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Timo Horn: Vom Unglücksraben zum Matchwinner – darum ist er für den 1. FC Köln aktuell so wichtig

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Von: Peter Stroß

Timo Horn steht im Tor des 1. FC Köln
Timo Horn präsentierte sich zuletzt in Topform. © Imago Images / Maik Hölter (TEAM 2)

Dicke Patzer, unsicheres Auftreten – vor wenigen Wochen stand Timo Horn vom 1. FC Köln massiv in der Kritik. Nun ist er so wertvoll wie lange nicht mehr.

Köln – Als Timo Horn 2002 in die Jugendabteilung des 1. FC Köln wechselte, konnte er noch nicht ahnen, was er 18 Jahre später bei diesem Verein schon alles erlebt haben würde. Auf- und Abstiege, die sensationelle Europa-League-Teilnahme – es war eine intensive Zeit, nicht nur für den 1. FC Köln, sondern auch für Timo Horn.

Und auch die Spielzeit 2020/21 entpuppt sich für den gebürtigen Kölner als echte Achterbahnfahrt der Gefühle. Denn zu Beginn der Saison strauchelte nicht nur die Elf von Markus Gisdol, sondern insbesondere ihr nomineller Rückhalt gewaltig. Horn musste sich einmal mehr einiges anhören, zudem übte der vor der Saison verpflichtete ehemalige Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler zusätzlichen Druck auf den Stammkeeper aus.

1. FC Köln: Taktische Umstellung und das Quäntchen Glück – die Gründe für den Leistungsschub

Doch das Fußballgeschäft ist bekanntlich ein schnelllebiges – und Timo Horn aktuell einer der Hauptverantwortlichen für den Aufschwung des Effzeh. Der Torhüter, der seit dem Fehlen von Jonas Hector die Kapitänsbinde trägt, übernimmt Verantwortung und hat sich überraschend schnell aus seinem persönlichen Loch gekämpft.

Geholfen hat dabei sicher die Umstellung von Markus Gisdol auf ein 3-5-2-System. „Die Ausrichtung ist ein Stück weit defensiver. Das kommt mir als Torwart entgegen“, erklärt Horn auf der Vereinsseite. Zudem zwang der Trainer seinen Torhüter quasi indirekt dazu, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Zum einen vertritt Horn den verletzten Jonas Hector seit Wochen als Kapitän, zum anderen ist er aufgrund des Trends zu jungen Spielern einer der, wenn nicht sogar der älteste FC-Akteur auf dem Feld. Seine neue Rolle hat Timo Horn nicht nur angenommen, sondern regelrecht beflügelt. „Ich weiß, dass nach viel Regen auch wieder Sonnenschein kommt. Es gibt immer Phasen, in denen es nicht so läuft. Dann muss man sich raus arbeiten. Das habe ich gemacht. Ich bleibe fokussiert und konzentriert. Das ist entscheidend“, sagt der Keeper.

Timo Horn: In der Bundesliga besser als Manuel Neuer und Yann Sommer

Das Resultat kann sich sehen lassen: Trotz offensivstarker Gegner kassierte der FC nur drei Gegentore in den letzten drei Spielen. Mit teils sensationellen Paraden und starken Reaktionen in Eins-gegen-Eins-Duellen sicherte Kölns Nummer Eins maßgeblich gleich mehrfach die Punkte.

Mit einer Paradenquote von 68,0 Prozent liegt er mittlerweile sogar vor namhaften Torhütern wie Yann Sommer (61,9 Prozent) oder Manuel Neuer (61,4 Prozent). Das Wichtigste allerdings: Die Ausstrahlung des 1,92-Meter großen Rückhaltes stimmt wieder. Timo Horn wirkt endlich wieder wie der Rückhalt, der er viele Jahre lang war.

Fans des 1. FC Köln wählen Timo Horn zum Spieler des Spiels

Kein Wunder, dass er nun auch wieder die Fan-Liebe genießt: Nach dem Auswärtssieg in Mainz wählten die FC-Fans Timo Horn zum Spieler des Spiels. Für den „kölschen Jung“ ist das eine besondere Auszeichnung und Balsam für die Seele.

Der Keeper blickt nun voller Selbstbewusstsein auf das Rhein-Derby gegen Bayer 04 Leverkusen im RheinEnergie-Stadion (16.12., 20:30 Uhr). Ob er dort mit oder ohne Binde auflaufen wird, macht für ihn keinen Unterschied: „Ich brauche sie nicht, um Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen.“ Klingt ganz danach, als könnte Timo Horn aktuell nichts so schnell aus der Bahn werfen. (ps)

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