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1. FC Köln: Vorstand schließt Rücktritt aus – Top 10 der Bundesliga als Ziel

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Von: Oliver Schmitz

1.FC Köln VORSTAND VON LINKS: CARSTEN WETTICH, WERNER WOLF, ECKHARD SAUREN
Der Vorstand des 1. FC Köln besteht aktuell aus Präsident Werner Wolf (mittig), Carsten Wettich (links) und Eckhard Sauren (rechts). © Herbert Bucco/Imago

Der Vorstand des 1. FC Köln hat sich bei einem virtuellen Stammtisch den Fragen der Mitglieder gestellt. Die eigene Zukunft und der Sieben-Jahres-Plan waren Thema.

Köln – Rund eine Woche nach dem Ende der letzten Bundesliga-Saison und der Entlassung von Sportchef Horst Heldt hat der Vorstand des 1. FC Köln erneut einen virtuellen Mitgliederstammtisch veranstaltet. Am Montagabend stellten sich die FC-Bosse den vielen Fragen der Anhänger.

Präsident Werner Wolf sowie die Vizepräsidenten Eckhard Sauren und Carsten Wettich gaben dabei Auskunft zu allen derzeit relevanten Themen wie zum Beispiel der Wahl bei der anstehenden Mitgliederversammlung, dem Sieben-Jahres-Plan oder dem Transfer-Sommer.

1. FC Köln: Vorstand hofft auf Wahl von Carsten Wettich – Warmup für Mitgliederversammlung

Die Veranstaltung, die der Vorstand aus dem RheinEnergie-Stadion aus streamte, diente aus Sicht der Anwesenden vor allem auch der Eigenwerbung. Denn immerhin wird bereits kommende Woche auch über die Zukunft von Carsten Wettich entschieden. Der 41-Jährige möchte bei der Mitgliederversammlung ganz offiziell zum Vizepräsidenten gewählt und somit in seinem Amt bestätigt werden. Dies wäre auch im Sinne der verbleibenden Vorstandsmitglieder, die die Wahl von Wettich sehr deutlich unterstützen.

Doch selbst, wenn sich die FC-Mitglieder dagegen entscheiden würde, möchten Wolf und Sauren nicht zurücktreten. „Wir glauben, dass es nicht im Sinne des 1. FC Köln wäre, wenn dann Werner Wolf und ich zurückträten“, sagte Sauren am Montagabend. „Wir hoffen, dass wir entlastet werden. Aber selbst wenn es nicht so ist, werden wir uns dazu entschließen, weiterzumachen“, so der 49-Jährige. Bei einem Rücktritt des Vorstands würden drei Personen aus dem Mitgliederrat nachrücken und das könne laut Sauren „nicht im Sinne des Klubs sein“.

Wie der Stammtisch wird auch die Mitgliederversammlung am 17. Juni komplett virtuell durchgeführt werden. Mitglieder können dabei online teilnehmen. Die Veranstaltung am Montag diente dabei quasi schon mal als Warmup oder Testlauf kommende Woche. So wurde der Stammtisch auf derselben digitalen Plattform ausgerichtet, auf der auch die Mitgliederversammlung stattfinden soll. Fragen konnten per Textnachricht eingereicht werden und waren auf 1000 Zeichen begrenzt.

„Schnauze voll vom Fahrstuhl“ – 1. FC Köln gibt Details zum Sieben-Jahres-Plan

In dem rund 90-minütigen Stammtisch wurden darüber hinaus viele weitere Themen besprochen. Immerhin hatten sich mehr als 1200 Fans angemeldet und rund 600 Fragen an das Präsidium eingereicht – einige vorbereitet, andere spontan am Abend. Wirklich neue Dinge, wurden am Ende zwar nicht besprochen, es gab jedoch ein paar detailliertere Einblicke.

Dabei ging es vor allem auch um den Sieben-Jahres-Plan der FC-Führung, der vor allem durch sein ambitioniertes Ziel für Aufmerksamkeit sorgte. Denn wie der Vorstand verriet, ist ein Hauptanliegen, dass sich der 1. FC Köln in den kommenden Jahren nachhaltig unter den Top-10 der Bundesliga etablieren solle. Präsident Werner Wolf machte dabei eine klare Ansage: „Wir haben die Schnauze voll vom Fahrstuhl! Unsere Strategie wird zeigen, dass das möglich ist, wenn uns die Dinge gelingen. [...] Ich habe darauf keine Lust mehr. Ich würde mir eine Saison vorstellen, die wir in Ruhe angehen können und nicht bis zum Schluss zittern müssen“. In den vergangenen 29 Jahren hatte es der FC jedoch nur zweimal auf einen einstelligen Tabellenplatz geschafft.

Damit dies gelingt hat das Präsidium insgesamt sieben Felder definiert, die es auszumerzen gilt. Die Einnahme-Situation möchte man dabei um bis zu 30 Millionen Euro jährlich verbessern, was letztlich durch sportliche Erfolge ermöglicht werden soll. Insgesamt setzt der Vorstand dabei auf Stabilität und ein nachhaltiges Konzept. Alle weiteren Informationen dazu, wird die Führung auf der Mitgliederversammlung vorstellen.

1. FC Köln will „keine Spieler unter Wert abgeben“ – Vorstand sucht Dialog mit Heldt und Funkel

Aber auch die kurzfristige Planung war ein großes Thema. Allen voran ging es um die aktuelle finanzielle Situation und etwaige Spielerverkäufe. „Wir verstehen die Sorgen. Es ist sehr schwer, das Corona-Minus aufzufangen. Wir brauchen aber keine Spieler unter Wert abgeben. Dass der eine oder andere geht, können wir nicht ausschließen. Aber wir tun das aus einer Position der Stärke und beziehen das Trainerteam natürlich überall ein“. Aktuell sind vor allem Sebaastian Bornauw, Ismail Jakobs oder Ellyes Skhiri heiße Kandidaten für einen Transfer.

Natürlich wurden die FC-Bosse auch über Details zur der Entlassung von Sportchef Horst Heldt befragt, die einen Tag nach dem Klassenerhalt für Aufregung gesorgt hatte. Sauren erklärte, dass das Gespräch mit Heldt nicht verlaufen sei wie gewünscht. Deshalb sei die Freistellung schon am Tag nach dem Relegationserfolg passiert. „Es war für uns schwierig, der Partycrasher zu sein“, sagte der Vizepräsident. Jedoch möchte der Vorstand die Wogen im Nachhinein noch glätten: „Wir werden auf Horst zugehen und den Dialog suchen. Wir hoffen, dass der Frust dann verflogen ist. Wir hatten auch schon Austausch mit Friedhelm Funkel, da wird es ein gemeinsames Abendessen geben. Wir wollen uns noch mal bei beiden bedanken“, so Sauren.

Immerhin scheint das Verhältnis zum verbleibenden Geschäftsführer Alexander Wehrle gut intakt zu sein. „Im Wesentlichen haben wir ein sehr gutes Verhältnis. Alex Wehrle hat auf der Pressekonferenz in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass wir ein sehr offenes Verhältnis pflegen. Ich bin froh, ihn motiviert an unserer Seite zu haben. Es ist ganz normal, dass man nicht immer zu hundert Prozent übereinstimmt. Aber das ist gut, weil Diskussionen uns nach vorn bringen. Wir arbeiten sehr offen, freundschaftlich und fair zusammen“, erklärte Präsident Werner Wolf. (os mit dpa)

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