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1. FC Köln: Nikola Soldo, Innenverteidiger mit prominentem Vater

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Von: Max Dworak

Nikola Soldo im Porträt und in Aktion.
Nikola Soldo spielt seit dem 1. September 2022 für den 1. FC Köln. © Pixsell/ Imago & Treese/ Imago

Mit Nikola Soldo verpflichtete der 1. FC Köln am Ende des Sommer-Transferfensters einen robusten Abwehrmann. Alles, was man über ihn wissen muss.

Köln – In der buchstäblich letzten Sekunde des Sommer-Transferfensters 2022 meldet der 1. FC Köln am 1. September Vollzug in Sachen Nikola Soldo. Der Innenverteidiger soll die Abwehrzentrale des Bundesligisten verstärken und ist bis dato noch ein völlig Unbekannter. Mit seinem Transfer von Kroatien nach Deutschland ändert sich dies schlagartig: Der 21-Jährige darf sich endlich in einer der besten Ligen Europas beweisen.

Das ist Nikola Soldo

Geburtsdatum: 25. Januar 2001

Beim 1. FC Köln seit: 1. September 2021

Vertrag beim 1. FC Köln bis: 30. Juni 2025

Marktwert: 1,2 Millionen Euro (Stand: 21. September 2022)

verpflichtet von: NK Lokomotiva Zagreb für 500 Tausend Euro

Profi-Debüt: 16. August 2019 für NK Inter Zapresic gegen GNK Dinamo Zagreb (1. Liga, Kroatien)

Leistungsdaten Saison 2021/22 (NK Lokomotiva Zagreb): 33 Einsätze, zwei Tore, eine Vorlage, sieben Gelbe Karten

1. FC Köln: Nikola Soldo – Jugend und Wechsel in die Heimat

Soldo wächst wie seine beiden älteren Brüder Filip und Matija in der Schwabenmetropole Stuttgart auf, während Vater Zvonimir beim VfB in der 1. Bundesliga über den Rasen läuft. Der Papa nimmt seine Sprösslinge regelmäßig mit zu den Heimspielen, wo sie von der Tribüne aus mitfiebern. Als Nikola fünf Jahre alt ist, beendet Zvonimir seine Karriere und die Familie zieht zurück ins Heimatland Kroatien.

Nikola Soldo – Privatleben

Der FC-Profi ist der jüngere Bruder von Filip und Matija Soldo. Filip (*1997) spielt derzeit als Mittelstürmer in der 3. kroatischen Liga, Matija (*1995) ist aktuell vereinslos und spielt zuvor 2. slowenischen Liga als Rechtsverteidiger. Der Vater, Zvonimir Soldo, ist selbst Profi-Fußballer gewesen und hat vom 1. Juli 2009 bis 24. Oktober 2010 den 1. FC Köln trainiert.

Für den fußballbegeisterten Jungen ist klar: Er möchte auch ein Profi werden. In einem Interview aus dem Jahr 2008, da spielt Nikola in der Jugend des nationalen Vorzeigeklubs Dinamo Zagreb, sagt er vollkommen selbstbewusst nach einem Spiel: „Ich werde besser sein als Papa.“ Doch bis es in die Bundesliga geht, ist es noch ein langer Weg.

Nikola Soldo: Profi-Debüt und erste Länderspiele für Kroatien

Von 2010 bis 2015 wechselt Soldo insgesamt fünf Mal den Verein. In der U17-Auswahl von NK Inter Inter Zaprešić, unweit der Hauptstadt Zagreb, scheint er sein Glück endlich gefunden zu haben. Bereits Vater Zvonimir lief für den Traditionsklub auf und gewann 1992 sogar den kroatischen Pokal. Nach vier Jahren bei den Junioren schafft der 1,89 Meter große Abwehr-Hüne letztlich den erhofften Aufstieg zur ersten Mannschaft. Parallel nimmt auch seine Laufbahn in der Nationalmannschaft eine gute Entwicklung: Am 20. Mai 2019 wird er erstmals ins Aufgebot des U18-Kaders berufen, wo er im Freundschaftsspiel gegen Spanien debütiert.

Am 16. August des gleichen Jahres absolviert Soldo bei Zaprešić sein Premieren-Spiel in der A-Mannschaft gegen seinen Ausbildungsverein Dinamo Zagreb. Am Ende gibt es eine knappe 1:2-Niederlage, bei der der Debütant volle 90 Minuten auf dem Platz steht. Nach dem Spiel, das seine gesamte Familie von den Rängen aus verfolgt, sagt er stolz und entschlossen: „Ich hatte keine Angst, als ich erfuhr, dass ich in der Startelf stehen würde. Ich bin mit meinem Spiel zufrieden.“ Mit Blick in die Zukunft fügt er, diesmal deutlich kleinlauter, hinzu: „Ich hoffe, dass ich zumindest eine ungefähre Karriere wie die von Papa haben werde.“

Nikola Soldo: Wechsel zu Lokomotiva Zagreb

Von 2019 bis 2021 geht es weiter vorwärts: Für sein Land spielt er nach einigen Auftritten in den jüngeren Auswahlen am 8. Oktober 2021 das erste Mal für die U21. Nach dem ersten Spiel gegen Norwegen folgt gleich im zweiten Anlauf das erste Länderspiel-Tor: Beim 1:5-Auswärtssieg in Aserbaidschan im Rahmen der EM-Qualifikation trifft Soldo zum zwischenzeitlichen 3:0.

Nikola Soldo im Zweikampf.
Nikola Soldo (links) bei einem Länderspiel für die kroatische U21-Nationalmannschaft. © Bildbyran/ Imago

Auf nationaler Ebene tritt der Abwehrspieler ein wenig auf der Stelle. Mit Zaprešić muss er am Ende der Spielzeit 2019/20 als Tabellenschlusslicht in die zweite Liga runter. Auch in der Folgespielzeit 2020/21 schafft es die Mannschaft nicht, wieder aufzusteigen. Anschließend zieht Soldo, der mit zwei Toren und zwei Vorlagen dennoch glänzt, einen Schlussstrich und wechselt zurück ins Oberhaus. Lokomotiva Zagreb verpflichtet den 20-Jährigen am 1. Juli 2021.

Erste Wechselgerüchte aus Deutschland: Transfer zum 1. FC Köln

Beim Stadtrivalen seines Jugendvereins Dinamo ist Soldo prompt eine feste Größe in der Startelf und fehlt in der Saison 2021/22 lediglich in fünf Spielen. Am 17. August 2021, gleichbedeutend mit seinem Debüt für Lokomotiva, köpft er in der 42. Minute den Ausgleichstreffer gegen HNK Hajduk Split zum Saisonauftakt. Nach 36 Spieltagen schließen die Hauptstädter auf dem 5. Platz ab, Soldo gelingt am 27. Spieltag ein weiteres Tor sowie ein Assist, sodass er unter dem Strich auf drei Scorerpunkte bei seinem neuen Arbeitgeber in der Liga kommt.

Bereits im November 2021 verdichten sich die Anzeichen auf den ersten, ganz großen Wurf in seiner noch jungen Karriere: So soll der SV Werder Bremen, der in der 2. Bundesliga um den Wiederaufstieg in Liga eins kämpft, großes Interesse an dem Abwehr-Riesen haben. Konkret wird es jedoch nie, weshalb der 1. FC Köln, der den Spieler seit geraumer Zeit intensiv beobachten lässt, am Ende den längeren Atem hat.

Nicola Soldo schlägt eine Flanke.
Nikola Soldo (links) bei seinem Bundesliga-Debüt für den 1. FC Köln gegen VfL Bochum. © Treese/ Imago

Im Bundesliga-Spiel zwischen den Geißböcken und VfB Stuttgart verletzt sich Innenverteidiger Julian Chabot und muss mit einer Sprunggelenksverletzung bis auf weiteres zusehen. Da auch Bright Arrey-Mbi den FC nach einem knappen halben Jahr wieder verlässt, gehen Trainer Steffen Baumgart allmählich die Abwehrleute im Zentrum aus. So schlägt Sportchef Christian Keller am 1. September 2022 ein letztes Mal auf dem Transfermarkt zu und holt Soldo für etwa 500.000 Euro ins RheinEnergie-Stadion.

1. FC Köln: Nikola Soldo: „Mein Ziel, einmal in Deutschland zu spielen“

Der Neu-Kölner zeigt sich gleich in seinem ersten Interview mit dem Geißbock-Klub von seiner sympathischsten Seite: „Es war immer mein Ziel, einmal in Deutschland zu spielen, eine der größten Fußball-Ligen der Welt, wo mein Vater auch zehn Jahre gespielt hat. Ich weiß, dass der 1. FC Köln ein Club mit großer Tradition und sehr leidenschaftlichen Fans ist. Genau wie der FC habe auch ich große Ambitionen. Die Philosophie, dass man hier auf junge Spieler setzt, ist für mich umso mehr ein Ansporn, alles zu geben.“

Genau wie der FC habe auch ich große Ambitionen.

Nikola Soldo, Spieler des 1. FC Köln nach seinem Wechsel am 1. September 2022

Es wird spannend sein zu sehen, wie sich der Innenverteidiger, der alternativ auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann, in einer europäischen Top-Liga schlägt. Immerhin: Der Anfang ist getan, sowohl national als auch in der UEFA Europa Conference League ist er schon für Rot-Weiß aufgelaufen. Einfach wird es in der ungewohnten Umgebung definitiv nicht werden, das weiß auch der Vater: „Die Bundesliga wird eine große Herausforderung für meinen Nikola. Jetzt muss er Gas geben und sich durchsetzen.“(md) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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