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1. FC Köln: Langfristige Strategie? So sieht der FC-Matchplan aus

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Von: Max Dworak

Die Spieler des 1. FC Köln bedanken sich bei den Fans nach Spielende.
Der 1. FC Köln ist unter Steffen Baumgart wieder zu einem starken Kollektiv zusammengewachsen. © Sven Simon/ Imago

Der 1. FC Köln verfolgt den Traum, in der Zukunft wieder zu den attraktivsten Klubs der Bundesliga zu gehören. 24RHEIN mit dem Matchplan im Detail.

Köln – Bei der virtuellen Mitgliederversammlung des 1. FC Köln, die am 17. Juni 2021 stattfand, stellte die Vereinsführung um Präsident Dr. Werner Wolf und dessen Stellvertretern Dr. Carsten Wettich und Eckhard Sauren den sogenannten „FC-Matchplan“ vor. Damit will der FC künftig wieder (und dauerhaft) zu den attraktivsten Clubs Deutschlands gehören. Was dahinter steckt und welche Punkte er beinhaltet, gibt es in der Übersicht.

1. FC Köln: Das ist die wirtschaftliche Strategie der Geißböcke

1. FC Köln: Das ist der 10-Punkte-Matchplan

 Unsere Basis: Werte (Punkt 1)

► Stärken, was uns stark macht: Marketing & Merchandising 4.0 (Punkt 2), Stadionerlebnis der Zukunft (Punkt 3), neue Sponsoring-Konzepte (Punkt 4), Fan- und Mitglieder-Zentrierung (Punkt 5)

 Mit neuen Themen in die Offensive gehen: Diversifikation & New Business (Punkt 6), Digitalisierung & Analysefähigkeiten (Punkt 7), Internationalisierung (Punkt 8)

 Sport strategisch angehen: Fokus auf die Jugend (Punkt 9), Kaderwertsteigerung (Punkt 10)

Das wichtigste Ziel des gesamten, in vier „Unterpunkte“ unterteilten Konstruktes ist die Wahrung der Unabhängigkeit des Vereins. Das werden die Verantwortlichen nicht müde, zu betonen. So soll im Rahmen dieses Matchplans die wirtschaftliche Stellung verbessert werden, ohne Anteile an externe Investoren abzutreten. Das ist teilweise schon gelungen: Im Rahmen der neuen Internationalisierungsstrategie schloss der 1. FC Köln im September 2021 eine Kooperation mit dem japanischen Erstligisten Sanfrecce Hiroshima in den Bereichen Sport und Management für die kommenden zweieinhalb Jahre ab. 

Matchplan des 1. FC Köln: Sportlich effizienter arbeiten, Geißbockheim ausbauen, Jungstars etablieren

Da der 1. FC Köln immer noch mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen hat und einen erheblichen Umsatzverlust hinnehmen musste, ist sparen angesagt. Sportchef Dr. Christian Keller, der seit dem 1. April 2022 für die Kaderplanung zuständig ist, muss mit entsprechend wenig finanziellen Mitteln ein wettbewerbsfähiges Team zusammenstellen: „Alle Spieler haben deshalb Entwicklungspotentiale. […] Für jeden Spieler gibt es deshalb einen Maßnahmenplan, um gezielt an den jeweiligen Entwicklungsfeldern zu arbeiten, und eine Zeitprognose“, erklärte Keller im September 2022 gegenüber dem Geissblog.

Vizepräsident Sauren sagte ergänzend dazu: „Unser Ziel ist, in jeder Saison mindestens einen Spieler bei den Profis zu etablieren.“ Auch Präsident Wolf griff das Thema Jugendarbeit auf der Mitgliederversammlung am 20. September 2022 nochmals auf: „Wir wachsen mit unserem Nachwuchs, und darum ist das Nachwuchsleistungszentrum mit Abstand das wichtigste Projekt für den FC.“ Aktuell gibt es jedoch noch einen Streit zwischen Stadt und Verein, was das Geißbockheim-Thema angeht.

Diese Philosophie teilt auch Trainer Steffen Baumgart, der seinen neuen Arbeitgeber bereits kurz nach Amtsantritt im September 2021 lobte: „Man muss deutlich sagen, dass der FC eine der besten Nachwuchsarbeiten in Deutschland macht. […] Es geht nicht darum, einfach nur ein Talent zu sein, sondern das Talent auch mit rüber zu nehmen. Der schwierigste Weg für einen jungen Spieler ist einfach der Weg vom Jugend- in den Männerbereich. Und da wollen wir helfen und da wollen wir dabei sein.“ Ein aktuelles Beispiel unterstreicht diese Worte: Mathias Olesen, der aus der vereinseigenen Talentschmiede stammt, zählt mittlerweile zum Profi-Kader.

1. FC Köln: Digitalisierung im RheinEnergie-Stadion – FC-Schal bald als Eintrittskarte?

Auch im Hinblick auf technische Innovationen ist der 1. FC Köln seinen Matchplan längst angegangen: So präsentierte man beim Telekom Cup gegen den AC Mailand in der Saisonvorbereitung zahlreiche Maßnahmen, die in einem modernen RheinEnergie-Stadion ihren Platz haben könnten. Unter anderem fanden Bodycams ihre Verwendung, die den Zuschauerinnen und Zuschauern die Partie aus der Sicht einiger FC-Profis ermöglichten. Außerdem sorgten Tracker in den Schuhsolen dafür, dass nicht nur Geschwindigkeiten, sondern auch Pässe und Schüsse automatisch gezählt werden konnten. Weiterhin kamen ein Schal, welcher als Eintrittskarte in die Arena diente, sowie ein innovatives Crowd Management System, zum Einsatz.

Der 1. FC Köln arbeitet mit Hochdruck an einer Umsetzung des 10-Punkte-Plans. Wenn der Bundesligist diese Strategie weiterhin so ehrgeizig verfolgt, dürfte sich dies langfristig äußerst gewinnbringend auf den Klub auswirken. Die ersten positiven Effekte sind jedenfalls bereits erkennbar. (md) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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