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Geißbockheim: 1. FC Köln darf Trainingsgelände im Grüngürtel nicht erweitern

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Von: Robin Josten

FC-Trainingsgelände bei Sonnenuntergang.
Das Trainingsgelände (RheinEnergieSportpark) des 1. FC Köln im Grüngürtel in Köln-Sülz. © Manngold/IMAGO

Der 1. FC Köln darf das Trainingsgelände vorerst nicht im Grüngürtel erweitern. So entschied das Oberverwaltungsgericht am Donnerstag.

Münster – Die Posse um den Ausbau des Geißbockheim geht weiter. Das Oberverwaltungsgericht in Münster für das Land Nordrhein-Westfalen hat am Donnerstagvormittag entschieden, dass der 1. FC Köln sein Trainingsgelände im Grüngürtel vorerst nicht, wie vom Verein geplant, erweitern darf. Die Entscheidung wurde mit Verfahrensmängeln am notwendigen Bebauungsplan der Stadt Köln begründet. Allerdings können die Fehler mithilfe eines ergänzenden Planungsverfahrens aus der Welt geschaffen werden. Weitere Mängel am Bebauungsplan seien nicht ersichtlich.

Wir können den professionellen Fußball in Köln umweltverträglich innerhalb der Stadtgrenzen weiterentwickeln.

Philipp Türoff

FC-Geschäftsführer Philipp Türoff sagte nach der Urteils-Bekanntgabe: „Die vorgetragene Urteilsbegründung bestätigt grundsätzlich, dass wir den professionellen Fußball in Köln sowohl rechtlich als auch umweltverträglich innerhalb der Stadtgrenzen weiterentwickeln können. Wir werden den bereits eingeschlagenen Weg konstruktiver Gespräche mit Politik und Verwaltung der Stadt Köln sowie allen anderen Beteiligten weiter fortführen, um möglichst schnell konkrete Lösungen zu erzielen.“

OVG kippt Geißbockheim-Ausbau – das sagt die Politik

► Laut der Grünen-Fraktion im Kölner Stadtrat hat das Gericht „im Sinne der Bürger*inneninitiative „Grüngürtel für alle“ und des Nabu-Landesverbands NRW entschieden“.

► Grund für die Einschätzung des Gerichts sei die Tatsache, dass die Festsetzung von vier öffentlichen Grünflächen als „Kleinspielfeld“ fehlerhaft ist. In einer Pressemitteilung des Gerichts heißt es dazu: „Innerhalb einer öffentlichen Grünfläche sind nur in untergeordnetem Umfang bauliche Anlagen zulässig. Nach dem in der Planbegründung dargestellten städtebaulichen Konzept der Stadt Köln sollen dort aber jeweils auf der gesamten festgesetzten Grünfläche vollversiegelte Sportflächen errichtet werden können, bei denen es sich um bauliche Anlagen handelt.“

► „Das Urteil ist ein großer Erfolg für die engagierte Bürgerschaft und den Nabu als Klägerinnen, aber auch für den Kölner Natur- und Klimaschutz insgesamt. Die Gleueler Wiese bleibt von massiven Eingriffen verschont, dafür werden wir politisch auf Basis des Urteils sorgen. Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass es gelingen wird, gemeinsam mit dem FC eine tragfähige Lösung für den Verein an anderer Stelle in Köln zu finden“, sagt Christiane Martin, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kölner Rat.

► Die Kölner SPD äußerte Kritik am Urteil des Oberverwaltungsgerichts. „Groteskes Eigentor von Ratsbündnis und Stadtverwaltung vor dem Oberverwaltungsgericht macht Köln zur Lachnummer. Handwerkliche Fehler der Stadtverwaltung und mangelnde politische Unterstützung von Grünen und CDU haben zu dieser Niederlage vor Gericht geführt“, erklärt Franz Philippi, sportpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. „Wir unterstützen den FC weiterhin dabei, endlich konkurrenzfähige, bundesligataugliche Strukturen zu schaffen. An welcher Stelle das geschehen soll, muss nun in enger Abstimmung mit dem FC entschieden werden. Ein weiteres, jahrelanges Querpassspiel von Grünen, CDU und Stadtspitze zulasten des FC darf es nicht geben.“

Im Jahr 2020 hatte eine Bürgerinitiative und der Naturschutzbund Nabu gegen den Plan geklagt. Aktuell ist das Urteil aber noch nicht rechtskräftig. Revision ließ das Oberverwaltungsgericht nicht zu. Im nächsten Schritt könnten die Beteiligten Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einlegen.

1. FC Köln: Kleinspielfelder für die Öffentlichkeit führt zum Aus

Die Stadt wollte neben der Erweiterung des Trainingsgeländes am Geißbockheim Kleinspielfeldern auf der Gleueler Wiese für die Öffentlichkeit bauen. Anstelle mit diesem Plan mehr Akzeptanz in der Politik zu schaffen, ging diese Idee nun nach hinten los. Der 7. Senat sieht bei den Kleinspielfeldern in öffentlichen Grünflächen das Problem, da solche Baumaßnahmen nur in einem geringen Umfang möglich wären. Es bestehe eine Divergenz zwischen dem Inhalt dieser Festsetzungen und dem in der Planbegründung dargestellten städtebaulichen Konzept. Die Unwirksamkeit der vier vollversiegelten Sportflächen, wie sie die Stadt vorgesehen hat, sei ein Planungsfehler und führe daher zur Unwirksamkeit des Plans.

Doch auch mit einem aus FC-Sicht positivem Urteil wären die Bagger für den Ausbau nicht umgehend angerollte. Dem 1. FC Köln fehlt der unumgängliche Pacht-Vertrag für die Gleueler Wiese. Die Politik sträubt sich aber bisher, diesen Vertrag auszustellen. (rj) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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