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Kölner Brauer äußern Existenzangst – und richten offenen Brief an Armin Laschet

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Von: Nina Büchs

Ein Köbes (Kellner) trägt Kölsch-Bier aus.
Aufgrund der Corona-Pandemie sehen Kölner Brauereien ihre Existenz bedroht. © Oliver Berg/dpa

Die Corona-Pandemie macht den Kölner Brauereien schwer zu schaffen. In einem Brief an NRW-Ministerpräsident Laschet fordert der Kölner Brauerei-Verband daher Unterstützung.

Köln – In den Braukesseln der rheinischen Domstadt brodelt es gewaltig. Sogar so gewaltig, dass der Kölner Brauerei-Verband nun seinem Ärger bei Ministerpräsident Armin Laschet Luft gemacht hat. Denn durch den Corona-Virus* und die Schließung der Gastronomien wird in diesem Jahr schätzungsweise 20 Prozent weniger Kölsch gebraut als sonst. Diese einschneidenden Umsatzeinbußen zwingen die Brauereien nun in die Knie.

Wegen Corona: Düstere Zukunftsprognosen für Kölner Brauereien

Der neue Teil-Lockdown hat die Kölner Brauereien weiter in die Enge getrieben. So haben die Brauereien nun auch ihre Produktion stark heruntergefahren. „Durch ausbleibende Mieten, Pachten und Darlehnsausfälle für Gastronomie-Objekte sind wir darüber hinaus stark belastet“, heißt es in einem offenen Brief, den der Kölner Bauerei-Verband nun an Armin Laschet richtete.

Brief an Armin Laschet: Deshalb erhalten Kölner Brauer keine Corona-Finanzhilfen

Besonders ärgert den Verband, dass nur Unternehmen bis 50 Mitarbeiter finanziell unterstützt werden, die mehr als 80 Prozent des Gesamtumsatzes mit temporär geschlossenen Betrieben erwirtschaften. Auf die Mitgliedsbrauereien des Verbandes, zu dem unter anderem die Kölsch-Brauer Gaffel, Früh aber auch Bischoff und Päffgen gehören, treffe diese Regelung nicht zu, wie aus dem Schreiben hervorgeht. „Ebenfalls durchs Raster fallen gastronomische Objekte, die die Brauereien selber betreiben oder die als eigene Tochtergesellschaft rechtlich selbstständig wirtschaften. Die Brauhäuser leisten einen erheblichen Beitrag zum gesamten Unternehmenserfolg“, heißt es weiter.

Dies bedeutet, dass die Brauhäuser bezüglich der Corona-Finanzhilfen gesamtheitlich mit der Brauerei betrachtet werden. Zwischen Brauereien und Gastronomie wird daher nicht unterschieden. Die Folge: wirtschaftliche Hilfen bleiben für die Brauhäuser aus.

Deutlicher Appell an Ministerpräsident Laschet – Antwort lässt noch auf sich warten

Um die angespannte Situation deutlich zu machen, findet der Kölner Brauerei-Verband schließlich deutliche Worte:. „Daher bitten wir Sie, sich bei den weiteren Gesprächen dafür einzusetzen, dass regionale, mittelständische Brauereien neben den coronabedingten Einbußen nicht auch noch die Folgen des erneuten Lockdowns und der Zwangsschließung der Gastronomie komplett allein tragen müssen. Wir sind eine Branche, die wirtschaftlich und kulturell einen wichtigen Beitrag leistet sowie ein maßgeblicher Arbeitgeber in der Region ist.“

Eine Antwort von Armin Laschet blieb bislang aus. Welche Reaktion das Schreiben bei Armin Laschet auslöst, ist daher bislang nicht bekannt. (nb) * tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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