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Neuer Stadtteil: Wie wird Kreuzfeld aussehen? Das sagen die Kölner

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Von: Martin Henning

Planungsentwurf „Kreuzfelder StadtNatur“ zum neuen Viertel Kreuzfeld in Köln.
So sieht der Entwurf zum Vorschlag „Kreuzfelder StadtNatur“ aus. © Stadt Köln

Kreuzfeld ist das wohl spannendste Kölner Bauprojekt der kommenden Jahre. Am Wochenende konnten die Kölner erstmals ihre Meinung zu den Entwürfen abgeben.

Köln – Seit ein paar Tagen ist klar, welche Pläne für den neuen Kölner Stadtteil Kreuzfeld es in die Auswahl geschafft haben. Sechs Entwürfe gibt es für das Projekt, das an Blumenberg angrenzt und Wohnraum für 9000 Menschen schaffen soll.

Welches der sechs Planungsteams letztlich den Zuschlag erhält, daran haben die Menschen in Köln entscheidenden Anteil. Am Samstag konnten sie bei einer öffentlichen Diskussion in Chorweiler erstmals Feedback zu den Entwürfen geben.

Neben den sechs Planungsteams, die ihre Entwürfe jeweils mit einem dreidimensionalen Modell vorstellten, waren auch weitere Verantwortliche vor Ort, um sich dem Feedback zu stellen und ein erstes Fazit zu ziehen:

Köln-Kreuzfeld: Bürger bemängeln Verkehrsverbindung und fehlende Jugendeinrichtungen

Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, drehten sich die teils heftigen Diskussionen vor allem um Themen wie Energieversorgung, Versiegelung von Grünflächen, Schulbau und Car-Sharing. Auch die schlechte Verkehrsverbindung, Angsträume und fehlende Einrichtungen für Jugendliche wurden von den Bürgerinnen und Bürgern angesprochen.

Ein klarer Favorit stellte sich bei den Diskussionen nicht heraus. So lobte jemand den „dörflichen Aufbau und die niedrige städtische Bebauung“ beim Entwurf „The Woodhood – Kreuzfeld Gartenstadt 2.0“. Ein anderer sprach sich für den Entwurf „Vier Quartiere – ein Veedel“ aus, Begründung: „Jedes Viertel hat eigene sinnstiftende Identität.“ Wiederum ein anderer Bürger lobte die „Kreuzfelder Stadt-Natur“ für die gelungene „Zusammenführung von Kreuzfeld und Blumenberg“.

Köln-Kreuzfeld: Die sechs Planungsbüros und ihre Entwürfe

Köln-Kreuzfeld: Planungsbüros stehen vor „unerfüllbarer“ Aufgabe

Auch Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner (CDU) ist noch unentschieden, welcher Vorschlag der passende sein könnte. „Ich habe keinen Favoriten. Bei keinem Entwurf habe ich geschrien: Ja, das ist die Lösung“, sagte Zöllner dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Er kritisierte das Verkehrskonzept der Entwürfe – die Lösung könne nicht sein, Autos „komplett zu verteufeln“ und nur auf Fahrräder zu setzen. Zöllner setzt sich für die Idee ein, Blumenberg und Kreuzfeld mit einer Brücke zu verbinden. Diesen Aspekt hatte sich allerdings keines der sechs Planungsbüros auf die Fahnen geschrieben.

Neben der öffentlichen Diskussion in Chorweiler hatten die Kölnerinnen und Kölner auch die Möglichkeit, online Feedback zu geben. Vom 13. August bis zum 23. August konnten sie über eine Umfrage des städtischen Portals „Meinung für Köln“ ihre Anregungen zu jedem Entwurf abgeben. Die Ergebnisse der Umfrage fließen mit in den Entscheidungsprozess ein.

Unabhängig vom Ausgang dieses Prozesses betonte Baudezernent Markus Greitemann, dass der Klimaschutz-Aspekt noch deutlicher herausgearbeitet werden müsse. Wie schwierig das ist, unterstrich Eva Herr vom Stadtplanungsamt. Den Wettbewerbern stelle sich eine „unglaublich komplizierte Aufgabe, die eigentlich unerfüllbar ist“, sagte Herr. Alleine schon deshalb, weil die Stadt „etwas fürs Klima tun“ wolle, aber „auf der grünen Wiese“ baue. 

Köln-Kreuzfeld: Wie geht es mit den Entwürfen zum neuen Stadtteil weiter?

Doch wie geht es nun weiter? Am 9. September entscheidet eine Jury, welche drei Entwürfe in die engere Auswahl kommen. Nachdem diese noch einmal überarbeitet werden, werden sie am 27. November erneut öffentlich präsentiert. Im Dezember bekommt eines der Planungsbüros schließlich den Zuschlag. Dann erteilt die Stadt den Auftrag zur integrierten Planung. Bis die Menschen im neuen Kölner Stadtteil Kreuzberg wohnen können, wird es aber noch Jahre dauern. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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