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1. FC Köln: Alles Jode! Wolfgang Overath wird 78 Jahre alt

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Von: Max Dworak

FC-Legende Wolfgang Overath feiert heute seinen 78. Geburtstag.
FC-Legende Wolfgang Overath feiert heute seinen 78. Geburtstag. © WEREK/Imago

Er ist eine Legende, vielleicht DIE FC-Legende schlechthin: Wolfgang Overath. Der Weltmeister von 1974 feiert heute, am 29. September, seinen 78. Geburtstag.

Köln – Fragt man alte Wegbegleiter von Wolfgang Overath, wie sie den Spielmacher in dessen aktiver Zeit wahrgenommen haben, werden viele mit Superlativen um sich werfen. So beschrieb der verstorbene Sportjournalist Ulfert Schröder den aktiven Spieler Wolfgang Overath mit den Worten: „Er verkörpert auf dem Rasen das absolute Extrem: Er spuckt Feuer, geht mit Haut und Haaren auf, verzehrt sich, schimpft und tobt.“

Zweifelsohne war Overath ein ehrgeiziger Spieler, der das Spiel des 1. FC Köln an sich riss. Im Gegensatz zu den Laufbahnen einiger anderer, großartiger Fußballspieler fing die Profi-Karriere der Kölner Ikone gleich zu Beginn vielversprechend an.

Wolfgang Overath wechselt aus Siegburg zum 1. FC Köln

Wolfgang Overath kam 1962 zum 1. FC Köln.
Wolfgang Overath kam 1962 zum 1. FC Köln. © Kicker/Metelmann/Imago

Im Alter von 19 Jahren wechselt der junge Wolfgang Overath von seinem Jugendverein, dem Siegburger SV 04, zum 1. FC Köln, um dort unter anderem mit Fußball-Weltmeister Hans Schäfer zusammenzuspielen. Zur Saison 1963/64, im Geburtsjahr der Fußball-Bundesliga, darf der junge Mittelfeldspieler sein Können für den FC unter Beweis stellen. Bei seiner Liga-Premiere gegen den 1. FC Saarbrücken, zugleich das erste Bundesliga-Spiel in der Vereinshistorie des 1. FC Köln, trifft Overath beim 2:0-Auswärtssieg zum 1:0 und erzielte somit auch das erste Bundesligator des FC.

Am Ende der Spielzeit krönt sich Köln zum ersten Deutschen Meister – auch dank eines überragenden Wolfgang Overath, der alle 30 Spiele von Beginn an macht und im Zuge dessen neun Tore und acht Assists beisteuert. Einen Tag vor seinem 20. Geburtstag, am 28. September 1963, feierte Wolfgang Overath beim 3:0-Sieg gegen die Türkei sein Länderspiel-Debüt.

Der 1. FC Köln gewinnt mit Wolfgang Overath 1968 den DFB-Pokal

Wolfgang Overath (Mitte) feiert mit den Finaltorschützen Carl-Heinz Rühl(l.), und Hannes Löhr (r.) den Gewinn des DFB-Pokals 1968.
Wolfgang Overath (Mitte) feiert mit den Finaltorschützen Carl-Heinz Rühl (l., 2 Tore), und Hannes Löhr (r.) den Gewinn des DFB-Pokals 1968. © WEREK/Imago

Fünf Jahre und einige Tore später gewinnt der FC mit dem nun 24-jährigen Wolfgang Overath in der Saison 1967/68 das Finale des DFB-Pokals. Wie schon beim Meistertitel 1963/64 ist auch es in diesem Wettbewerb der erste Triumph des 1. FC Köln. Beim 4:1-Erfolg über den VfL Bochum steuerte Wolfgang Overath zwar keinen Treffer bei, dafür traf er in den sechs Partien auf dem Weg ins Endspiel zwei Mal.

1. FC Köln: Wolfgang Overath wird mit Deutschland 1974 Weltmeister

Wolfgang Overath (mit Pokal) am Ziel seiner Träume: 1974 wird er mit Deutschland Fußball-Weltmeister.
Wolfgang Overath (mit Pokal) am Ziel seiner Träume: 1974 wird er mit Deutschland Fußball-Weltmeister. © WEREK/Imago

Im Jahr 1974, circa elf Jahre nach seinem Länderspiel-Debüt 1963, macht sich der 30-Jährige endgültig unsterblich und sichert sich einen Platz in den Geschichtsbüchern: Im Finale am 7. Juli 1974 wird Deutschland mit einem 2:1-Sieg gegen die Niederlande im Münchener Olympiastadion zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister. Kölns Mittelfeldstar kann bei dem Turnier zwei Mal einnetzen und beendet nach der Endrunde umgehend seine Karriere in der Nationalmannschaft.

Aller guten Dinge sind zwei: DFB-Pokalsieg 1977

Wolfgang Overath (r.) beim Shakehands mit Herthas Kapitän Erich „Ete“ Beer vor dem Pokal-Finale 1977. Im Wiederholungsspiel wird Overath nicht nominiert.
Wolfgang Overath (r.) beim Shakehands mit Herthas Kapitän Erich „Ete“ Beer vor dem Pokal-Finale 1977. Im Wiederholungsspiel wird Overath nicht nominiert. © WEREK/Imago

In seiner letzten Saison als aktiver Spieler des 1. FC Köln darf Wolfgang Overath mit nunmehr 33 Jahren ein drittes Mal mit dem FC jubeln: Am 30. Mai 1977 recken die Domstädter nach einem 1:0-Sieg im Wiederholungsspiel gegen Hertha BSC Berlin im Niedersachsenstadion in Hannover das zweite Mal in der Klubgeschichte den Pott in die Höhe – ohne Wolfgang Overath. Der war von Trainer Hennes Weisweiler nicht mehr nominiert worden.

Wolfgang Overath: Trauriges Ende einer großen Karriere

Trainer Hennes Weisweiler (l.) und Wolfgang Overath (r.), hier beim Training des 1. FC Köln am 8. Juli 1976, funkten nicht auf einer Wellenlänge.
Trainer Hennes Weisweiler (l.) und Wolfgang Overath (r.), hier beim Training des 1. FC Köln am 8. Juli 1976, funkten nicht auf einer Wellenlänge. © IMAGO / Horstmüller

Am 17. Mai 1977 bestritt Wolfgang Overath sein offizielles Abschiedsspiel gegen die Weltmeister-Elf von 1974. Für das Wiederholungsspiel des DFB-Pokalfinales gegen Hertha BSC Berlin wurde Overath von Trainer Hennes Weisweiler nicht mehr nominiert. Bereits zuvor gab es Zwist zwischen dem Spielmacher und dem Coach: „Overath ist für unser Spiel zu langsam und zu wenig deckungstreu“, motzte Hennes Weisweiler damals über seine Nummer 10 und setzte seinen Star-Spieler fortan auf die Bank.

Das Verhältnis zum Chefcoach sollte sich nicht mehr normalisieren, denn auch Overath hielt mit seiner Meinung über den Trainer nicht hinterm Berg: „Weisweiler hat einige Fehler gemacht“, kritisierte Overath offen. Nach insgesamt 531 Pflichtspielen, 111 Toren und 82 Vorlagen im Trikot des 1. FC Köln ist es für den Ausnahmekönner an der Zeit, „Mach et joot“ zu sagen und die Fußballschuhe endgültig an den Nagel zu hängen.

1. FC Köln: Wolfgang Overath wird FC-Präsident

Brasilien-Legende Pelé (l.) mit Hans Schäfer (m.) und Wolfgang Overath (r.) im Kölner Rathaus im Jahr 2005.
Fußball-Legenden unter sich: Pelé (l.) Hans Schäfer (m.) und Wolfgang Overath (r.) im Kölner Rathaus im Jahr 2005. © Kölnsport/Imago

Als der mittlerweile 60-jährige Overath am 14. Juni 2004 nach dem Rücktritt von Albert Caspers zum neuen Präsidenten seiner großen Liebe gewählt wird, kündigt er umgehend Veränderungen an. Diese seien unumgänglich, um den Klub – so der Wortlaut im Buch 1. FC Köln – Die Geißböcke – Von Tradition und Herzblut für den Fußball – „nicht vor die Hunde gehen zu lassen“. Bereits am Tag seiner Wahl zum Präsidenten gab Wolfgang Overath die Entlassung des damaligen Trainers Marcel Koller und die Verpflichtung von Huub Stevens als dessen Nachfolger bekannt. Unter dem Niederländer gelang der erhoffte Wiederaufstieg in die Bundesliga.

Wolfgang Overath: Rückzug nach sieben Jahren als FC-Präsident

Overath als FC-Präsident im November 2008 auf der Jahreshauptversammlung.
Overath als FC-Präsident im November 2008 auf der Jahreshauptversammlung. © Eduard Bopp/Imago

Nach sieben Jahren Amtszeit tritt der Ex-Spieler unter großem öffentlichem Druck am 13. November 2011 von seinem Posten zurück: „Ich wurde verunglimpft, wie ich es vorher nie erlebt habe. [...] Es nervt, wenn man von einer kleinen Gruppe immer wieder attackiert wird.“ Bereits 2010 werden kritische Stimmen laut, es bildet sich unter anderem eine Opposition mit dem Namen „FC:Reloaded“, die den damaligen Vorstand um Wolfgang Overath aufs Schärfste verurteilt.

Insgesamt spielt der 1. FC Köln unter Overaths Führung fünf Spielzeiten erstklassig, sowie drei Saisons in der 2. Bundesliga. Mit den Worten „Ich werde immer mit dem Herzen am FC hängen“ tritt die Kölner Legende schließlich ab.

Wolfgang Overath: Steckbrief

geboren am: 29. September 1943

Geburtsort: Siegburg

Jugendverein: Siegburger SV 04

Leistungsdaten als FC-Spieler

531 Pflichtspiele | 111 Tore | 82 Vorlagen

1964: Deutscher Meister

1968, 1977: DFB-Pokalsieger

Leistungsdaten als Nationalspieler

81 Spiele | 17 Tore | 1 Vorlage

1974 Weltmeister

Venezuelaner benennt seinen Sohn nach Wolfgang Overath

Nanu, wer ist denn das? Overath Breitner da Silva Medina, Ex-Spieler des FC Santos, erhielt den Namen von gleich zwei deutschen Fußballikonen.
Nanu, wer ist denn das? Overath Breitner da Silva Medina, Ex-Spieler des FC Santos, erhielt den Namen von gleich zwei deutschen Fußballikonen. © Fotoarena/Imago

Auch lange Zeit nach seiner aktiven Karriere genießt der Name Wolfgang Overath hohes Ansehen in der Fußballwelt. Dass dies mitunter kuriose Blüten treiben kann, zeigt folgendes Beispiel: Am 9. September 1989 kommt in Barcelona (Venezuela) ein Junge zur Welt. Sein fußballbegeisterter Vater gibt ihm die Namen von gleich zwei deutschen Fußball-Legenden: Overath Breitner da Silva Medina.

Mit diesem Namen ist der berufliche Karriereweg natürlich vorgezeichnet. Der heute 32-Jährige – laut transfermarkt.de aktuell vereinslos – entstammt der Jugend des FC Santos, dem Ex-Verein des dreifachen brasilianischen Weltmeisters und langjährigen Freundes von Wolfgang Overath, Pelé. (md) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde am 17. September 2021 inhaltlich aktualisiert.

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