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Kreuzfeld: In Köln entsteht ein ganz neuer Stadtteil

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Von: Martin Henning

Drohnenbild des Areals bei Köln-Blumenberg, auf dem der neue Stadtteil Kreuzfeld entstehen soll.
Auf diesem Areal nahe Blumenberg soll der neue Kölner Stadtteil Kreuzfeld entstehen. © Stephan Weiden/Stadt Köln

Um Wohnraum zu schaffen, zieht die Stadt Köln im Bezirk Chorweiler ein komplett neues Veedel hoch: Kreuzfeld. Bis der Bau beginnt, dauert es aber noch Jahre.

Köln – Wohnraum in Köln ist knapp. Das weiß jeder, der hier auf der Suche nach einer Wohnung oder einem Haus ist. Auch die Stadt hat längst erkannt, dass die Infrastruktur langsam an ihre Grenzen gerät. Um dem entgegenzuwirken, hatte sie bereits angekündigt, am Industriehafen in Köln-Deutz ein neues Wohnquartier zu bauen.

Doch dabei soll es nicht bleiben. In den kommenden Jahren wird sie einen komplett neuen Stadtteil aus dem Boden stampfen: Kreuzfeld. Wie wird es im neuen Veedel aussehen? Mittlerweile haben sechs Planungsteams ihre Entwürfe für Köln-Kreuzfeld eingereicht (Fotos). Und ab wann kann man dort wohnen? 24RHEIN beantwortet die wichtigsten Fragen.

Köln-Kreuzfeld: Wo wird der neue Stadtteil gebaut?

Neben dem Stadtteil Blumenberg (Bezirk Chorweiler) gibt es ein Areal von etwa 80 Hektar Ackerfläche, auf dem der neue Stadtteil entstehen soll. Schon als Chorweiler in den 60er Jahren gebaut wurde, gab es erste Überlegungen für die Erschließung der angrenzenden Gebiete.

Doch während Blumenberg in den 1980er Jahren als Ein- und Mehrfamilienhaussiedlung fertiggestellt wurde, legte die Stadt das Projekt Kreuzfeld wegen infrastruktureller Mängel auf Eis. Erst 2015 nahm man die Planungen im Kölner Norden wieder auf.

Was soll in Köln-Kreuzfeld entstehen?

Die Stadt plant den Bau von 3000 Wohneinheiten. 30 Prozent davon sollen gefördert werden und somit auch für finanzschwächere Kölnerinnen und Kölner bezahlbar sein. 8000 Menschen sollen in Kreuzberg wohnen können.

Neben Wohnraum sollen durch den neuen Stadtteil auch viele Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Stadt will laut eigener Aussage „innovative und inklusive Wohnformen, Arbeit, Bildung, Kultur und soziale Infrastruktur“ in Kreuzfeld vereinen. Kreuzfeld soll ein grüner Stadtteil werden, der die Klimaziele 2030 erfüllt und als Schnittstelle zwischen Stadt und ländlicher Umgebung fungiert. Auch die Anbindung des Kölner Nordens an den öffentlichen Nahverkehr und die KVB möchte man durch das neue Veedel verbessern.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker machte im Wahlkampf 2020 deutlich, wie wichtig ihr das Thema ist. Sie bezeichnete Kreuzfeld als „Vorzeigestadtteil“.

Ab wann kann man in Köln-Kreuzfeld wohnen?

Sechs Planungsbüros haben bis Juni Zeit, der Stadt ein Konzept für den neuen Stadtteil vorzulegen. Die Bürgerinnen und Bürger werden in verschiedenen Veranstaltungen mit eingebunden, im August werden ihnen die sechs Konzepte vorgestellt. Ein Expertengremium grenzt die Auswahl danach auf drei Vorschläge ein, die wieder öffentlich zur Diskussion gestellt werden. Im Dezember 2021 soll dann schließlich ein Planungsbüro den Zuschlag erhalten.

Für Interessenten heißt es: Geduld haben. „Mit einem Baubeginn ist in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre zu rechnen, der Bezug könnte ab Ende der 2020er Jahre erfolgen“, sagt eine Sprecherin 24RHEIN.

Kann man in Köln-Kreuzfeld ein Haus kaufen?

Das war bereits Thema in einer digitalen Info-Veranstaltung für die Öffentlichkeit. Dort sprachen sich einige Teilnehmer für Einfamilienhäuser in Kreuzfeld aus. Kölns Baudezernent Markus Greitemann wollte in diesem Zusammenhang nicht allzu viele Hoffnungen machen. Er sehe Raum für Eigenheime „sehr, sehr kritisch“, sagte Greitemann. So oder so müssen die Bauflächen aber noch an Unternehmens- oder Bauträgergruppen vergeben werden, bevor ein Kauf überhaupt möglich wird. Und das Vergabeverfahren sei „in frühestens drei, vier oder fünf Jahren“ abgeschlossen, sagt ein Stadtsprecher 24RHEIN.

Zeitplanung der Stadt Köln beim Projekt Kreuzfeld

Was sagen die Kölnerinnen und Kölner zum Projekt Kreuzfeld?

Die Reaktionen sind gemischt. Alteingesessene Anwohner sind über die Bebauung des ländlichen Gebiets nicht wirklich glücklich. OB Reker wies darauf hin, dass der Beschluss alternativlos sei:

Dies ist keine wirklich demokratische Entscheidung – Köln wird weiterwachsen und würden wir nicht bauen, würden die Mieten weiter ins Unermessliche steigen.

OB Henriette Reker

Doch es gibt auch Viele, die den Bau befürworten. Bis zum 10. April konnten Anwohner der Stadt auf einer digitalen Karte ihre Wünsche für das neue Viertel mitteilen.

Besonders wichtig sind den Teilnehmern demnach Kitas und Schulen, mehr Radfahrwege, bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr in Köln und der Umweltschutz. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Letztes Update 19.08.2021: Verlinkung zu den sechs Entwürfen der Planungsteams für Köln Kreuzfeld.

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