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„Schwierige Burschen aussortiert“ – FC-Trainer Baumgart kritisiert DFB-Nachwuchsarbeit

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Steffen Baumgart beim Trainingsauftakt des 1. FC Köln in Vorbereitung auf die Bundesligasaison 2021/22.
Steffen Baumgart ist vor kurzem als Trainer des 1. FC Köln gestartet. © Future Image/Imago

Falsche Auswahl-Kriterien und Prioritäten: FC-Trainer Steffen Baumgart hat Kritik an der Nachwuchsarbeit des DFB geäußert. Auch bei der EM hätte er Einiges anders gemacht.

Köln/Bielefeld – Bundesliga-Trainer Steffen Baumgart hat bei der Nachwuchsarbeit im deutschen Fußball zu viel Stromlinienform kritisiert. „Für die Zukunft müssen wir dringend unser Nachwuchskonzept überdenken“, schrieb der Trainer des 1. FC Köln in seiner EM-Kolumne im Westfalen-Blatt. „Mein Eindruck: Schwierige junge Burschen werden aus Bequemlichkeit aussortiert statt richtig gefördert.“

Baumgart selbst legt großen Wert auf eine offensive und schöne Spielweise. Generell möchte der Trainer beim FC auch erstmal jedem eine Chance geben. Dass seine Aufgabe in Köln alles andere als einfach wird, sieht der 49-Jährige selbst so. So bezeichnete er zum Trainingsstart den FC als „größte Aufgabe meiner Karriere“.

Steffen Baumgart kritisiert DFB: Auswahl-Kriterien beim Nachwuchs falsch – Sterling als Positiv-Beispiel

Der 49-Jährige mahnt falsche Auswahl-Kriterien und Prioritäten an. „Qualität ist für mich nicht, wenn einer fünfmal mit dem Ball jonglieren kann. Qualität ist, wer sich durchsetzen kann und fünf Gegner umspielt“, schrieb Baumgart. „Ein Fußballspiel gewinne ich über Mentalität und Laufbereitschaft.“

Als Beispiel nannte er den Engländer Raheem Sterling, „der für mich der bislang beste Spieler dieses Turniers ist. Der führt unzählige Zweikämpfe und zieht immer wieder Sprints an. Manchmal heult er mir auch ein bisschen viel auf dem Platz rum, aber der Junge hat die richtige Einstellung. Die hat er auch beim 1:0 gegen Deutschland gezeigt. Aber diese Tugenden werden bei uns gar nicht mehr eingefordert.“

Steffen Baumgart kritisiert DFB: EM-Ergebnis nicht schlecht – aber FC-Trainer sieht falsche Entscheidungen

Trotz des Ausscheidens im Achtelfinale gegen die Engländer hätte Deutschland aber „keine schlechte EM gespielt“, schrieb der Ex-Paderborner: „Auch wenn die vielen Schlaumeier in den so genannten Expertenrunden etwas anderes behaupten. Von denen hätte es keiner besser gemacht.“

Trotzdem seien „verschiedene Diskussionen, die jetzt geführt werden, notwendig und richtig. Für mich war unsere Dreierkette von Beginn an der falsche Weg. Sie wurde zwar nach dem Sieg über Portugal bejubelt, hat uns aber überhaupt nicht nach vorne gebracht“, sagte Baumgart. „Auch ich hätte Joshua Kimmich lieber in der Zentrale gesehen, nicht auf der rechten Außenbahn.“ (os mit dpa)

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