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Horst Heldt unter Zugzwang: Diese Baustellen muss der Sportdirektor des 1. FC Köln nun angehen

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Von: Peter Stroß

Horst Heldt schaut nachdenklich gen Himmel
Horst Heldt schließt Neuzugänge im Winter nicht aus. © Marius Becker/dpa

Der Kader des 1. FC Köln genügt aktuell nicht den Ansprüchen der Bundesliga. Diese Lücken im Kader muss Horst Heldt im Winter schließen

Köln – Zum wiederholten Male hat der 1. FC Köln in der Bundesliga den Saisonstart verpatzt. Neben Trainer Markus Gisdol steht in erster Linie die Mannschaft in der Kritik. Zu viele Spieler blieben bislang unter den Erwartungen, zudem fehlt es gerade in der Offensive an Alternativen. Das weiß auch der Geschäftsführer Sport des Effzeh, weswegen Horst Heldt bereits Winterneuzugänge in Aussicht gestellt hat.

Der finanzielle Spielraum aber ist begrenzt, weswegen sich Heldt auf einige Schlüsselpositionen beschränken muss. Oberstes Gebot hat dabei sicher die Verpflichtung eines neuen Mittelstürmers. Zwar konnte Sommertransfer Sebastian Andersson zumindest teilweise überzeugen, eine echte Alternative stand Markus Gisdol aber bislang nicht zur Verfügung. Der einstige Torgarant Anthony Modeste verpasste verletzungsbedingt fast die gesamte Spielzeit, wann und in welcher Form er zurückkehrt, ist ungewiss.

Tolu Arokadare, der seine Zelte Mitte September in Köln aufschlug, bringt zwar Talent mit an den Rhein, konnte seine Bundesligatauglichkeit bis dato allerdings noch nicht unter Beweis stellen. Kaum verwunderlich also, dass die Verpflichtung einer torgefährlichen Spitze oberste Priorität hat.

1. FC Köln: Horst Heldt sucht einen Stürmer – Leihe eine Option

Treffsichere Stürmer allerdings sind auf dem Markt einerseits schwer zu finden und andererseits teuer. Gründe, die für eine Leihe sprechen. Der Name Joshua Zirkzee geistert dabei immer wieder am Geißbockheim herum. Eine Leihe des Stürmers scheiterte zwar im Sommer, doch Zirkzee kommt beim FC Bayern München seither kaum zum Zug. Der niederländische U21-Nationalspieler bringt trotz seines jungen Alters (19 Jahre) genügend Qualität mit und könnte Andersson Konkurrenz machen oder gegebenenfalls als zweite Spitze neben ihm auflaufen.

In der Offensive dürfte es wohl bei einem Neuzugang bleiben, zumal der 1. FC Köln für Andersson (6,5 Mio. Euro Ablöse) und Spielmacher Ondrej Duda (7 Mio.) im Spätsommer bereits viel Geld in die Hand nahm. Bei beiden besteht die Hoffnung auf eine deutliche Leistungssteigerung, wenn sie in Köln eine komplette Wintervorbereitung absolvieren.

Mitchell Weiser für Horst Heldt eine Option? Punktuelle Verstärkungen beim 1. FC Köln statt Masse

In allen anderen Mannschaftsteilen fehlt es zumindest nicht an Quantität. Dennoch sind insbesondere auf den Außenbahnen und in der Defensive punktuelle Verstärkungen zu erwarten. In der Viererkette konnte bislang kein Protagonist restlos überzeugen. Weder Noah Katterbach, noch Jannes Horn konnten sich hinten links empfehlen. Gleiches gilt auf der anderen Seite für Benno Schmitz, Kingsley Ehizibue und Marius Wolf.

Interessant könnte in diesem Zusammenhang der Name Mitchell Weiser sein. Zwar ist der in Köln ausgebildete Rechtsverteidiger vor allem wegen seines Abgangs aus der Domstadt 2012 unter Fans umstritten, dank seiner Qualität und Flexibilität könnte er den FC allerdings verstärken. Bei Bayer 04 Leverkusen spielte der 26-Jährige in dieser Bundesligasaison lediglich 45 Minuten und wäre womöglich für ein Leihgeschäft interessant.

Mit wem und für wen plant Horst Heldt den neuen Kader des 1. FC Köln?

Eine weitere mögliche Planstelle könnte die Innenverteidigung sein. Die etablierten Kräfte sollten hier zwar eigentlich den Ansprüchen genügen, produzierten in dieser Saison allerdings in erschreckender Regelmäßigkeit individuelle Fehler. Ob das vorhandene Personal gut genug ist, wird Heldt in diesem Fall wohl in Absprache mit dem Trainer entscheiden. Genau deswegen aber sind ihm momentan etwas die Hände gebunden. Ob es mit Markus Gisdol auch in der Rückrunde weitergeht, werden erst die nächsten Spiele zeigen.

Und auch ein weiteres Fragezeichen macht die Arbeit des Sportdirektors nicht einfach: Ob Horst Heldt bei der Zusammenstellung der Mannschaft auf die Expertise von Kaderplaner Frank Aehlig, der jüngst seinen Abschied 2021 verkündete, zurückgreifen kann, ist noch fraglich. Wann genau der 52-Jährige beim 1. FC Köln ausscheidet bzw. wer sein Nachfolger wird, soll in den nächsten Wochen entschieden werden. (ps)

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