliga. Bei einem genaueren Blick auf die Zahlen fällt allerdings auf, dass Duda davon nur vier Mal über 90 Minuten auflief. Seine Scorerwerte aus der laufenden Spielzeit lassen erahnen, weshalb der Spielmacher regelmäßig nur noch die zweite Geige spielt: Magere zwei Treffer erzielte der Königstransfer der vergangenen Saison erst unter Baumgart, eine Vorlage gelang ihm erst gar nicht.

In der internen Rangordnung hat sich mittlerweile Mark Uth an Duda vorbeigeschoben. Der Offensiv-Allrounder – vor wenigen Monaten noch unzufrieden mit seiner Torausbeute – spielt seit Wochen stark auf und steuerte in den letzten drei Pflichtspielen fünf Torbeteiligungen bei. Ein weiterer Grund dafür, weshalb derzeit persönliche Unzufriedenheit bei Duda herrscht.

1. FC Köln: Alles für das Kollektiv

Der bodenständige Steffen Baumgart hält nichts von Starallüren. Dies stellte er zuletzt unmissverständlich klar, als er zum Thema „Neuzugänge im Sommer“ befragt wurde: „Wenn wir einen Spieler ansprechen, ob er sich vorstellen kann für uns zu spielen, dann muss derjenige genau wissen, worum es geht und welche Parameter hier angesetzt werden. Dazu gehört, dass du nicht als Stammspieler kommst. Dazu gehört, dass du hier nicht dein Spiel spielst, sondern unser Spiel spielst.“

Duda, der mit sieben Millionen Euro Ablöse der viertteuerste Spieler der Vereinsgeschichte ist und darüber hinaus zu den Top-Verdienern beim FC zählt, ist nun womöglich genau in dieses Fettnäpfchen getreten. Nach dem Bielefeld-Sieg der Kölner soll der Slowake seinem Unmut Luft gemacht haben – das Echo ließ nicht lange auf sich warten. Zur Suspendierung seines Schützlings sagte Baumgart: „Der Verein steht über allem, wir alle haben uns dem unterzuordnen.“ Zweifelsohne gilt die Devise: Erst die Mannschaft, dann die Spieler.

Baumgart unzufrieden mit Leistungen von Duda

Bereits in der Vergangenheit machte Baumgart keine Hehl daraus, dass er mit den Auftritten von Duda nicht gänzlich einverstanden war: „Der Junge kann so viel und bringt nicht immer alles zu 100 Prozent auf den Platz. […] Ich bin in der jetzigen Situation zu 90 Prozent zufrieden mit ihm. Zehn Prozent stecken noch in ihm, die uns dann alle noch stärker machen.“ Auch von Dudas Kabinettstückchen – darunter beispielsweise ein misslungener Hackentrick im Hinrundenspiel gegen den FC Bayern München – hielt Baumgart in der Vergangenheit wenig bis gar nichts.

Ondrej Duda: Abflug nach Italien?

Nun stehen die Zeichen bei Ondrej Duda und dem 1. FC Köln ein Mal mehr auf Trennung. Schon im Januar berichteten einige Sportblätter von einem Interesse aus Italien. Der Erstligist FC Genua und Stadtrivale Sampdoria sollen zumindest mal vorsichtig angeklopft haben. Noch hat der Zehner der Domstädter einen Vertrag bis Sommer 2024 – ein Abgang würde dem FC also definitiv eine Ablösesumme bescheren. Unwahrscheinlich ist allerdings, dass dabei auch nur annähernd die gleiche Summe in die Kasse gespült würde, welche die Kölner 2020 selbst an Hertha BSC Berlin überweisen hatten.

Nun hat Duda erst einmal Zeit, über sein Fehlverhalten nachzudenken. Obwohl der Ausnahmekönner am 32. Spieltag gegen den FC Augsburg nicht mit dabei sein wird, soll Baumgart weiterhin mit ihm arbeiten wollen. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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