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Badeunfall am Fühlinger See: Stadt erklärt, warum schwimmen verboten ist

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Von: Mick Oberbusch

Fühlinger See in Köln während Summerjam mit Zelten, Taucher der DLRG geht unter Wasser (Montage).
Während des Summerjam-Festivals 2022 kam es zu einem tragischen Badeunfall – wie wird so etwas künftig verhindert? (Symbolbild, IDZRW-Montage). © Panama Pictures/Imago & Future Image/Image

Ein tragischer Badeunfall am Fühlinger See überschattete das dort stattfindende Summerjam-Festival. Baden ist dort eigentlich nicht erlaubt.

Köln – Das Reggae-Festival Summerjam stand nach drei Jahren Pause 2022 wieder ganz im Zeichen von guter Musik (u.a. Seeed-Konzert am Freitag), entspannter Stimmung und Sonnenschein – bis am dritten Festivaltag am Sonntag, 3. Juli, ein tragischer Badeunfall das Großevent am Fühlinger See in Köln überschattete. Ein 50-jähriger Mann aus Frechen soll, voraussichtlich alkoholisiert, trotz Schwimm-Verbot am Fühlinger See an einer unbewachten Stelle ins Wasser gegangen sein. Der Rettungsdienst barg ihn rund zwei Stunden später aus neun Metern Tiefe und reanimierte ihn noch auf dem Weg ins Krankenhaus, bevor er dort seinen Verletzungen erlag.

Fühlinger See in Köln
Größe:rund 200 Hektar groß
Bereiche:See 1-7 und Regattabahn
Eingeweiht:1978
Adresse:Stallagsbergweg, 50769 Köln

Fühlinger See: Tragischer Badeunfall während Summerjam – trotz Schwimm-Verbot

Klar, dass sich nach diesem tragischen Unfall die Frage stellt, wie man solche Vorkommnisse künftig unterbinden will. Denn trotz Bade-Verbot in Fühlingen (Stadtbezirk Köln-Chorweiler) und hohen Strafen bei Verstoß dürften viele Kölnerinnen und Kölner bei Temperaturen jenseits der 30 Grad auch künftig nicht zögern, einen Ausflug dorthin zu machen, um sich abzukühlen. Das ist der Stadt durchaus bewusst, wie sie auf 24RHEIN-Nachfrage mitteilt. „Das Verbot jederzeit und überall durchzusetzen und alle Verstöße in zu ahnden, ist angesichts der Größe des Gewässers unmöglich“, erklärt eine Sprecherin.

Fühlinger See: Schwimmen nicht nur während Summerjam verboten – bis zu 1000 Euro Strafe

Bereits vor Festivalbeginn seien Camperinnen, Camper, Besucherinnen und Besucher auf das Verbot mit „zahlreichen Schildern durch den Veranstalter“ hingewiesen worden – das Schwimmen ist bekanntlich auch außerhalb des Festivals ausschließlich am direkt am See anliegenden Blackfoot Beach erlaubt. Das ist übrigens nicht erst seit Kurzem, sondern schon seit sehr langer Zeit so, wie eine Stadtsprecherin mitteilt. „Die Regeln zum Baden in Kölner Gewässern gehen aus der Kölner Stadtordnung hervor, ebenso die Höhe der Bußgelder. Gemäß Ordnungswidrigkeitengesetz kann ein Bußgeld bis zu 1000 Euro betragen.“

Kölner Stadtordnung: Paragraf 17 regelt, wo Schwimmen erlaubt ist

In § 17 Gewässer – Baden und Nutzung in der Kölner Stadtordnung heißt es:

(1) Im Geltungsbereich dieser Verordnung ist das Baden in öffentlichen Gewässern verboten. Nur in den ausgewiesenen Badeeinrichtungen, d. h. im Schwimmbadbereich Fühlinger See (Blackfoot Beach, d. Red.), im Schwimmbadbereich Escher See und im Vingster Bad ist das Baden auf eigene Gefahr erlaubt. In Brunnen und Springbrunnen ist das Baden verboten.

(2) Das Betreten von zugefrorenen Gewässern erfolgt auf eigene Gefahr.

Tödlicher Badeunfall: OB Reker äußert sich zum Verbot am Fühlinger See

Auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker äußert sich gegenüber 24RHEIN noch einmal zu dem Badeverbot am Fühlinger See. „Ich kann nachvollziehen, dass es für viele Menschen verlockend ist, sich bei heißen Temperaturen mit einem Bad abzukühlen“, so die OB, fügt jedoch an: „Aufgabe der Stadt Köln ist es jedoch, Schaden von den Bürgerinnen und Bürgern abzuwenden“, so die Oberbürgermeisterin. Schaden, wie er eben am dritten Festivaltag beim Summerjam entstanden ist. „Wir können daher das Baden im Fühlinger See außerhalb des Freibades am Blackfoot Beach derzeit nicht erlauben“, sagt sie deshalb. Dennoch wolle Reker prüfen, ob Schwimmen am Fühlinger See an bestimmten Stellen auch abseits des Blackfoot Beach künftig erlaubt werden könne.

Nach Todesfall am Fühlinger See: Wie macht die Stadt den Summerjam künftig sicherer?

Wie man nun jedoch beispielsweise im kommenden Jahr beim Summerjam-Festival, wenn es wieder etliche Camperinnen und Camper ans Ufer zieht, Vorfälle wie jüngst verhindern will, bleibt abzuwarten. Auch, welche Maßnahmen ergriffen werden, ist noch unklar – werden möglicherweise Zäune aufgestellt, die vom Baden abhalten? Das Sicherheitspersonal aufgestockt? Oder die Strafen verschärft? Für Gäste des Festivals an der Regattabahn in Köln-Fühlingen sicher keine schöne Aussicht – angesichts des tragischen Badeunfalls jedoch eine, mit der sie möglicherweise künftig leben müssen. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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