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Köln: Neue Partei Team Todenhöfer in einem Stadtteil über 5 Prozent – aber warum?

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Von: Nina Büchs

Wahlplakate zur Bundestagswahl im September 2021 sind in Köln (NRW ) zu sehen.
Team Todenhöfer - Die Gerechtigkeitspartei wurde 2020 von dem früheren CDU-Politiker und Publizisten Jürgen Todenhöfer gegründet. (Archivbild) © Goldmann/Imago

Bundestagswahl 2021 Köln: Die junge Partei des bekannten Publizisten Jürgen Todenhöfer hat in einem Stadtteil aus dem Stand mehr als fünf Prozent geholt. Was steckt dahinter?

Köln – Bei der diesjährigen Bundestagswahl traten so viele Parteien an, wie nie zuvor. Neben der CDU, SPD, den Grünen oder der FDP versuchten dabei auch viele Kleinstparteien, Stimmen von Wählerinnen und Wählern für sich zu gewinnen. Zu den kleinen Parteien zählt auch das „Team Todenhöfer“, gegründet vom Ex-CDU-Bundestagsabgeordneten und Manager Jürgen Todenhöfer: Insgesamt kam die Partei in Köln auf 1,01 Prozent der Stimmen – im Stadtteil Chorweiler erreichte sie sogar über fünf Prozent. Beachtlich für eine Partei, die vor zwölf Monaten noch gar nicht existierte. Doch wer steckt dahinter, was sind die Ziele der Partei?

Das ist Team Todenhöfer – die Gerechtigkeitspartei

Köln: Team Todenhöfer über fünf Prozent in Chorweiler

Bei der Bundestagswahl hat die Partei Team Todenhöfer im Stadtteil Chorweiler nun 5,22 Prozent der Stimmen ergattert – deutlich mehr als andere Kleinstparteien wie Volt, dieBasis oder auch Die Humanisten. Chorweiler ist mit knapp 13.000 Einwohnern der größte Stadtteil im Stadtbezirk Köln-Chorweiler. „Ein erfreuliches Ergebnis“, wie Norman Saidi vom Team Todenhöfer Landesverband NRW findet. Überraschend seien die Ergebnisse seiner Partei aber nicht. „Wir haben uns davor ausgerechnet, dass wir in Nordrhein-Westfalen in allen größeren Wahlkreisen auf mindestens 0,3 Prozent kommen würden“, so Saidi. In 8 von 12 Großstädten in NRW seien sie nun „die dominierende Kleinstpartei“, so Saidi weiter. Auch in Hagen erzielten sie 4,68 Prozent, in Frankfurt (Wahlkreis 182) sei Team Todenhöfer nun sogar die siebtstärkste Partei.

BTW 2021: Zweitstimmen für Team Todenhöfer je Bundesland

Insgesamt hat die Partei Team Todenhöfer in Deutschland laut dem vorläufigen Endergebnis 0,5 Prozent der Zweitstimmen bekommen. Die meisten Stimmen erhielt sie in Berlin, Bremen und Hamburg. In Nordrhein-Westfalen erreichte sie insgesamt 0,7 Prozent.

Baden-Württemberg0,5
Bayern0,3
Berlin1,1
Brandenburg0,2
Bremen0,9
Nordrhein-Westfalen0,7
Hamburg0,9
Hessen0,7
Mecklenburg-Vorpommern0,2
Niedersachsen0,3
Rheinland-Pfalz0,4
Saarland0,4
Sachsen0,3
Schleswig-Holsten0,3
Thüringen0,2

Auch wenn die Partei Team Todenhöfer also im Stadtteil Chorweiler (gehört zum Wahlkreis Köln III) fünf Prozent erzielt hat, reicht es für einen Sitz im Bundestag bislang deutlich nicht aus. Denn um die Fünf-Prozent-Hürde zu schaffen und in den Bundestag einziehen zu dürfen, hätte die Partei bundesweit fünf Prozent der Zweitstimmen oder drei oder mehr Direktmandate erzielen müssen.

Köln Chorweiler: Team Todenhöfer über fünf Prozent

„Das Ziel unserer Partei ist es, Rassismus und Diskriminierung konsequenter zu bekämpfen“, so Saidi. Da in Chorweiler viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, sei es gut nachvollziehbar, dass sich die Wähler dort von dem Wahlprogramm seiner Partei angesprochen fühlen würden. Dass die Partei in der Domstadt durchaus Wähler finden kann, habe sich auch schon in den Monaten zuvor gezeigt. „Wir waren zweimal bei Kundgebungen in Köln, das erste Mal waren wir im April am Aachener Weiher – dort sind insgesamt 300 Menschen zu unserer Veranstaltung gekommen“, so Saidi. Etwas später gab es eine zweite Kundgebung am Heumarkt – mit doppelt so vielen Menschen. Dies habe gezeigt, die Partei komme bei Wählern an.

Jürgen Todenhöfer: Kritik an Berichterstattung zur Bundestagswahl

Was noch fehle? Mehr Bekanntheit. Dabei investierte das Team Todenhöfer im Vergleich zu anderen Kleinstparteien massiv in Wahlwerbung. In Köln grüßte Parteigründer Todenhöfer zum Beispiel von vielen Großplakaten und Litfaß-Säulen. Doch das reicht Jürgen Todenhöfer nicht – er fühlte sich bei der Wahlberichterstattung im TV benachteiligt.

Bundestagswahl 2021: Diese Kleinstparteien erhielten in Köln die meisten Stimmen

Was ist die Fünf-Prozent-Hürde?

Damit eine Partei in den Bundestag einziehen darf, muss sie bei der Wahl bundesweit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erzielen. Jedoch gibt es eine Ausnahme: Denn wenn eine Partei die Fünf-Prozent-Hürde nicht schafft, kann sie trotzdem in den Bundestag einziehen, wenn die Partei drei oder mehr Direktmandate erzielt hat. In diesem Fall wird sie dann trotzdem bei der Verteilung der Sitze nach Landeslisten berücksichtigt.

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