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1. FC Köln: Thomas Kessler möchte von Europa League nichts wissen

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Von: Max Dworak

Thomas Kessler sitzt auf der Tribüne am Geißbockheim.
Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspieler-Abteilung des 1. FC Köln, will noch nicht von Europa träumen. © Herbert Bucco/Imago

Der 1. FC Köln spielt eine herausragende Saison und befindet sich im obersten Drittel der Tabelle. Dennoch ist das Ziel laut Thomas Kessler der Klassenerhalt.

Köln – Kaum jemand hätte es vor der Saison für möglich gehalten, dass der 1. FC Köln nach 18 Spieltagen auf dem sechsten Tabellenplatz in der Bundesliga steht. Dieser Ist-Zustand sorgt bei den heimischen Fans natürlich für viel Euphorie, in den sozialen Netzwerken ist bereits wieder – ob scherzhaft gemeint, oder nicht – die Rede von der Europa League. Lizenzspieler-Leiter und Ex-Profi Thomas Kessler bittet die Anhänger dennoch um Ruhe und Geduld.

1. FC Köln: Die beste Bundesliga-Saison seit fünf Jahren

Neu-Trainer Steffen Baumgart flößte dem Kölner Fußball nicht nur neues Leben, sondern ebenso Erfolg ein. Mit 28 Punkten nach 18 Bundesliga-Partien ist das selbsterklärte Ziel „Klassenerhalt“ – im positiven Sinne – gefühlte Lichtjahre entfernt. Der sechste Platz, auf dem der 1. FC Köln aktuell verweilen, wäre gleichbedeutend mit dem Eintrittsticket für die neu geschaffene UEFA Europa Conference League. Der zum Start dieser Saison ins Leben gerufene, dritte internationale Wettbewerb, würde neben einer zusätzlichen Einnahmequelle auf der anderen Seite eine höhere Spielbelastung für den ohnehin eng getakteten Kalender der FC-Profis bedeuten.

Steffen Baumgart scheint prinzipiell nicht viel von der zunehmenden Internationalisierung im Klub-Fußball zu halten, wie einem Statement der letzten Tage zu entnehmen ist: „Ich habe noch kein Spiel der Conference League gesehen. Ich frage mich, wie es sein kann, dass Klubs aus der Champions League fliegen und jetzt die Chance bekommen, die Europa League zu gewinnen.“

Dennoch ist klar: Der 1. FC Köln spielt die beste Saison seit 2016/17. Zum Vergleich: Damals hatte der FC zwar 29 Punkte, befand sich aber „nur“ auf dem siebten Rang in der Liga. In jener Spielzeit schaffte es Peter Stöger am Ende, mit dem 1. FC Köln in die UEFA Europa League einzuziehen. Gegen Schwergewichte wie den FC Arsenal – damals mit Lukas Podolski im Kader – setzte jedoch schnell die Ernüchterung ein. So flogen die Geißböcke zunächst in der Gruppenphase aus dem europäischen Wettbewerb und stiegen zum Saisonende in die 2. Bundesliga ab.

Thomas Kessler: „Keine Parallelen“ zur Saison 2016/17

Für Thomas Kessler gibt es sowieso keine Gründe, die dazu führen könnten, dass der Bundesligist übermütig wird. Vor fünf Jahren habe der Verein unter ganz anderen Umständen agiert, so der ehemalige Torhüter: „Das ist eine komplett andere Geschichte. Wir kommen aus einem extrem schwierigen Jahr. Wir sind sehr froh, dass wir dieses Jahr Bundesliga spielen können. Da gibt es keine Parallelen. Es ist eine andere Mannschaft, wir sind komplett anders aufgestellt“, sagte der 35-Jährige dem GEISSBLOG. „Vor dem 34. Spieltag brauchen wir nicht über Europa reden, weil das keinen Sinn ergibt. Wir sollten demütig bleiben und gucken, wo wir herkommen. Vor der Saison hätte uns keiner zugetraut, zum jetzigen Zeitpunkt 28 Punkte zu haben. Wir haben viele kluge Köpfe in der Mannschaft, die das einordnen können“, so der Funktionär weiter.

Diesen Aussagen verdeutlichen, mit wie viel Vorsicht der 1. FC Köln – beziehungsweise die Klub-Verantwortlichen – den derzeitigen Erfolg bewerten. Angesichts der Tatsache, dass der FC Bayern München am Wochenende ins RheinEnergie-Stadion kommt, ist sportlicher Realismus die beste Herangehensweise. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

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