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Ukraine-Hilfe: Spenden gehen zurück – Blau-Gelbes Kreuz schlägt Alarm

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Von: Johanna Werning

Links: Das Spendenlager des Blau-Gelben Kreuzes in Köln. Rechts: Natalie Nothstein (links) und Linda Mai.
Natalie Nothstein (links) und Linda Mai vom Blau-Gelben Kreuz sammeln mit unzähligen Ehrenamtlern Spenden für die Ukraine © 24RHEIN

Seit rund acht Wochen ist das Blau-Gelbe Kreuz im Dauereinsatz. Der Verein aus Köln sammelt Spenden für die Ukraine und Ukraine-Flüchtlinge.

Köln – Seit Donnerstag, 24. Februar, ist vieles anders. Der Grund: Russische Truppen marschierten in die Ukraine ein. Seitdem herrscht in der Ukraine-Krieg. Und das Blau-Gelbe Kreuz aus Köln ist im Dauereinsatz. Denn Millionen Menschen sind auf der Flucht. Sowohl die Geflüchteten als auch die Menschen in der Ukraine benötigen Hilfe. Einen großen Beitrag leistet dafür der gemeinnützige Verein. Innerhalb kürzester Zeit ist man über sich hinaus gewachsen.

Köln: Blau-Gelbes Kreuz seit Ukraine-Krieg im Dauereinsatz – um Spenden zu sammeln

„Vor dem 24. Februar gab es 30 Vereinsmitglieder“, so Natalie Nothstein, Pressesprecherin vom Blau-Gelben Kreuz beim Gespräch mit 24RHEIN. Der gemeinnützige Verein organisierte damals ein Sommerferien-Projekt, bei dem ukrainische Schulkinder zwei unbeschwerte Wochen in Deutschland verbringen konnten.

Doch seit dem 24. Februar befinden sich die Mitglieder und Ehrenamtler des Blau-Gelben Kreuzes im Dauereinsatz. Neben Demonstrationen organisiert der Verein vor allem Spenden – für Ukraine-Geflüchtete und für die Menschen in der Ukraine. Allein am Mittwoch, 20. April, wurden drei Lkws beladen. Ihr Ziel: Die ukrainisch-polnische Grenze. An Bord: 120 Tonnen Spenden, erzählt die Pressesprecherin einen Tag später.

Blau-Gelbes Kreuz: Spenden für Ukraine – „der Krieg macht keine Pause“

Neben Privatpersonen und Vereinen spenden auch Konzerne wie Rewe die benötigten Spendenmittel. Aber wie kommen die Hilfsgüter in die Ukraine? Ganz leicht ist das nicht. Die Spenden kommen an einem Ende der 1600 Quadratmeter großen Lagerhalle in Köln-Zollstock an. Dort werden sie dann von Ehrenamtlern sortiert und in verschiedene Kisten gepackt. Von Kleidung, über Hygieneartikel bis zu Babynahrung. Die Kisten werden dabei auf Deutsch und Ukrainisch beschriftet und themenbezogen auf einzelnen Paletten gestapelt.

Unzählige Kisten mit Spenden stehen in einer Reihe in einer Lagerhalle in Köln.
Unzählige Kisten mit Spenden werden vom Blau-Gelben Kreuz für die Ukraine gepackt. © 24RHEIN

Damit die Spendenmittel schnellstmöglich in der Ukraine ankommen, ist das Blau-Gelbe Kreuz montags bis sonntags im Einsatz. „So blöd das klingt, der Krieg macht keine Pause“, sagt Jan, der seit Beginn des Ukraine-Kriegs beim Blau-Gelben Kreuz hilft. Gepackt wird darum beinahe rund um die Uhr. Immerhin will der Verein alle zwei Tage einen mit Spenden vollgepackten Lkw in Richtung Ukraine losschicken.

Hilfe für die Ukraine: Spenden gehen zurück – dabei werden sie weiter dringend benötigt

Das Problem: Immer weniger Spenden kommen im Spendenlager an der Marktstraße an. „Am Anfang haben wir 40 bis 50 Paletten am Tag gepackt, jetzt schaffen wir teilweise nicht einmal eine“, erzählt Jan weiter.

Dabei geht der Krieg in der Ukraine weiter. „Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, meint Natalie. Das bedeutet, dass die Geflüchteten und die Menschen, die in der Ukraine leben, auch weiterhin Hilfe benötigen. „Heute Morgen kam eine Anfrage, Charkiw braucht 22 Paletten Essen. Wir haben zwei fertig“, so Jan.

„Nur mit den Spenden können wir helfen – ob in der Ukraine oder hier vor Ort“, fasst Linda Mai, Vereinsgründerin vom Blau-Gelben Kreuz zusammen. „Vor allem haltbare Lebensmittel, Hygieneprodukte wie Duschgel und Zahnpasta sowie Babynahrung und Pampers brauchen wir aktuell“, berichtet die Vereinsgründerin.

Neben Sachspenden seien aber vor allem die Geldspenden wichtig. Denn damit kann der Verein schneller und unter Umständen sogar größere Mengen an Hilfsgütern organisieren. Auch wichtige Medizin kann mit Geldspenden besorgt werden, und „die ist aktuell sehr wichtig, um überhaupt Leben retten zu können“ erklärt Linda.

Ukraine-Krieg: So kann man dem Blau-Gelben Kreuz helfen

Blau-Gelbes Kreuz in Köln: „Sind auf die Hilfe der ganzen Ehrenamtler angewiesen“

Aber nicht nur an Spenden fehlt es. Damit das Blau-Gelbe Kreuz auch weiterhin helfen kann, benötigt der Verein ehrenamtliche Unterstützung. „Wir sind ein kleiner, gemeinnütziger Verein. Wir sind auf die Hilfe der ganzen Ehrenamtler angewiesen. Ohne die würde hier gar nichts funktionieren. Ohne die wäre das gar nicht möglich“, erzählt Natalie. Ob die Einpacker im Spendenlager oder die Fahrer der Transporter – alle sind Ehrenamtler, betont die Pressesprecherin weiter. Rund 40 Leute sind täglich im Einsatz. „Da hat jeder seine Aufgabe. Alex zum Beispiel kümmert sich um die Logistik und Lukas und Paul organisieren alles, damit es hier läuft“, berichtet Natalie.

Wer auch helfen möchte, ist jederzeit willkommen. „Es gibt enorm viel zu tun. Kommt einfach vorbei. Arbeit finden wir immer“, so Linda. Der Zusammenhalt komme dennoch nicht zu kurz. „Ich sag immer, dass wir eine Patchwork-Familie sind – und Linda ist unsere Mama“, scherzt Natalie. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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