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Badeverbot am Fühlinger See – 22-Jähriger will das jetzt ändern

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Von: Johanna Werning

Ein junger Mann springen in den Fühlinger See in Köln.
Nur am „Blackfoot Beach“ ist das Baden im Fühlinger See in Köln erlaubt. (Archivbild) © Henning Kaiser/dpa

Der Fühlinger See gilt als beliebtester Badesee in Köln. Doch das Schwimmen ist hier weitgehend verboten. Felix Scherf will gegen das Badeverbot vorgehen.

Köln – Endlich ist es so weit: Sonne, Sommer, Sonnenschein – auch in Köln. Die passende Abkühlung für die heißen Sommer-Temperaturen gibt unter anderem der Fühlinger See im Stadtbezirk Köln-Chorweiler, zumindest theoretisch. Denn auch wenn es neben der Regattabahn gleich mehrere Seen gibt, ist das Schwimmen und Baden nur am kostenpflichtigen und beaufsichtigen Blackfoot Beach erlaubt. Überall sonst gilt ein strenges Badeverbot. Wer dagegen verstößt, muss bis zu 1.000 Euro zahlen.

Fühlinger See: Petition gegen Schwimmverbot in Köln – 6000 Unterstützer

Felix Scherf will das ändern. Bereits 2021 hat er eine Online-Petition gegen das Badeverbot am Fühlinger See gestartet. „Ich schwimme jeden Tag im Fühlinger See und möchte dies auch weiter tun. Wir verbieten ja auch keine Autos, weil Menschen im Straßenverkehr sterben“, heißt es unter seiner Petition. Mit seiner Meinung ist der 22-Jährige nicht allein. Die Petition hat rund 6000 Unterstützer. Allein aus Köln haben laut Petitionsplattform über 5000 Personen unterschrieben.

Felix Scherf auf einem Selfie in Köln.
Felix Scherf hat eine Petition gegen das Schwimmverbot im Fühlinger See gestartet © Felix Scherf/privat

„Ende 2021 wurde die Petition dann von der Plattform eingereicht. Ein paar Monate später habe ich sie dann auch noch einmal bei der Stadt eingereicht – weil es wohl nicht an den entsprechenden Stellen ankam“, erinnert sich Scherf im Gespräch mit 24RHEIN. Seitdem sind bereits wieder mehrere Monate vergangen. Und die Stadt? Die hat laut Scherf noch immer nicht reagiert.

Köln: Petition gegen Schwimmverbot am Fühlinger See – Stadt prüft Regelung

Auf Nachfrage von 24RHEIN teilt eine Sprecherin der Stadt mit: „Die Petition befindet sich im Verfahren und wird derzeit geprüft.“ Weitere Angaben macht die Stadt nicht. Stattdessen verweist man auf Kölner Stadtordnung: „Es ist nicht gestattet, zu baden, soweit es nicht durch diese Satzung zugelassen ist“, heißt es dort unter anderem.

Und auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte im Juni bei einer digitalen Bürgersprechstunde auf die Frage, ob das Badeverbot wirklich nötig sei, geantwortet: Das sei „leider vorerst unumgänglich“, zitiert der Kölner Stadt-Anzeiger. Der Grund laut Stadtverwaltung: „Die Gewässer und ihre Uferbereiche sind auch nicht gesichert, was die Gefahr von tödlichen Unfällen noch erhöht.“ Allein 2021 sind zwei Menschen bei einem Badeunfall im Fühlinger See gestorben. Felix Scherf, der die Petition gegen das Schwimmverbot in Köln gestartet hat, ist sich trotzdem sicher: „Alle schwimmen da, so gefährlich ist das nicht.“

Fühlinger See in Köln
Größe:rund 200 Hektar groß
Bereiche:See 1-7 und Regattabahn
Eingeweiht:1978
Adresse:Stallagsbergweg, 50769 Köln

Fühlinger See in Köln: Kölner geht gegen Badeverbot vor – „je mehr Petitionen, umso besser“

Aber wie geht es jetzt weiter? Für den 22-Jährigen ist klar, dass einfach so aufgeben, nicht infrage kommt. Dass es mittlerweile weitere Petitionen gegen das Schwimmverbot im Fühlinger See gibt, findet er richtig. „Je mehr Petitionen, umso besser“, lautet seine Devise. Denn irgendwann müsse die Stadt dann reagieren. Bis dahin müssen Kölnerinnen und Kölner allerdings wohl weiterhin auf die anderen und vor allem erlaubten Badeseen in Köln ausweichen. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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