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1. FC Köln: Ex-Präsident Werner Spinner fordert „professionelle Führung“

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Von: Mick Oberbusch

Werner Spinner, Präsident des 1. FC Köln (2012 bis 2019) auf der Tribüne des Franz-Kremer-Stadions, Handy am Ohr
Werner Spinner, hier im November 2018, war von 2012 bis 2019 Präsident des 1. FC Köln. © Rainer Dahmen/Imago

Im Vorfeld der am Donnerstag stattfindenden Mitgliederversammlung hat sich Ex-Präsident Werner Spinner zur aktuellen Situation beim 1. FC Köln geäußert.

Köln – Auch wenn der Abschied am Ende nicht ganz ohne Nebengeräusche verlief: Unter Präsident Werner Spinner erlebte der 1. FC Köln von 2012 bis 2019 die erfolgreichste Zeit der jüngeren Vereinsgeschichte, die ihren Höhepunkt mit der Europapokal-Teilnahme in der Saison 2017/18 fand – auch, wenn es im Folgejahr nach einer katastrophalen Saison wieder in die 2. Liga ging. Nun hat sich der Ex-Präsident im Vorfeld der Mitgliederversammlung (Donnerstag, 17. Juni, 18 Uhr) gegenüber dem Geissblog zu seiner Amtszeit und den aktuellen Problemen des 1. FC Köln geäußert.

Werner Spinner: „Geheimnis war, dass beim 1. FC Köln alle an einem Strang gezogen haben“

Natürlich habe auch er in der Relegation mitgefiebert, sich anschließend sehr über den Klassenerhalt des Clubs gefreut. Zudem sei Steffen Baumgart in seinen Augen „genau der Typ Trainer, den der FC jetzt braucht“. Dennoch sieht auch er die angespannte Situation, in der sich der Club aktuell bewegt. „Ich muss sagen, dass ich keinen der Verantwortlichen beneide, eine solche Ausnahmesituation meistern zu müssen. Die katastrophale Situation, in der ich 2012 den Verein von den damals Verantwortlichen übernommen habe, hat mir ehrlich gesagt gereicht“, so Spinner, der den Club im Anschluss mit seinen Vize-Präsidenten Toni Schumacher und Markus Ritterbach aus der Zweitklassigkeit zurück in die Bundesliga führte.

Wie er und sein Team das geschafft haben? „Das Geheimnis war, dass beim FC fünf Jahre am Stück alle an einem Strang gezogen haben. Ohne das wäre es nicht gegangen. Es gab viele, die großartig mitgezogen haben, die kompromissbereit waren, die erkannt haben, dass es nicht so leicht ist, den FC in der Bundesliga zu etablieren, zum Beispiel Beirat und Aufsichtsrat. Aber die Menge an Leuten im Umfeld des FC, die mitreden wollen, die alles besser wissen, die ihre Position und ihr Verständnis vom Verein mit allen Mitteln durchsetzen wollen, ist einfach sehr groß“, legt er den Finger in die Wunde.

Ex-Präsident Werner Spinner übt Kritik an der Vereinsführung und fordert einen Kompromiss

Mit einer solchen Ausrichtung könne man nicht über einen langen Zeitraum erfolgreich sein, erklärt Spinner. „Der FC muss im Spannungsfeld zwischen Kommerz und Tradition einen realistischen Mittelweg finden, um der Verein zu bleiben, den wir alle lieben, und sich gleichzeitig nachhaltig in der Bundesliga zu etablieren. Dafür braucht es eine Infrastruktur vom Feinsten, eine in allen Bereichen starke und professionelle Führung und einen Verein, in dem alle an einem Strang ziehen und sich auf diesen Mittelweg, diesen Kompromiss verständigen. Im Moment hat der FC, das muss man so hart sagen, nichts davon“, lautet sein vernichtendes Urteil.

Der Vorstand indes will die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung von einem neuen Weg überzeugen, unter anderem einen Sieben-Jahres-Plan vorstellen, der die Rückkehr in die Top Ten der Bundesliga anvisiert. Wie dies gelingen soll, wird nicht nur Ex-Präsident Werner Spinner gespannt verfolgen. (mo)

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