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Affenpocken in Köln: Drei bestätigte Fälle mit „typischen Symptomen“

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Von: Johanna Werning

Die Stadt Köln bestätigt am Dienstag, 24. Mai, drei Affenpocken-Fälle. Bei den Infizierten handelt es sich um drei Männer. Außerdem gibt es einen Verdachtsfall.

Köln – In Köln gibt es nun drei bestätigte Affenpocken-Fälle. Außerdem gibt es einen weiteren Verdachtsfall und eine zusätzliche Kontaktperson. Das bestätigt eine Sprecherin der Stadt am Dienstag, 24. Mai. „Bei den bestätigten Fällen handelt es sich um einen 36-Jährigen und zwei 45-Jährige. Der Verdachtsfall ist 57 Jahre alt.“ Hier müsse noch das Testergebnis abgewartet werden, allerdings habe er ebenfalls Symptome.

Affenpocken in Köln: Drei bestätigte Fälle – und ein Verdachtsfall

Links: Zwei Wissenschaftler untersuchen in einem Labor etwas. Rechts: Ein positives Testergebnis weist auf eine Affenpocken-Erkrankung hin.
Die Stadt Köln meldet drei Affenpocken-Fälle (Symbolbild) ©  YAY Images/Imago & Christian Ohde/Imago

„Ein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen der drei Männer ist bislang nicht bekannt“, sagt die Stadtsprecherin weiter. Alle vier Männer sind nun in häuslicher Quarantäne. Die drei Infizierten haben dabei die „typischen Symptome: die Hautveränderungen. Dazu haben manche Gliederschmerzen. Einer hat Fieber“, so die Sprecherin. Neben den drei Affenpocken-Erkrankten gilt auch für den Mann, der als Verdachtsfall gilt, eine Isolationsverordnung. Bereits am Montag gab es einen ersten Affenpocken-Verdacht in Köln.

Affenpocken in Köln: Wie lange ist die Viruserkrankung ansteckend?

„Alle vier Personen haben eine Ordnungsverfügung erhalten und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Das Gesundheitsamt berücksichtigt dabei die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vorgegebene Quarantänefrist von 21 Tagen – ab Beginn der Symptome“, so die Stadt.

Das Bild zeigt eine Elektronenmikroskopische Aufnahme des Affenpockenvirus, daneben Strand-Urlauber auf Gran Canaria.
In Köln gibt es drei Fälle von Affenpocken. So sieht das Affenpockenvirus auf einer Elektronenmikroskopische Aufnahme aus. © ANDREA MAENNEL/afp

Denn: „Bei den Pocken gilt – wie bei Windpocken – eine Ansteckungsgefahr. Darum müssen die Pocken erst verkrusten und abfallen“, so die Stadtsprecherin. Erst danach gelten die Patienten nicht mehr als ansteckend und können die Isolation beenden.

Affenpocken in Köln: Vier Personen in Quarantäne – eine weitere Kontaktperson

Neben den Virus-Fällen und dem Verdachtsfall gibt es außerdem eine Kontaktperson. „Der 60-jährige Kölner weist bislang keinerlei Symptome auf. Trotzdem wurde ihm geraten, zu Hause zu bleiben und enge Kontakte zu meiden“, teilt die Stadt weiter mit.

Außerdem liegen dem Gesundheitsministerium zurzeit weitere Hinweise auf mögliche Kontakte von Personen mit dem Affenpockenvirus in Nordrhein-Westfalen vor, denen durch die Gesundheitsämter nachgegangen wird, heißt es vom Gesundheitsministerium des Landes am Dienstagabend. Darum sei man im engen Austausch mit dem Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB). „Die Situation wird genau beobachtet. Bereits in der vergangenen Woche hat das Gesundheitsministerium Ärztinnen und Ärzte sowie die Gesundheitsämter im Land um verstärkte Wachsamkeit gebeten.“

Affenpocken

► Affenpocken werden ausgelöst durch das Affenpockenvirus Orthopoxvirus simiae (auch Monkeypox virus, MPXV) aus der Gattung Orthopoxvirus. Das Virus ist verwandt mit den klassischen humanen Pockenviren (Variola, Smallpox) und den ebenfalls als Zoonose bekannten Kuhpockenviren.

► Affenpocken sind eine seltene, vermutlich vor allem von Nagetieren auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch-zu-Mensch sind nach aktuellen Erkenntnissen selten, aber möglich, vor allem bei engem Kontakt. Meist handelt es sich um einen milden Verlauf.

► Die Inkubationszeit (die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung) beträgt etwa 5 bis 21 Tage

► Symptome: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Lymphknotenschwellung sowie durch Symptome auf der Haut: Die Pocken treten zuerst als Fleck, dann als Knötchen und Bläschen und schließlich als Eiterbläschen auf.

► Was tun bei Affenpocken-Verdacht? Das Gesundheitsamt Köln rät bei entsprechenden Symptomen oder engem Kontakt zu Personen mit Symptomen einer Erkrankung mit Affenpocken, sich selbst zu isolieren und schnellstmöglich untersuchen zu lassen. Kontaktpersonen sollten enge Kontakte meiden und zu Hause bleiben.

► Bei Bürgeranfragen wenden Sie sich bitte an das NRW-Gesundheitsministerium: Telefon 0211 855-5.

(Quelle: RKI, Stadt Köln, NRW-Gesundheitsministerium)

Köln: Mehrere Affenpocken-Infizierte – wie gefährlich ist das Virus?

Gleich drei Affenpocken-Fälle meldet die Stadt Köln am Dienstag. Dabei handelt es sich um die ersten Fälle in NRW. Aber wie gefährlich ist die Virus-Erkrankung? „Die Übertragung von Affenpocken ist nicht zu vergleichen mit der Übertragung des Corona-Virus. Deshalb besteht kein Grund zur Panik“, erklärt Dr. Johannes Nießen, Leiter des Gesundheitsamtes Köln, zuletzt.

„Dennoch rät das Kölner Gesundheitsamt zur Vorsicht: Bei entsprechenden Symptomen oder engem Kontakt zu Personen mit solchen Symptomen sollte man sich selbst isolieren und schnellstmöglich untersuchen lassen. Kontaktpersonen sollten enge Kontakte meiden und zu Hause bleiben“, so Nießen weiter.

Und das NRW-Gesundheitsministerium sagt: „Der vermutete Übertragungsweg bei den aktuellen Fällen in Deutschland ist – laut Bundesministerium für Gesundheit – sehr enger Körperkontakt, insbesondere Geschlechtsverkehr. Ohne engen Körperkontakt wird von einem geringen Übertragungsrisiko ausgegangen.“ Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland wird nach derzeitigen Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts (RKI) als gering eingeschätzt. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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