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1. FC Köln nach Niederlage gegen Stuttgart wieder mitten im Abstiegskampf – Heldt geht in die Offensive

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Von: Oliver Schmitz

Kölns Marius Wolf geht vom Platz nach FC-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart
FC-Offensivspieler Marius Wolf war nach der Partie gegen Stuttgart mehr als bedient. © picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

Nach einem uninspirierten Auftritt gegen den VfB Stuttgart steckt der 1. FC Köln wieder mitten im Abstiegskampf. Erkenntnisse aus der siebten Bundesliga-Heimpleite.

Köln – Noch vor kurzem schien es fast schon so, als ob der 1. FC Köln sich langsam aber sicher vom Bundesliga-Abstiegskampf verabschieden würde. Ein Trugschluss, wie sich spätestens jetzt herausstellte. Nach einer Offensivverweigerung verlor der FC gegen den VfB Stuttgart knapp mit 0:1. Dadurch gingen die Kölner nun bereits zum siebten Mal in dieser Saison als Verlierer vom Platz im heimischen RheinEnergie-Stadion.

1. FC Köln: Offensivversagen kommt teuer zu stehen – Konkurrenz sitzt im Nacken

Noch vor zwei Wochen schien sich die Bundesliga-Saison des 1. FC Köln endlich auf einem guten Weg zu befinden. Nach dem überraschenden Derby-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach, hatten die Kölner einen komfortablen 8-Punkte-Abstand auf einen Abstiegsplatz und waren nur einen Punkt von Platz 11 entfernt. Doch zwei Niederlagen später sieht die Welt wieder ganz anders aus. Mainz 05 und somit auch der direkte Abstiegsplatz ist wieder bis auf vier Punkte herangerückt, auch Hertha BSC und Arminia Bielefeld sind nur drei Punkte hinter den Kölnern. Letztere haben sogar noch ein Spiel weniger absolviert. Die Luft im Tabellenkeller ist aus wieder deutlich knapper geworden.

Als wäre das nicht genug, bereitet gerade das Angriffsspiel der Geißböcke zunehmend Sorgen. In den letzten elf Bundesliga-Partien blieb der FC ganze acht Mal ohne eigenen Treffer. Das ist nicht Erstliga-tauglich und rächt sich allmählich. Nicht nur kreiert man zu wenig zwingende Chancen, sondern weiß die wenigen auch noch kaum zu nutzen. Bestes Beispiel Emmanuel Dennis, der nach einem Traumpass von Max Meyer eine der besten Gelegenheit schlampig liegen ließ. Bei aller Eingewöhnungszeit, scheint der Neuzugang immer wieder kaum am Spiel der Kölner beteiligt zu sein.

1. FC Köln: Setzt Gisdol auf die falsche Strategie? – Horst Heldt hat die Schnauze voll

Nun stellt sich immer mehr die Frage, ob Markus Gisdol womöglich auf die falsche Spielstrategie setzt. So stabilisiert und verbessert sich zwar die Defensivarbeit der Kölner immer weiter, doch offensiv geht weiterhin kaum etwas. Fast schon ängstlich scheint der Ansatz des FC-Trainers. Denn offenbar geht es Gisdol vor allem darum hinten komplett sicher zu stehen, auch wenn dafür das Angriffsspiel leiden muss. Doch wenn man selbst konsequent nichts zum Spiel beiträgt, dann reicht auch schon mal ein einziger Fehler bei einer Standardsituation für eine Niederlage.

Das scheinen auch die FC-Profis zunehmend zu erkennen. Denn bei allem Eigenlob für die tolle Abwehrleistung, wird immer wieder das mangelnde Offensivspiel kritisiert. „Ich denke, wenn wir vor allem auch in der ersten Halbzeit mehr nach vorne gespielt hätten, wäre das Spiel offener gewesen. Das müssen wir uns ankreiden“, sagte beispielsweise Marius Wolf nach der Partie gegen Stuttgart.

Und was macht Horst Heldt? Der sucht erstmal die Flucht nach vorne und reagiert genervt auf die stetig aufkommenden Diskussionen über die gleichen Themen. „Mich wundert, dass Sie das wundert“, sagte der FC-Sportchef nach dem Stuttgart-Spiel auf die Frage eines Journalisten, warum bei den Niederlagen des FC immer wieder die gleichen Muster zu erkennen seien. „Man muss auch mal anfangen zu akzeptieren, dass wir Momente wie das Derby haben, aber auch Rückschläge wie in Frankfurt oder gegen Stuttgart. Das wird bis zum Ende gehen – und bis zum Ende heißt auch bis zum Ende. Wir sind nicht am 22. oder 23. Spieltag gerettet“. Dabei konnte sich Heldt anschließend auch einige Seitenhiebe auf die mediale Berichterstattung zum FC nicht verkneifen und sagte unter anderem: „Wir müssen damit umgehen und Sie müssen sich fragen, wie Sie damit umgehen und wie sie das begleiten.“ (os)

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