Nach Bremen-Spiel

Systemwechsel beim 1. FC Köln: Macht Markus Gisdol aus der Not eine Tugend?

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Markus Gisdol (rechts) und Co-Trainer Frank Kaspari (links) werden sich nun wohl einige Gedanken zur taktischen Aufstellung des FC machen.
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Nach dem Spiel gegen Bremen stellt sich für Markus Gisdol unerwarteterweise die „Systemfrage“. Darum könnte die Viererkette beim FC nun doch funktionieren.

Köln – Der 1. FC Köln musste im Heimspiel gegen Werder Bremen auch etwas notgedrungen in einer recht unterschiedlichen Startformation auflaufen. Neben dem Personalwechseln entschied sich FC-Trainer Markus Gisdol aber unerwarteterweise auch für den Umstieg der Fünfer- auf einer Viererkette. Auch ohne Sieg ging das durchaus auf und könnte für die kommenden Spiele weiterhin eine gute Option sein.

Systemwechsel beim 1. FC Köln: Werder-Trainer Kohfeldt überrascht – Markus Gisdol zufrieden

Die Umstellung bei den Geißböcken kam letztlich wohl für alle etwas überraschend, was auch die Reaktion von Werder Bremen-Trainer Florian Kohfeldt zeigte: „Ich bin ehrlich, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte der Übungsleiter vor der Partie bei Sky. Der Grund dürfte klar sein: In dieser Saison hatte sich der 1. FC Köln mit einer Viererkette bisher nicht besonders mit Ruhm bekleckert. Nicht nur gelang in dieser Formation noch kein einziger Sieg, sondern es setzte beim letzten Mal auch eine blamable 0:5-Pleite gegen den SC Freiburg.

Auch der FC-Kader schien generell besser auf die ansonsten praktizierte Fünferkette zu passen, jedoch war gegen Bremen nun die klassischere Variante mit vier Verteidigern von Erfolg gekrönt. Markus Gisdol sah das ähnlich und zeigte sich nach der Partie im RheinEnergie-Stadion durchaus zufrieden: „Heute haben wir gedacht, dass wir mit einer flachen Viererkette einen guten Spielaufbau hinbekommen. Das hat gut funktioniert“. Infolgedessen scheint der FC-Trainer auch Zukunft nicht mehr abgeneigt, diese wieder häufiger zu nutzen: „Es ist durchaus eine Option, dass wir das in den nächsten Wochen immer mal wieder spielen“.

1. FC Köln: Notgedrungener Wechsel mit nachhaltiger Wirkung? Diese Vorteile hat die Viererkette

So unerwartet die Umstellung von Gisdol auch kam, zeigten sich doch gleich einige Vorteile im Spiel des 1. FC Köln. Erst einmal gab es mehr Spieler im Mittelfeld der Geißböcke, da sich die Außenstürmer weniger auf die Defensivarbeit konzentrieren mussten. Im Zuge dessen rollte der Ball deutlich besser, weshalb man mehr Spielkontrolle und einen besseren Spielaufbau hatte. „Das hat uns gutgetan“, meinte auch Markus Gisdol anschließend. Davon profitierte unter anderem Max Meyer besonders, der sich durchaus erfolgreich als Spiel-Lenker austoben durfte. Genau darin hat der ehemalige Schalker auch seine größten Stärken.

Da die Außenspieler etwas weiter vorrücken konnten, gab es bei Offensivaktionen der Kölner auch mehr Raum für die quasi neuen Links- und Rechtsverteidiger. Das wirkte sich darin aus, dass deutlich mehr Flanken (35 Stück) ihren Weg ins Sturmzentrum fanden. Jedoch waren deren Wirkung aufgrund eines fehlenden Abnehmers letztlich noch eher mäßig. Immerhin könnte wohl der Langzeitverletzte Sebastian Andersson da bald Abhilfe schaffen.

Zu guter Letzt ist der FC mit einer Viererkette nicht mehr so stark von Ausfällen in der Innenverteidigung betroffen. So hatten sich in dieser Saison gerade die zentralen Abwehrspieler der Kölner immer wieder verletzt, zurzeit fehlt beispielsweise auch noch Abwehrchef Sebastiaan Bornauw. Denn zwar braucht der FC mit einer Viererkette theoretisch einen Abwehrspieler mehr, jedoch öffnet diese auch neuen Personaloptionen. Denn ein Noah Katterbach fühlt sich zwar als Innenverteidiger oder Außenspieler eher unwohl, konnte aber gegen Werder Bremen als klassischer Linksverteidiger mehr als überzeugen. Es bleibt festzuhalten, dass Markus Gisdol nun wahrscheinlich nicht komplett umsteigen wird, sich dem FC nun aber eine neue taktische Möglichkeit bietet. Gerade im Abstiegskampf könnte das noch Gold wert sein. (os)

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