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Corona in Köln: Henriette Reker gibt „sportliches Ziel“ aus – Studie soll Dunkelziffer aufdecken

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Von: Stefanie Knupp

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin von Köln, spricht am 23. Oktober 2020 auf einer Corona-Pressekonferenz in Köln.
Henriette Reker, Oberbürgermeisterin von Köln, appelliert an die Kölner. (Archivbild) © Marius Becker/dpa

Am Freitag gab es in Köln eine Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage. OB Henriette Reker erklärte unter anderem, wo sich die meisten Kölner anstecken.

Köln – Zum Friseur konnte Henriette Reker am Freitagmorgen natürlich nicht gehen. „Aber ich habe mich hingebungsvoll frisiert“, berichtete Kölns Oberbürgermeisterin zu Beginn einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage am Freitag (8. Januar). „Wieso soll es mir da anders gehen.“ Es schmerze sie, die Stadt so zu sehen, wenn keine Menschen unterwegs sind. Doch die neuerlichen Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen hält sie für richtig.

Das sind zum Einen die Kontaktbeschränkungen, die nur einen weiteren Gast im eigenen Haushalt vorsehen. Zum Anderen begrüßt Kölns OB, dass das Land die 15-Kilometer-Regel nicht übernommen hat. Der Bund hat vorgegeben, dass sich Personen aus Risikogebieten nicht weiter als in diesem Radius bewegen dürfen.

Corona in Köln: Hier stecken sich die meisten Kölner an

Am Freitag (8. Januar) hatte sich die Wocheninzidenz in Köln auf 92,2 erhöht. Aber wo stecken sich die Kölner am häufigsten an? Diese Frage beantwortete Reker auf der Pressekonferenz. 30 Prozent der Ansteckungen gingen demnach auf Familienkontakte zurück. Das bestätigte im Anschluss Johannes Nießen, Leiter des Kölner Gesundheitsamtes.

Er gab auch einen Überblick zum Thema Impfen. Die 6500 Impfdosen, die die Stadt Köln bisher erhalten habe, sollen bis zum 13. Januar verimpft sein. Bis Ende des Monats sollen außerdem die Bewohner und Mitarbeiter von Altenheimen durchgeimpft sein. Der Stadt seien außerdem 4000 Dosen wöchentlich bis Februar in Aussicht gestellt worden. Der zweite Impfstoff der Firma „Moderna“ soll ebenfalls in Köln eingesetzt werden.

Corona in Köln: Studie soll Aufschluss über Dunkelziffer geben

Wie viele Kölner unentdeckt mit Corona infiziert waren oder sind, darüber gibt es keine Informationen. Wie Reker am Freitag bekannt gab, soll eine Studie, die zusammen mit der Uni-Klinik Köln durchgeführt wird, darüber Aufschluss geben. Teilnehmen sollen an der Studie, die offiziell „Cologne Corona Surveillance Studie“ (CoCosS) heißt, 6000 zufällig ausgewählte Bürger. Wer teilnimmt, muss Fragebögen ausfüllen und wird getestet – auf eine akute Corona-Infektion, aber auch auf Corona-Antikörper. Die Studie könne insgesamt einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur Erforschung des Coronavirus geben. Die Stichprobe aus der Allgemeinbevölkerung soll dazu beitragen, dass ein vollständigeres Bild über das Infektionsgeschehen in Köln entsteht, teilte die Stadt im Nachgang in einer Pressemitteilung mit.

Corona in Köln: Reker gibt Ziel aus und appelliert an alle Kölner

Gegen Ende ihrer Ausführungen gab sich Reker kämpferisch und gab ein sportliches Ziel aus: Köln soll eine der ersten Millionenstädte Deutschlands werden, die eine dauerhafte Inzidenz von unter 35 erreichen. Das wäre ein Ziel, das „wir uns gemeinsam vornehmen könnten.“ Das würde zeigen, wie solidarisch sich die Kölner Stadtgesellschaft verhält. Viel lieber wäre ihr eine Null, aber das wäre „viel zu vermessen“. (sk)

Hier erfahren Sie die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Köln.

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