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Nach Nizza-Krawallen: FC-Fan muss für 18 Monate in den Knast

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Fans des 1. FC Köln und von OGC Nizza prügeln sich im Stadion.
Fans des 1. FC Köln und von OGC Nizza prügelten sich im Stadion (8. September). © PanoramiC/Imago

Ein Fan des 1. FC Köln ist nach den Nizza-Krawallen zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Es war nur der Auftakt – noch im Januar folgt ein weiterer Prozess.

Bergisch Gladbach – Wilde Schlägereien, Pyrotechnik und über 40 Verletzte – die Szenen bei den Fan-Krawallen in Nizza im September 2022 haben ganz Fußballdeutschland schockiert. Damals war es bei der Partie in der UEFA Conference League zwischen OGC Nizza und dem 1. FC Köln zu schweren Ausschreitungen gekommen. Rund vier Monate nach dem Skandal-Spiel ist ein erstes Urteil ergangen. Ein FC-Fan (36) wurde vor dem Amtsgericht Bergisch Gladbach wegen schwerem Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung verurteilt.

18 Monate Haft für FC-Fan nach Nizza-Krawallen

Das Gericht blieb mit seinem Urteil nur knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung gefordert hatte. Die zuständige Richterin erklärte in ihrer Urteilsbegründung, dass der Angeklagte zwar geständig gewesen sei und „glaubhafte Reue“ gezeigt habe, bezweifelte aber die Beteuerung des 36-Jährigen, sich „von der Szene gelöst“ zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Negativ für den FC-Fan wirkten sich vor allem seine Vorstrafen und die langjährige Szenezugehörigkeit aus. Der Gerüstbauer und Familienvater aus Bergisch Gladbach (Rheinisch-Bergischer Kreis) war auf diversen vor Gericht gezeigten Videos bei einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Nizza-Fan auf der Tribüne im Stadion von Nizza zu sehen. Er saß bereits die vergangenen 113 Tage in U-Haft.

Der Angeklagte (M) steht im Gerichtssaal neben seinem Verteidiger Ingmar Rosentreter (r).
Der Angeklagte (M) steht im Gerichtssaal neben seinem Verteidiger Ingmar Rosentreter (r). © picture alliance/dpa

OGC Nizza gegen 1. FC Köln: Mehr als 40 Verletzte nach Krawallen

Der Prozess und das Urteil in Bergisch Gladbach waren erst der Auftakt des juristischen Nachspiels. Bereits am 31. Januar findet der nächste Prozess gegen zwei FC-Fans, diesmal in Köln, statt. Den beiden mutmaßlichen Randalierern wird unter anderem gefährliche Körperverletzung und ein besonders schwerer Fall des Landfriedensbruchs vorgeworfen.

Am 8. September 2022 war es vor dem Conference-League-Spiel in der südfranzösischen Stadt zu schweren Ausschreitungen zwischen Anhängern der Kölner und des OGC Nizza gekommen. Die Partie konnte erst mit rund einer Stunde Verspätung angepfiffen werden. FC-Coach Steffen Baumgart zeigte sich nach dem Spiel regelrecht schockiert von den Vorfällen. „Das, was gestern passiert ist, wird mich sehr lange begleiten. Das war einfach nur nackte Gewalt“, sagte der Trainer.

Bei den Krawallen wurden mehr als 40 Menschen verletzt, darunter neun Polizisten. Nach dem Spiel werteten Polizei und Staatsanwaltschaft rund 900 Video- und Fotodateien von FC-Anhängern aus. Zusätzlich bekamen die Ermittler noch 300 mündliche Hinweise auf Tatverdächtige. Rund vier Wochen nach dem Nizza-Spiel durchsuchte die Polizei dann Häuser und Wohnungen von 16 mutmaßlichen Beteiligten in Köln, Hürth, Pulheim und Bergisch Gladbach und vollstreckte fünf Haftbefehle. Der 1. FC Köln musste wegen der Ausschreitungen 100.000 Euro Strafe bezahlen. Zudem durften die Geißböcke keine Tickets für die übrigen Auswärtsspiele in der Conference League in Belgrad und beim 1. FC Slovacko verkaufen. (bs/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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