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Erschöpfte Pferde aus Transporter befreit – so geht es den Tieren jetzt

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Eine Polizistin steht vor einem Pferdetransporter (l.) Ein abgemagertes Pferd steigt aus dem Pferdetransporter.
Die Polizei stoppte einen Pferdetransporter nach 19 Stunden Fahrt. Die Tiere hatten nicht einmal Wasser © Polizei Köln

Die Polizei Köln stoppte einen Pferdetransporter nach 19 Stunden Fahrt. Die Tiere hatten weder Wasser noch Futter. So geht es den geretteten Tieren jetzt.

Köln – 14 völlig erschöpfte Pferde wurden am Freitagmorgen, 17. September, auf dem Rastplatz Sülztal an der A3 bei Köln gerettet. Die Tiere waren zu diesem Zeitpunkt bereits seit 19 Stunden im Pferdetransporter – dicht aneinandergedrängt, ohne sich bewegen zu können. Nicht einmal Futter und Wasser hatten die Pferde. Der Laster samt Anhänger kam aus dem spanischen Valencia und wollte eigentlich weiter in die Niederlande. „Völlig überbelegt“ seien Transporter und Anhänger gewesen.

A3: Erschöpfte, unterernährte Pferde aus Transporter befreit – sie waren krank

Zwei Pferde laufen aus einem Pferdetransporter.
Nach 19 Stunden wurden 14 Pferde aus einem Transporter gerettet © Polizei Köln

Die Pferde waren teilweise unterernährt und krank, teilt das Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises mit. „Einige Tiere waren unterernährt, litten an Parasitenbefall, hatten ausgebrochene Hufe oder waren krank.“ Die Liste der Verstöße ist gravierend. Demnach trugen die Pferde keine Halfter, standen lose im Transporter und zwei Wallache waren „tierschutzwidrig mit dem Kopf nach oben festgebunden“. Die Pferde mussten dicht an dicht im Transporter stehen und hätten keine Möglichkeit gehabt, sich zu bewegen.

Köln: Pferdetransporter auf der A3 nach 19 Stunden gestoppt — Strafe für Fahrer

Auf dem Rastplatz bei Köln wurde der Pferdetransporter jedoch nach 19 Stunden gestoppt und die Tiere gerettet. Maut-Kontrolleure des Bundesamtes für Güterverkehr wurden auf den Laster aufmerksam. Als sie die erschöpften Tiere sahen, riefen sie die Polizei.

Gemeinsam mit Mitarbeitern des Kreisveterinäramts im Rhein-Sieg-Kreis wurden die 14 Pferde beschlagnahmt und auf einen Pferdehof gebracht. Dort wurden sie tierärztlich versorgt.

Erschöpfte Pferde aus Transporter befreit – so geht es den Tieren eine Woche später

Untergekommen sind die Pferde auf einem Pferdehof „in der Region“, so der Rhein-Sieg-Kreis auf Nachfrage von 24RHEIN.

Dort werden sie nun aufgepäppelt. Wie geht es den Tieren gut eine Woche später? „Aktuell sind die Pferde auf dem Weg der Besserung, sie sind gut untergebracht, werden fachgerecht gepflegt und werden, je nach Bedarf, von einem Tierarzt betreut. Lebensgefahr besteht und bestand bei keinem der Tiere“, so der Sprecher. „Für uns ist wichtig, dass die Pferde jetzt in Ruhe gesund werden können.“

Pferde aus Transporter auf A3 befreit – Anzeige gegen Fahrer

Bei der polizeilichen Überprüfung stellte sich außerdem heraus, dass an den Anhänger ein falsches Kennzeichen angebracht worden ist. Außerdem konnte der 58-jährige Fahrer keinen Sachkundenachweis zum Transport von Tieren vorlegen. Gegen ihn läuft nun eine Anzeige wegen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Die Polizisten behielten außerdem eine Sicherheitsleistung in Höhe von knapp 10.000 Euro ein. Ein Teil der Geldbuße wird für die Unterbringung der Pferde verwendet.

Doch es scheinen mehr Pferde auf diesem Weg transportiert worden zu sein. Bei einem Zwischenstopp in Bad Ems haben die Männer bereits zwei Pferde verkauft, berichtet das Veterinäramt. Die zuständige Behörde wurde daher eingeschaltet. (ots) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Rheinland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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