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KVB, Polizei, Klinik: Kölner Inzidenz über 2700 – welche Folgen hat das?

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Von: Johanna Werning

Blick auf Köln mit dem Kölner Dom, davor ein negativer PCR-Test auf einem Handy (Montage).
Die Corona-Zahlen in Köln steigen – und das könnte Auswirkungen auf das alltägliche Leben haben. (Montage) © Westend61/Imago & Lobeca/Imago

Am Donnerstag liegt die Inzidenz in Köln bei 2.784,6. Mehr als 40.000 Kölner sind aktuell infiziert. Aber wirkt sich die Corona-Lage auch auf die Kölner Infrastruktur aus?

Köln – Die Inzidenz in Köln steigt weiter auf einen Rekordwert und liegt am Donnerstag (10. März) bei 2.784,6 (Quelle: RKI). Vor einer Woche lag der Kölner Inzidenzwert noch bei rund 1000. Am Mittwoch, 2. März, meldete das RKI nachträglich eine Inzidenz von 1150,7. Seitdem ist die Inzidenz sprunghaft angestiegen. Aber was bedeutet der Corona-Anstieg für Köln und wie wirkt sich die hohe Inzidenz auf die Stadt aus?

Corona in Köln: Inzidenz bei knapp 2700 – wirkt sich Pandemie auf die Kölner Infrastruktur aus?

Auswirkungen auf die Uniklinik Köln: Doch nicht nur bei den Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern macht sich die Pandemie bemerkbar. Der enorme Corona-Anstieg wirkt sich auch die Kölner Infrastruktur aus. In der Uniklinik Köln sind aktuell rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Quarantäne. „Wir müssen dieser Situation weiterhin mit Verschiebungen von planbaren Behandlungen begegnen, welche aufgrund der dynamischen Entwicklung tagesaktuell und bereichsspezifisch festgelegt werden“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Uniklinikums Köln, Edgar Schömig, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Auswirkungen auf die KVB: Bei der KVB gibt es hingegen aktuell „einen für die Jahreszeit normalen Krankenstand“, erklärt Matthias Pesch, Leiter der Unternehmenskommunikation. Zwar gäbe es Corona-Fälle beim KVB-Personal, zu Einschränkungen kommt es deswegen aber nicht. „Aber wir wären auch auf einen höheren Krankenstand vorbereitet“, so der KVB-Sprecher weiter. Bereits im Frühjahr 2020 wurden erste Notfallpläne eingestellt, die immer wieder angepasst worden sind.

Zwar wären Fahrplananpassungen möglich, ganz eingestellt werde der Betrieb so schnell aber nicht. „Wir sind in der Lage, auch kurzfristig auf solche Entwicklungen zu reagieren und werden das in enger Abstimmung mit dem Krisenstab der Stadt mit dem nötigen Augenmaß tun“, betont Pesch.

Auswirkungen auf die AWB: Ähnlich sieht es bei den Kölner Abfallwirtschaftsbetrieben aus. „Die Fallzahlen steigen bei der AWB erneut etwas an, aber der Betrieb läuft reibungslos.“ Für den Notfall gäbe es Pläne, in denen festgelegt ist, „welche Leistungen wir im Notfall mit welchen Ressourcen erbringen können. Diese Pläne werden stetig geprüft und laufend aktualisiert“, heißt es weiter. „Für uns ist klar, dass die Abfallbeseitigung höchste Priorität hat. Im Ernstfall würden Mitarbeitende aus anderen Bereichen eingesetzt, wie beispielsweise aus der Stadtreinigung.“

Auswirkungen auf die Stadtverwaltung und die Feuerwehr: Und auch bei der Stadt Köln gibt es Corona-Fälle. Bei der Feuerwehr und dem Rettungsdienst gibt es momentan insgesamt 263 Corona-Fälle. Zusätzlich befinden sich 68 Personen in Quarantäne oder sind dienstbefreit, so die Stadt Köln (Stand: 8. März). Auch in der Verwaltung gibt es Krankheitsfälle, inwieweit es sich dabei um Corona-Fälle handelt, ist nicht klar. „In einzelnen Bereichen kann es zu Leistungseinschränkungen kommen. Die Stadt Köln musste jedoch noch keine Leistung komplett einstellen“ so die Stadt weiter.

Auswirkungen auf die Polizei: Auch bei der Polizei Köln gibt es aktuell Corona-Fälle. „Das Infektionsgeschehen innerhalb der Polizei Köln ist vergleichbar mit der Entwicklung des Infektionsgeschehens im Kölner Stadtgebiet. Derzeit bewegen sich die Fallzahlen im mittleren dreistelligen Bereich.“ Dazu zählen Infizierte und sonstige Quarantäne-Fälle.

Aktuell gibt es trotz der krankheitsbedingten Ausfälle allerdings keine Einschränkungen. „Aktuell ist die Funktionsfähigkeit der Polizei Köln nicht beeinträchtigt und die dafür vorgesehenen Schutzkonzepte dämmen das Infektionsgeschehen ein.“ Um sich bestmöglich vor Infektionen zu schützen, hat der „eigene interne Krisenstab“ mehrere Infektionsschutzkonzepte entwickelt. Außerdem wurden sogenannte „Betriebserhaltungskonzepte (BEK) entwickelt“, mit denen die Polizeidienststellen auch weiterhin laufen. Bislang mussten die BEK jedoch noch nicht angewendet werden.

Corona in Köln: Inzidenz steigt weiter – 43.700 Kölner infiziert

Für Donnerstag, 10. März, meldet das RKI eine Inzidenz von 2.784,6. Damit ist die Kölner Inzidenz, die höchste in ganz NRW. Auch bundesweit ist Köln mit der hohen Inzidenz ganz weit vorne. Aktuell sind 43,700 Menschen in Köln mit dem Coronavirus nachweislich infiziert. Allein im Vergleich zum Vortag gibt es 4.793 Neuinfektionen. Die Dunkelziffer dürfte noch höher sein. Denn nicht jede Corona-Erkrankung wird bemerkt.

Corona in Köln: Pandemie-Kennzahlen am Donnerstag, 10. März
Kölner Einwohnerinnen und Einwohner:1.083.498
Inzidenz in Köln:2.784,4 (+88,8 zum Vortag)
Aktuell Infizierte in Köln:43.700 (+4.793 zum Vortag)
Anteil der freien Betten an Gesamtzahl der Intensivbetten:5,47%
Betten insgesamt:311
Betten belegt:294
Corona-Fälle in intensivmedizinischer Behandlung:42 (13,5% aller Intensivbetten durch Corona-Fälle belegt)
Corona-Fälle invasiv beatmet:20
Personen, die an oder mit Corona gestorben sind:986 (+ 4 zum Vortag)

Aber wie wirkt sich die Corona-Lage auf die Kölner Krankenhäuser aus? Nur noch 5,47 Prozent der Intensivbetten in Köln sind aktuell frei (Stand: 10. März, 11:15 Uhr, Quelle: DIVI-Intensivregister). Damit sind nur noch 17 der 311 Betten frei. 42 Personen sind aufgrund einer Corona-Erkrankung auf der Intensivstation. Davon werden 20 Patientinnen und Patienten invasiv beatmet.

Die Stadt Köln spricht weiterhin von einer „moderaten Auslastung in den Kliniken“. Sowohl auf den Allgemein- als auch auf den Intensivstationen. „Da die Krankenhausauslastung als ein Indikator der Krankheitsschwere keine Zuspitzung der Infektionsdynamik anzeigt, kann die Lage derzeit als nicht dramatisch bezeichnet werden.“

Corona-Anstieg in Köln: Inzidenz bei knapp 2800 – ist der Kölner Karneval schuld?

Aber warum ist die Inzidenz in Köln so sprunghaft angestiegen? Eine mögliche Erklärung: Der Kölner Karneval. Zwar galten strenge Corona-Regeln. Dennoch dürfte es bei den Zehntausenden auf der Zülpicher Straße und den 250.000 Demo-Teilnehmern an Rosenmontag zu der ein oder anderen Corona-Erkrankung gekommen sein.

Auch die Stadt Köln schließt einen Zusammenhang zwischen dem Kölner Karneval und dem Corona-Hammer nicht aus. Denn vor allem Menschen zwischen 20 und 29 Jahren infizieren sich aktuell. „Dies kann ein Anzeichen für Ansteckung im Zusammenhang mit Karneval sein. Eine ursächliche Erklärung des Inzidenzanstiegs durch den Karneval ist aber nicht sicher beurteilbar“, so die Stadt Köln zuletzt.

Eindeutig belegbar ist das aber nicht, wie auch der Bonner Virologe Hendrik Streek warnte. „Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass das mit dem Karneval zusammenhängt. Aber man sollte immer vorsichtig sein: Korrelation bedeutet nicht automatisch Kausalität.“ (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde zuletzt am 10. März aktualisiert. Neuerung: Statements der Stadt, der AWB und der Polizei.

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