Effzeh im Krisenmodus

1. FC Köln: Markus Gisdol genießt weiter das volle Vertrauen – Durchhalteparolen alleine aber reichen nicht mehr

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Markus Gisdol steht bereits nach acht Bundesligaspielen unter Druck.
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Der 1. FC Köln hat unter Markus Gisdol das Siegen verlernt. Langsam aber sicher läuft dem Trainer die Zeit davon. Ein Kommentar

  • Unter Markus Gisdol wartet der 1. FC Köln seit 18 Spielen auf einen Sieg
  • Horst Heldt spricht ihm dennoch das volle Vertrauen aus
  • Vereinshistorie zeigt: Viel Zeit bleibt Gisdol nicht mehr

Köln – „Es bleibt dabei, dass wir Markus weiter volle Rückendeckung geben.“ Das Statement von Horst Heldt nach der Pleite gegen Union Berlin ist eindeutig. Markus Gisdol genießt weiter das Vertrauen, während sich die Mannschaft gehörig Kritik gefallen lassen muss. So weit, so verständlich. Denn wie der Geschäftsführer Sport richtig feststellt, sind sicherlich in erster Linie die Spieler für grobe individuelle Fehler verantwortlich, nicht der Trainer.

Wenn ein Team allerdings acht Monate kein Spiel in der Bundesliga gewinnt, dann liegen die Probleme wohl tiefgründiger und sind nicht mit Einzelaktionen zu begründen. Der 1. FC Köln wirkt in dieser Saison bislang selten wettbewerbsfähig. Es fehlt an Spielwitz, Ideen, Mut und letztlich auch dem unbedingten Wille – Punkte, für die der Trainer Sorge trägt.

Schlechter Bundesligastart unter Markus Gisdol lässt Anhänger des 1. FC Köln schlimmes befürchten

Sicher, der Effzeh geriet bis dato (noch) nicht unter die Räder, so wie es andere Abstiegskandidaten taten. Abgesehen von knappen Ergebnissen gaben die ersten acht Auftritte der Geißböcke in dieser Saison spielerisch allerdings wenig Anlass zur Hoffnung auf Besserung.

Für FC-Anhänger ist die aktuelle Situation nichts Neues. Denn auch im Spätherbst 2019 klebten die Kölner damals unter Achim Beierlorzer im Tabellenkeller fest. Schwache Spiele, schlechte Ergebnisse – und auch 2017 starteten die Geißböcke katastrophal in die Liga. Peter Stöger durfte trotzdem lange weitermachen, erst nach 14 Spieltagen (drei Punkte) kam es zur Trennung. Der Abstieg war anschließend nicht mehr zu verhindern.

Für Beierlorzer hingegen war bereits nach elf Spielen Schluss. Sein Nachfolger – Markus Gisdol – schaffte hingegen dank einer beeindruckenden Siegesserie die Wende.

1. FC Köln: Horst Heldt muss seinen Worten Taten folgen lassen

Das allerdings ist mittlerweile lange her. Nach 18 Bundesliga-Spielen in Serie ohne Sieg wirken Mannschaft und Trainer schwer angeschlagen. Gisdols Wohnnachbar und enger Vertrauter, Horst Heldt, verspricht Aufklärung: „Das Allerschlimmste wäre, wenn wir uns in die Tasche lügen. Das tun wir nicht. Es wäre ein großer Fehler etwas gut zu reden, was nicht gut ist. Deswegen sind wir realistisch in der Analyse.“

Dass Markus Gisdol in dieser Analyse keine zentrale Rolle zu spielen scheint, verwundert zumindest. Wenig ertragreich ist auch die Einschätzung, dass „wir Niederlagen kassieren, die auf den ersten Blick unnötig sind.“

Nach acht Monaten ohne Sieg sind die Zeiten für Durchhalteparolen vorbei. Markus Gisdol muss Ergebnisse liefern. Der Kredit der Vorsaison jedenfalls ist spätestens nach der Niederlage im RheinEnergie-Stadion gegen Union Berlin aufgebraucht. Wie viel Schaden Horst Heldt aus dem Saisonstart nimmt, hängt nun vor allem von seinem Krisenmanagement ab. (ps)

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