Neue Verteilung der TV-Gelder

Geldsegen nach Umverteilung? Warum der 1. FC Köln besonders vom neuen DFL-Beschluss profitiert

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Die Reform der TV-Gelder-Ausschüttung kommt dem 1. FC Köln zugute
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Die DFL will TV-Gelder in Zukunft fairer an die Profivereine ausschütten. Die neue Regelung sorgt bei FC-Finanzchef Alexander Wehrle für gute Laune.

  • Die DFL hat einen Beschluss zur Verteilung der Medienerlöse für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 gefasst
  • Der 1. FC Köln dürfte davon finanziell profitieren
  • FC-Finanzchef Alexander Wehrle freut sich über den neuen Beschluss

Köln – Die TV-Gelder in der Bundesliga werden ab der neuen Saison nach einem neuen Schlüssel verteilt. Neue Kriterien, andere Gewichtung – das am Montag beschlossene Papier zur Neuverteilung soll vor allem die kleinen und sportlich nicht so erfolgreichen Profivereinen begünstigen.

Doch was bedeutet das konkret? Im Fall des 1. FC Köln eine Menge. Denn die Geißböcke sind nach ersten Einschätzungen einer der größten Profiteure des hart umkämpften Deals. Ein genauer Blick auf den Verteilungsschlüssel zeigt, dass dem FC in den kommenden vier Spielzeiten ein paar Euro mehr zur Verfügung stehen dürften als bisher.

 Die vier Säulen – vor allem von zwei Änderungen profitiert der 1. FC Köln

Gleichverteilung“, „Leistung“, „Nachwuchs“, „Interesse“ – nach diesen vier Säulen errechnet sich ab der Saison 2021/22 der Betrag, der an die Klubs der 1. und 2. Bundesliga ausgespült wird. 53 Prozent der Einnahmen (ab 2023/24 50 Prozent), die sich jährlich auf über eine Milliarde Euro belaufen, werden in Zukunft auf alle Bundes- und Zweitligisten gleich aufgeteilt. Für die kommende Saison bedeutet das für die 18 Bundesligisten einen sicheren Betrag von 24,7 Millionen, die Zweitligisten dürfen sich über 6,9 Millionen Euro freuen.

Weitere 42 Prozent der Einnahmen (ab 2023/24 43 Prozent) werden nach dem Leistungsprinzip über verschiedene Fünf- bzw. Zehn-Jahres-Tabellen vergeben. Der Erfolg eines Klubs spielt also nach wie vor eine wichtige Rolle bei der Verteilung der TV-Gelder.

1. FC Köln: Trend zu jungen Spielern zahlt sich in Zukunft finanziell aus

Große Änderungen bringen allerdings die übrigen Kriterien im Schlüssel. Mit der dritten Säule „Nachwuchs“ wird nicht nur der Einsatz, sondern auch die Ausbildung von Spielern unter 23 Jahren honoriert. Zwar schlägt dieser Punkt nur mit drei (später vier) Prozent der Gesamtsumme zu Buche, statt bisher rund 24 Millionen Euro werden bis 2024/25 nach DFL-Rechnung aber immerhin knapp 50 Millionen Euro über diese Säule ausgeschüttet.

Der 1. FC Köln dürfte nicht nur angesichts seines hervorragenden Nachwuchsleistungszentrums einer der Gewinner dieser Klausel sein.  Hält Markus Gisdol am Trend zu jungen Spielern fest, klingelt die Kasse am Geißbockheim.  Und auch abgewanderte Kicker aus der FC-Talentschmiede könnten noch lukrativ werden. Für jede Einsatzminute von Spielern wie Florian Wirtz wird der Ausbilder-Verein in Zukunft vergütet.

Ausbau der Marke 1. FC Köln in Zukunft noch wichtiger

Die letzte und kleinste Säule des neu beschlossenen Papiers nennt sich „Interesse“ und honoriert die Strahlkraft der Vereine. Entscheidend ist das Interesse, das ein Klub in der Bevölkerung weckt. Ausschlaggebend ist hierbei die Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse. Zwei bzw. ab 2023/24 drei Prozent werden nach diesem Schlüssel verteilt. Ein Novum, von dem der 1. FC Köln – aktuell auf dem sechsten Rang in dieser Tabelle – mit seinen über 111.000 Mitgliedern und seiner großen Popularität besonders profitiert.

Kein Wunder also, dass Finanzchef Alexander Wehrle über den Beschluss des neunköpfigen DFL-Präsidiums sehr zufrieden ist.  „Für uns war in Zeiten der wirtschaftlichen Unsicherheit der Solidaritätsgedanke als Basis für die Gleichverteilung sehr wichtig“, sagt er gegenüber dem Geissblog. „Darüber hinaus haben wir uns für gezielte Impulse für eine nachhaltige Zukunft und gesellschaftliche Relevanz stark gemacht“, so Wehrle. (ps)

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