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Hochwasser, Corona: Lügnerin kassierte über 600.000 € Soforthilfen vom Staat

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Von: Constanze Julita

Ausschnitt des Kölner Landgerichts von außen und in einem Kreis das Formular für Corona-Softorthilfen
Eine 58-Jährige soll sich unter anderem durch Zuschüsse der Corona-Soforthilfen knapp 618.000 Euro verschafft haben (IZRW-Montage). © Thomas Banneyer/dpa & Robert Michael/dpa

Eine mutmaßliche Betrügerin soll knapp 618.000 Euro ergaunert haben – unter anderem durch Corona- und Hochwasserhilfen sowie Kurzarbeitergelder.

Köln – Die Corona- und Hochwasserhilfen sollen besonders denjenigen helfen, die in Not sind und finanzielle Hilfe dringend benötigen. Doch genau das soll eine Frau ausgenutzt haben. Eine 58-Jährige soll sich durch den Betrug ungefähr 618.000 Euro verschafft haben. Seit dem 5. Dezember läuft vor dem Landgericht Köln (Stadtbezirk Köln-Lindenthal) der Prozess. Ihr wird dabei vorgeworfen, zwischen März 2020 und April 2022 gewerbsmäßigen Betrug – unter anderem durch Corona- und Hochwasserhilfen – durchgeführt zu haben. Bei der Prozesseröffnung wies die Angeklagte die Vorwürfe zurück.

„Komplexes Lügengebäude“: 600.000 Euro mit Soforthilfen-Betrug – Prozess in Köln

Wie die dpa berichtet, soll sie über 600.000 Euro erhalten haben. Laut Anklageschrift wurden allerdings noch mehr beantragt. Zunächst soll die Frau Anträge für unberechtigte Soforthilfen für das Coronavirus bei den Bezirksregierungen in Köln und Düsseldorf eingereicht haben. Die Angeklagte soll zahlreiche Anträge mit einem „Volumen von über einer Million Euro“ gestellt haben. Zwar wurden nicht alle Anträge bewilligt, doch mit dem so erlangten Geld habe sie „weitgehend den Lebensunterhalt der Familie“ bestritten. Laut der Anklageschrift hat die Frau zur Besorgung der Gelder ein „komplexes Lügengebäude“ errichtet, heißt es weiter.

Doch nicht nur bei den Corona-Soforthilfen soll die Angeklagte zugeschlagen haben. Zu den weiteren Vorwürfen zählt unter anderem, dass die 58-Jährige außerdem Kurzarbeitergeld für nicht existente Arbeitnehmer bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt und auch bekommen haben soll.

Frau soll Hunderttausende durch Soforthilfen-Betrug gemacht haben – Urteil wohl im Januar

Darüber hinaus soll sie unberechtigt einen Gesamtbetrag von 17.500 Euro aus Hilfen des Hochwassers, die nach den Überflutungen durch den Starkregen im Juli 2021 bereitgestellt wurden, erhalten haben. Die Anklage geht von Mittätern aus. Insgesamt ist der Prozess mit zwölf Verhandlungstagen bis Ende Januar 2023 angesetzt. (cj mit dpa) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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