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1. FC Köln: „Zwei Kölsch“ – auf ihren Shirts steht, was Fans bewegt

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Von: Simon Ommer

„Zwei Kölsch“, Thomas Lambertz (l., „Überfallkommando“) und Michael Wurzer (r., „Abteilung Attacke“) mit dem Chefcoach des 1. FC Köln. Die Motto-Shirts beschreiben treffend den Spielstil von Steffen Baumgart.
„Zwei Kölsch“, Thomas Lambertz (l., „Überfallkommando“) und Michael Wurzer (r., „Abteilung Attacke“) mit dem Chefcoach des 1. FC Köln. Die Motto-Shirts beschreiben treffend den Spielstil von Steffen Baumgart. © privat

Auf ihrer Brust steht, was Fans des 1. FC Köln beschäftigt. Jeden Spieltag aufs Neue. Seit Dezember 2014 besuchen „Zwei Kölsch“ die FC-Spiele in ganz besonderen T-Shirts.

Köln – Sie sind unabhängig, leidenschaftliche Anhänger des 1. FC Köln und haben eine tiefe Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt Köln: „Zwei Kölsch“. Das sind Thomas Lambertz und Michael Wurzer, die seit sieben Jahren zu jedem Heimspiel des 1. FC Köln im RheinEnergie-Stadion mit einem neuen Mottoshirt erscheinen.

Mittlerweile machen sie jedoch noch einiges darüber hinaus. Die T-Shirts waren aber der Ursprung: „Am 6. Dezember 2014 waren wir zum ersten Mal mit T-Shirts mit einem Motto im RheinEnergie-Stadion. Das war eine Woche nach dem Auswärtsspiel des FC in Leverkusen, das die Mannschaft 1:5 verloren hat. Nach dem Spiel stellte sich Roger Schmidt vor die Kameras und beschimpfte FC-Trainer Peter Stöger wegen seiner Spielweise“, erinnert sich Michael Wurzer. „Das hat uns so dermaßen aufgeregt, dass wir gesagt haben, dass nun der Punkt erreicht ist, um eine Idee umzusetzen, die wir schon länger hatten. Und zwar: uns aktiver einzubringen als wir es bislang gemacht haben.

1. FC Köln: Fans mit besonderen T-Shirts im RheinEnergie-Stadion

„Diese Aktion brachte das Fass zum Überlaufen. Unsere Dauerkarten in W2 sind relativ nah an der Bande, weshalb die TV-Kameras uns schon vorher häufiger filmten. Wie konnten wir das also verbinden? Dann kam uns die Idee mit den T-Shirts, so ist die ganze Aktion entstanden“, erinnert sich Michael Wurzer im Gespräch mit 24RHEIN. Das Motto damals: „Respekt kann man am Transfermarkt nicht kaufen“ auf dem einen Shirt, „Fans auch nicht“ auf dem anderen.

FC-Fans: „Respekt kann man am Transfermarkt nicht kaufen“ auf T-Shirts

Lambertz erzählt: „Ich erinnere mich noch genau, was das für ein komisches Gefühl war. Man stellt sich das so lustig vor, stellt sich dahin und hofft, dass eine Kamera einen ins Visier nimmt. Tatsächlich hat es aber keine Sau interessiert, wir wurden bei diesem Spiel gar nicht gefilmt. Irgendwas hat uns dennoch angefixt, mal über unseren eigenen Schatten zu springen. Dann haben wir uns überlegt, das Ganze noch mal zu machen. Dass das anschließend über Jahre so fortgesetzt wird, war aber natürlich nicht klar.“

Der Startschuss war schließlich das nächste Heimspiel kurz nach dem Shirt-Debüt. Mit dem Motto „Kölner sind Realisten – Europa wir kommen“ schafften es die beiden ins Fernsehen. Dabei wurden sie jedoch nicht nur gefilmt, sondern auch in der Berichterstattung erwähnt. Zur Erinnerung: den Sprung in die Europa League schafften die Geißböcke erst in der Saison 2016/2017. Echte Realisten eben.

1. FC Köln: „Zwei Kölsch“ mit Spieltags-Pressekonferenzen in den Sozialen Medien

Mittlerweile machen die beiden Kölner sogar noch viel mehr als nur Mottoshirts. Sie sind in den Sozialen Netzwerken vertreten, werden zu Veranstaltungen eingeladen und gestalten ihre eigene Pressekonferenz vor den FC-Spielen, von denen es nun schon über 100 auf ihrem Youtube-Kanal gibt. Dabei steht jedoch nicht nur der Verein, sondern auch ihre Heimat im Fokus: „Wichtig ist uns natürlich auch Köln – unsere Stadt. Deswegen drehen wir unsere Pressekonferenzen an wechselnden Locations, die nicht nur zum Thema passen sollten, sondern auch einen markanten Ort der Stadt in Szene setzen“, erklärt Michael Wurzer.

Zwei Kölsch und der Herzenswunsch nach dem „Volkssport Fußball“

Es sei Ihnen wichtig, mit ihren Botschaften den Nerv der Fans zu treffen. Gelingt das, haben sie aus ihrer Sicht alles richtig gemacht. „Unsere perfekte Welt ist, dass der FC erfolgreich ist und dem Volkssport Fußball treu bleibt. Dafür setzen wir uns als Fans ein. Und dabei ist es wichtig, unabhängig zu sein und sagen zu können, was man für richtig hält. Manchmal legen wir die Finger in die Wunde, aber natürlich gibt es auch für uns nichts Schöneres als gemeinsam mit den anderen Fans die Erfolge des Vereins zu feiern“, sagt Michael Wurzer. Momentan läuft jedoch wenig schief, die sportliche Situation könnte nach Abschluss der Hinrunde besser kaum sein, die Mannschaft von Steffen Baumgart liegt in der Bundesliga auf dem achten Rang. Das freut natürlich auch „Zwei Kölsch“.

1. FC Köln: „Angenehm überrascht, wie sich die Mannschaft sportlich entwickelt“

„Wir sind angenehm überrascht, wie sich die Mannschaft sportlich entwickelt hat. Das zeigt mal wieder, dass Fußball einfach sein kann und es darauf ankommt, die richtigen Leute an die richtigen Positionen zu setzen. Es macht einfach wieder total Spaß zuzuschauen. Man hat nur ganz selten das Gefühl, dass jemand nicht mit 100 Prozent dabei ist. Ich glaube fest daran, dass wir mit dem Abstiegskampf in dieser Saison nichts mehr zu tun haben“, sagt Thomas Lambertz. „Wir sollten die Latte hochlegen und nach oben schauen. Auch wenn das wahrscheinlich noch passieren wird, muss ich jetzt nicht unbedingt wieder mit einem Europa-Shirt im Stadion sitzen – aber in die oberen Regionen kann man dennoch schauen. Europa wäre natürlich der Wahnsinn. Realistisch halte ich einen einstelligen Tabellenplatz für möglich. Es ist wichtig, sich hohe Ziele zu setzen, denn sonst erreicht man auch die kleinen nicht.“ (so) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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