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Köln: Affenpocken-Verdacht bestätigt – 3 Männer mit typischen Symptomen

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Von: Johanna Werning

In Köln gibt es drei Affenpocken-Fälle. Die Männer (36, 45, 45) weisen typische Symptome auf. Außerdem gibt es eine Verdachtsperson und eine Kontaktperson. 

Update vom 24. Mai, 17:14 Uhr: Nun ist es offiziell: In Köln gibt es drei Affenpocken-Fälle. Das bestätigt eine Stadtsprecherin auf Nachfrage von 24RHEIN. Bei den Infizierten handelt es sich um drei Männer. Einen 36-Jährigen und zwei 45-Jährige. „Einen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen der drei Männer ist bislang nicht bekannt“, sagt die Stadtsprecherin weiter. Außerdem gibt es einen Verdachtsfall, der ebenfalls Symptome aufweist, und eine Kontaktperson.

Affenpocken-Verdacht in Köln? Testergebnis steht weiterhin aus

Erstmeldung vom 24. Mai: Köln – Der erste Affenpocken-Fall hat vermutlich Köln erreicht. Das bestätigt eine Stadtsprecherin auf Nachfrage von 24RHEIN am Montagnachmittag (23. Mai). „Aktuell befindet sich der Mann zu Hause in Quarantäne. Das Testergebnis steht noch aus.“ Allerdings gibt es „starke Hinweise“ auf die Erkrankung mit dem Virus und typische Symptome, sagt die Stadtsprecherin.

Affenpocken-Verdacht in Köln: 45-Jähriger mit Symptomen – Testergebnis steht aus

„Ein 45-jähriger Mann, der zuvor aus dem Urlaub zurückgekehrt war, weist Symptome auf, die zu der Erkrankung passen. Der Erkrankte hat vom Kölner Gesundheitsamt eine Ordnungsverfügung erhalten und darf seine Wohnung nicht verlassen“, teilt die Stadt am frühen Abend mit.

Und auch am Dienstag liegt noch kein Ergebnis vor. „Ein Testergebnis einer Gewebeuntersuchung steht noch aus.“ Laut einer Stadtsprecherin ist auch noch nicht klar, wann das Ergebnis vorliegt. Bis dahin steht der Mann auch weiterhin unter häuslicher Quarantäne.

 Die Affenpockenviren unterm Elektronenmikroskop. Der Kreis zeigt die Handflächen eines Affenpockenpatientens.
Das Testergebnis des Kölner Verdachtsfalles steht noch aus (IDZRW-Montage) © CDC/Brian W.J. Mahy/dpa & Andrea Maennel/afp

Affenpocken-Verdacht in Köln: Infizierte sich der 45-Jährige im Urlaub?

Bei dem Fall in Köln geht das Ministerium von einem Kontakt zu einem Ausbruch der Affenpocken auf Gran Canaria aus, meldet die Deutsche Presse-Agentur dpa. Eine Verbindung zum Fall in München gibt es demnach nicht. Wann die ersten Symptome aufgetaucht sind und wie die mögliche Ansteckung stattgefunden hat, ist noch unklar.

Affenpocken in Köln? Kölner hatte Kontakt zu infizierten Person

Allerdings gibt es unabhängig von dem Verdachtsfall bereits eine Kontaktperson, die im Urlaub Kontakt mit einer infizierten Person hatte und nun zurückgekehrt ist. Der 60-jährige Kölner weist bislang jedoch keinerlei Symptome auf, heißt es am Dienstag. Trotzdem wurde ihm geraten, zu Hause zu bleiben und enge Kontakte zu meiden.

Verdacht in Köln: Wie viele Affenpocken-Fälle gibt es?

Falls sich der Verdacht in Köln beim Labortest bestätigt, handelt es sich um womöglich um den ersten offiziellen Affenpocken-Fall in NRW. Bisher gibt es in Deutschland nachgewiesene Ausbrüche lediglich in den Städten München und Berlin. Der Münchner Patient hielt sich allerdings zuletzt auch in Düsseldorf auf.

Bereits am Samstag kündigte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums darum an, dass „mögliche Kontakte von Personen mit dem Affenpockenvirus“ vorliegen. Nun gibt es allerdings Entwarnung für Düsseldorf: Der Affenpocken-Infizierte, der in München behandelt wird, hat sich zwar in Düsseldorf aufgehalten, allerdings muss der Aufenthalt vor der eigentlichen Ansteckung des Patienten mit dem Affenpockenvirus stattgefunden haben. Die Ansteckung sei demnach erst bei einem Zwischenstopp auf der Weiterreise nach München erfolgt.

Affenpocken: Wie gefährlich ist die Erkrankung? Wie infiziert man sich?

Aber was genau sind Affenpocken eigentlich und wie gefährlich ist die Virus-Erkrankung? „Affenpocken sind eine seltene, von Tieren, vermutlich vor allem Nagetieren, auf Menschen übertragbare Virus-Erkrankung. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind selten, aber möglich, vor allem bei engem Kontakt“, erklärt das RKI.

Und auch Dr. Johannes Nießen, Leiter des Gesundheitsamtes Köln erklärt: „Die Übertragung von Affenpocken ist nicht zu vergleichen mit der Übertragung des Corona-Virus. Deshalb besteht kein Grund zur Panik. Dennoch rät das Kölner Gesundheitsamt zur Vorsicht: Bei entsprechenden Symptomen oder engem Kontakt zu Personen mit solchen Symptomen sollte man sich selbst isolieren und schnellstmöglich untersuchen lassen. Kontaktpersonen sollten enge Kontakte meiden und zu Hause bleiben.“

Man habe sich auf Infektionskrankheiten aller Art in Köln vorbereitet. Zusätzlich sei das Kölner Gesundheitsamt im engen Austausch mit dem Landeszentrum Gesundheit NRW und den Kliniken.

Affenpocken-Fall in Köln: Was sind die Symptome?

Zwei Hände, die die Erkrankung mit dem Virus Affenpocken zeigen.
Auffälligstes Symptom bei den Affenpocken: Pocken am gesamten Körper (Archivbild) © CDC/Brian W.J. Mahy/dpa

Symptome sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Im weiteren Krankheitsverlauf bilden sich Pocken auf der Haut, die letztlich verkrusten und abfallen. „Die Hauteffloreszenzen beginnen häufig im Gesicht und breiten sich dann auf andere Körperteile aus“, erklärt das RKI. In der Regel verläuft die Erkrankung mit den Affenpocken mild.

Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland wird nach derzeitigen Erkenntnissen des RKI als gering eingeschätzt. Auch wenn weitere Fälle der Virus-Erkrankung nicht ausgeschlossen werden.

Affenpocken: Lauterbach für 21-tägige Isolation – dennoch kein „Beginn einer neuen Pandemie“

Um einer Ausbreitung entgegenzuwirken, wird eine Isolation von mindestens 21 Tagen empfohlen. Das sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag am Rande des Deutschen Ärztetages in Bremen der dpa. Er betonte zugleich, was man aktuell mit den Affenpocken erlebe, sei „nicht der Beginn einer neuen Pandemie“. Es handele sich um einen bekannten Erreger, und man wisse, wie man ihn bekämpfen könne.

Dennoch müsse man die Erkrankungen ernst nehmen, so Lauterbach weiter. Es sei noch nicht bekannt, warum Ausbrüche international diesmal anders verliefen als in der Vergangenheit. Möglich sei, dass der Erreger oder die Anfälligkeit von Menschen sich verändert habe. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde zuletzt am 24. Mai aktualisiert.

Transparenz-Hinweis: Zunächst teilte die Stadt Köln mit, dass sich der Patient auf dem Weg in ein Krankenhaus befindet. Der Mann befindet sich allerdings in Quarantäne zu Hause. Wir haben das entsprechend korrigiert.

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