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Abgelaufener Moderna-Impfstoff in Köln genutzt – was Betroffene wissen müssen

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Von: Benjamin Stroka

Menschen stehen vor einem Airbus A300 Zero G am Köln Bonn Airport an, um gegen Corona geimpft zu werden.
Bei einer Impfaktion in einem Flugzeug am Flughafen Köln/Bonn wurde ebenfalls abgelaufener Impfstoff verwendet. © Marc John/Imago

In Köln wurde abgelaufener Corona-Impfstoff verimpft. Es handelt sich um bis zu 2000 Impfungen mit Moderna. Jetzt ist klar, welche Folgen das für die Geimpften hat.

Köln – Riesige Impf-Panne in Köln: Zwischen dem 27. Dezember 2021 und dem 5. Januar 2022 wurde in der Stadt bei mehreren Impfaktionen gegen Corona Impfstoff von Moderna verabreicht, der bereits abgelaufen war. Aufgefallen war das bei einer routinemäßigen Kontrolle der mobilen Impfangebote durch die Feuerwehr am Donnerstag, 6. Januar. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat nun eine Stellungnahme veröffentlicht – damit ist klar, welche Auswirkungen der abgelaufene Impfstoff hat. Einige der Betroffenen brauchen schon bald erneut eine Booster-Impfung.

Köln: Abgelaufener Impfstoff verimpft – was heißt das für die Betroffenen?

Das PEI könne nicht ausschließen, dass „bei Impfstoff, der abweichend von den vorgeschriebenen Lagerbedingungen aufbewahrt wurde, gewisse Einbußen hinsichtlich der Wirksamkeit auftreten können. Allerdings gehen wir nicht von einem Komplettverlust des Wirkstoffs aus“. Das teilt die Stadt Köln am Montag, 10. Januar mit. Heißt konkret: Einige Menschen müssen sich jetzt erneut impfen lassen.

Köln: Corona-Impfung mit abgelaufenem Impfstoff – was muss ich jetzt tun?

Wer an einem der Termine mit abgelaufenem Moderna-Impfstoff geimpft wurde, wird schon bald von der Stadt Köln kontaktiert. „Die Stadt Köln wird die Betroffenen zeitnah anschreiben und ihnen ein kurzfristiges Impfangebot mit den jeweils empfohlenen Zeitfenstern machen“, heißt es in einer Mitteilung.

Köln: Corona-Impfungen mit abgelaufenem Moderna – bis zu 2000 Fälle

Laut Angaben einer Stadtsprecherin haben offenbar „zwei Dienstleister vom 26. Dezember 2021 bis 6. Januar 2022 in bis zu 2000 Fällen Impfstoff verabreicht“, der bereits am 26. Dezember 2021 abgelaufen war. Trotzdem sei der Impfstoff noch rund eineinhalb Wochen, bis zum 6. Januar weiter verimpft worden. Bis zu 2000 Impfungen mit dem Impfstoff Moderna seien davon betroffen.

Bei diesen Aktionen wurde abgelaufener Impfstoff verimpft:

Den Mitarbeitern bei den Impfaktionen sei wohl „bei Einlagerung des Impfstoffs entgangen, dass im Übergabeprotokoll stand, dass der Impfstoff am 26. Dezember 2021 ablaufen wird, da er zur Verimpfung aufgetaut worden war“, erklärt die Sprecherin der Stadt. So habe auf den Impfampullen zwar eigentlich Juni 2022 als Haltbarkeitsdatum gestanden, das gelte aber nur für den gefrorenen Zustand des Impfstoffs. Betroffen soll nur eine Charge des Impfstoffs von Moderna sein.

Köln: Abgelaufener Corona-Impfstoff verimpft – offenbar fehlende Kontrollen

Für den Umgang mit dem Impfstoff gibt es eigentlich klare Richtlinien und Regeln. „Die Dienstleister holen den Impfstoff für die mobilen Impfungen zweimal wöchentlich im Gesundheitsamt oder im Impfzentrum in der Lanxess Arena ab. Dort wird der Impfstoff mit einem Übergabeprotokoll übergeben, auf dem unter anderem die Chargennummer und das Ablaufdatum dokumentiert sind. Der Impfstoff wird dann vor Ort unter ärztlicher Aufsicht rekonstituiert und verimpft“, erklärt der stellvertretende Leiter der Berufsfeuerwehr, Dr. Volker Ruster.

Doch bei den Kontrollen wurde von einigen Dienstleistern in Köln offenbar geschlampt. Denn: Im Dezember sei die Nachfrage nach den mobilen Impfungen in Köln gesunken, erklärt die Stadtsprecherin. Daher seien Impfstoffe nicht immer vollständig verimpft worden. Was übrig blieb, wurde eingelagert. „Dies hatte zur Folge, dass eingelagerter Impfstoff noch über das Ablaufdatum hinaus vorhanden war. Es gab dazu zwar einen expliziten Kontrollhinweis, der aber nicht bei allen Dienstleistern umgesetzt wurde“, betont die Sprecherin. 

Impfpanne in Köln: Stadt wandte sich an Experten

Zunächst war nicht klar, welche Folgen die Impfpanne haben könnte. „Wir schließen eine gesundheitsschädliche Wirkung durch den verabreichten Impfstoff aus. Was die Wirksamkeit angeht, lassen Erfahrungen aus vergleichbaren Fällen den Schluss zu, dass auch nach Verabreichung eines wenige Tage zu lang aufgetauten Impfstoffs ein unverminderter Impfschutz besteht“, sagte Dr. Johannes Nießen, Leiter des Gesundheitsamtes in Köln, am 7. Januar. Er betonte damals, dass sich die Stadt Köln bereits an das Paul-Ehrlich-Institut gewandt habe, um das weitere Vorgehen abzustimmen. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 10. Januar aktualisiert. Neuerung: Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Instituts liegt vor.

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