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1. FC Köln: Vereinslegende Hans Schäfer wäre heute 94 Jahre geworden

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Von: Max Dworak

Hans Schäfer ist beim 1. FC Köln bis heute einer der verehrtesten Spieler aller Zeiten.
Hans Schäfer ist beim 1. FC Köln bis heute einer der verehrtesten Spieler aller Zeiten. © Ferdi Hartung/Imago

Am 7. November 2017 starb Hans Schäfer im Alter von 90 Jahren. „De Knoll“ gilt als erster Superstar des 1. FC Köln, der dem Klub zu Ruhm und Titeln verhalf.

Köln – Der 19. Oktober ist beim 1. FC Köln ein heiliges Datum. An diesem Tag des Jahres 1927 erblickte ein Junge im Kölner Stadtteil Zollstock das Licht der Welt, der beim Traditionsklub einiges bewegen sollte. Der Name Hans Schäfer, außerhalb des Kölner Kosmos besonders durch die Südkurve im RheinEnergie-Stadion bekannt, steht für die erste goldene Ära des Traditionsklubs: Eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht.

1. FC Köln: Hans Schäfer schießt Klub in die Oberliga West

Bereits in jungen Jahren entdeckt Vater Hugo das fußballerische Talent seines Sohnes und fördert den Jungen, so gut es geht. Der erste Jugendverein des späteren Weltmeisters, Rot-Weiss Zollstock, erkennt seine Offensivqualitäten schnell. Im Alter von 16 Jahren, da hat Hans gerade die Friseurlehre im elterlichen Salon abgeschlossen, geht es für ihn zunächst zur Wehrmacht, wo er ein Jahr als Flakhelfer im 2. Weltkrieg dient.

Im Jahr 1948 unterschreibt der Linksaußen seinen ersten Profi-Vertrag, als er sich dem damals frisch gegründeten 1. FC Köln anschließt. Bis zum Startschuss der Fußball-Bundesliga sollen noch etwa 14 Jahre vergehen. Ein Jahr nach der Ankunft von Hans Schäfer kickt der FC ab 1949 in der Oberliga West, zu seiner Zeit die höchste deutsche Spielklasse. Der Aufstieg, den man auch dank der 19 Tore des Neuzugangs schafft, soll allerdings erst der Anfang von etwas ganz Großem sein.

Das ist FC-Legende Hans Schäfer

(Quellen: transfermarkt.de; Die Helden des 1. FC Köln)

Geburtsdatum: 19.10.1927

Todestag: 7.11.2017

Vereine: Rot-Weiss Zollstock (1937-1948); 1. FC Köln (1948-1965)

Leistungsdaten für den 1. FC Köln: 711 Spiele (inkl. Freundschaftspartien) / 501 Tore

Länderspiele: 39 Spiele/15 Tore (1952-1962) für Deutschland

Titel: Meister Oberliga West (1954, 1960, 1961, 1962, 1963); Deutscher Meister Bundesliga (1964);
Weltmeister 1954

individuelle Auszeichnungen: Torschützenkönig Oberliga West (1953, 1954); Deutschlands Fußballer des Jahres (1963)

1. FC Köln: Der erste Titel in der Oberliga West

In der Oberliga West wirbelt der dribbel- und torgefährliche Offensivspieler nach Lust und Laune, sein späterer Nationaltrainer Sepp Herberger nennt ihn im Buch Die Helden des 1. FC Köln den „zielstrebigsten Linksaußen, den Deutschland je hatte“. Zweifelsohne ist Hans Schäfer von Beginn an der Schlüssel zum Erfolg in der Liga und schießt den FC mit seinen 17 Toren in der ersten Saison auf Platz fünf der Abschlusstabelle.

Spielertrainer Hennes Weisweiler, ebenfalls heute als Vereinsikone verehrt, schafft es, dem Rohdiamanten den letzten Feinschliff zu verpassen. So gelingt es dem Effzeh in der Saison 1953/54 erstmals, die Meisterschaft nach Köln zu holen. „De Knoll“ kann in dieser Spielzeit – sowie schon in der vorausgegangenen – 26 Treffer beisteuern und ist spätestens fortan das Gesicht des Vereins.

Hans Schäfer und das Wunder von Bern 1954

Hans Schäfer (zweiter von links) feiert mit seinen Teamkollegen den ersten WM-Titel in Bern.
Hans Schäfer (zweiter von links) feiert mit seinen Teamkollegen den ersten WM-Titel in Bern. © Pressefoto Baumann/Imago

Am 9. November 1952 darf der 25-Jährige erstmals für die deutsche Nationalmannschaft beim 5:1-Sieg gegen die Schweiz unter Coach Sepp Herberger auflaufen. Der Stürmer weiß gleich von Beginn an zu überzeugen und kann zweifach treffen. Fünf Länderspiele und drei Tore später steht Hans Schäfer am 17. Juni 1954 bei seinem ersten WM-Endrundenspiel auf dem Rasen und darf den 4:1-Erfolg seines Teams – inklusive selbst erzieltem Ausgleichstreffer zum 1:1 – gegen die Türkei feiern.

Weitere fünf Partien danach steht die deutsche Nationalmannschaft am 4. Juli 1954 im Endspiel gegen Titelfavorit Ungarn. In einem hart umkämpften Spiel passiert schließlich das absolut Unerwartete: In der 84. Spielminute flankt Hans Schäfer einen Ball in den gegnerischen Strafraum, der misslungene Abwehrversuch der Ungarn landet am 16er bei Helmut Rahn – der Rest ist Geschichte. Nach 90 Minuten gewinnt der als absoluter Underdog in die Schweiz gereiste Deutsche Fußball Bund seinen ersten Weltmeisterschaftstitel – auch dank eines bärenstarken Hans Schäfer. Auch nach dem WM-Sieg denkt der „Kölsche Jung“ in den Danksagungen an seinen Verein und adelt seinen ehemaligen Kölner Trainer: „Ohne Hennes [Weisweiler; Anm. d. Red.], wäre ich nie Weltmeister geworden.“

1. FC Köln: Deutsche Meisterschaft und Schäfers Karriereende

Nach der WM-Endrunde kann Hans Schäfer national erst wieder am Ende der Saison 1959/1960 mit dem 1. FC Köln jubeln und sich seine zweite Meisterschaft sichern. In den darauffolgenden Jahren haben die Domstädter dann Blut geleckt und werden bis zur Gründung der Fußball Bundesliga zur Spielzeit 1963/64 noch drei weitere Male Erster in der Oberliga West. Bis zur Auflösung der Oberliga West sammelt Hans Schäfer fünf Meisterschaften und erzielt saisonübergreifend in 356 Spielen unglaubliche 223 Tore für den 1. FC Köln (Quelle: sport.de).

Hans Schäfer steht in der Menge und hält die Meisterschale in die Luft.
Hans Schäfer gewinnt mit dem 1. FC Köln die erste deutsche Meisterschaft in der Saison 1963/64. © Ferdi Hartung/Imago

In der neuen, obersten deutschen Spielklasse sind die Kölner der Konkurrenz um Längen voraus und so krönt sich Hans Schäfer – wie auch der 19-jährige Wolfgang Overath – mit den Domstädtern im Mai 1964 zum ersten Bundesliga-Meister überhaupt. Selbstverständlich fehlen auch individuelle Auszeichnungen – wie etwa die Wahl zum Fußballer des Jahres 1963 – nicht in der Vita der Kölner Legende.

Hans Schäfer gibt BVB-Kapitän Gerd Cyliax bei seinem letzten Spiel für den 1. FC Köln die Hand.
Mach et joot: Hans Schäfer, hier beim Shakehand mit BVB-Kapitän Gerd Cyliax, bei seinem letzten Spiel für den 1. FC Köln. © Horstmüller/Imago

Am 15. Mai 1965, beim 2:2-Unentschieden gegen Borussia Dortmund, erzielt der Ausnahmekönner nicht nur seinen letzten Treffer für den 1. FC Köln, sondern hängt seine Fußballschuhe anschließend endgültig an den Nagel. Für viele Fans der Geißböcke ist Hans Schäfer – laut FC-Statistik mit insgesamt 711 Spielen und 501 Toren – die vielleicht prägendste Figur der Klubgeschichte. Dank der eingangs erwähnten, gleichnamigen und deutschlandweit bekannten Südtribüne, hat er zudem im RheinEnergie-Stadion eine lebendige Gedenkstätte, die ihresgleichen sucht. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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