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Corona in Köln: Inzidenz fällt auf Rekordtief – ist das die Wende?

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Von: Johanna Werning

Ein bunter Sonnenschirm spendet auf den Rheinwiesen in Köln schatten.
Hat Köln die Corona-Wende geschafft? (Symbolbild) © Henning Kaiser/dpa

Die Inzidenz sinkt, die Temperaturen steigen. Laut aktuellen Corona-Fallzahlen scheint Köln die Wende geschafft zu haben. Doch die Domstadt muss weiter wachsam bleiben.

Köln – Die harten Corona-Regeln in Köln scheinen sich gelohnt zu haben. Maske tragen, Abstand halten und Kontakte einschränken hat allem Anschein nach etwas bewirkt. Nach Monaten der Pandemie ist die Inzidenz nun so tief wie noch nie in diesem Jahr. Am Freitag, 28. Mai, meldet die Stadt einen Inzidenzwert von 51,8. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2020.

Corona in Köln: Inzidenzzahlen sinken – gibt es bald Lockerungen?

Somit könnten schon bald die ersten Lockerungen folgen. Bleibt die Inzidenz in Köln fünf Werktage in Folge unter 100, dann entfällt die Bundes-Notbremse für die Domstadt und die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW tritt wieder in Kraft. Dann wären Besuche in der Gastronomie (außen), das Treffen von mehreren Personen und das Einkaufen ohne Termin in Köln wieder möglich. Geregelt wird das durch die zweite Phase der Corona-Regeln. Diese greift bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100.

Köln: Corona-Regeln bei Inzidenz zwischen 50 und 100

Kölner Trend auch in NRW zu spüren: Inzidenzen sinken

Wann Lockerungen in Köln in Kraft treten, wird vom Krisenstab der Stadt entschieden. Der entscheiden Faktor ist jedoch, dass die Inzidenz stabil ist. Die stabile Inzidenz gibt an, wann und wie die Lockerungen in Köln umgesetzt werden dürfen: Dafür muss an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen (montags bis samstags) der jeweilige Schwellenwert unterschritten werden. Wenn das der Fall ist, darf am übernächsten Tag (Sonn- und Feiertage werden mitgezählt) geöffnet werden. Frühstens könnten die Lockerungen am 31. Mai umgesetzt werden (Stand: 26. Mai). Das muss jedoch vom Krisenstab genehmigt werden.

Nicht nur in Köln hat allem Anschein nach die Corona-Wende begonnen. In ganz NRW sinken die Inzidenzen. Der Wert für das Land liegt am Freitag, 28. Mai, bei 44,8 und ist damit innerhalb von 24 Stunden um 5,4 gefallen. Rund um Köln gibt es bereits die ersten Lockerungen. Während Bochum und Düsseldorf die Außengastro öffnen, öffnet in Essen das erste Fitnessstudio.

Köln: Jo-Jo-Effekt statt Corona-Wende? Experte ordnet Pandemie-Lage ein

Welche Indikatoren für die sprunghaft sinkende Inzidenz verantwortlich sind, ist schwer zu sagen. Es ist jedoch möglich, dass die Inzidenz in den nächsten Tagen nicht ganz so sprunghaft sinkt oder sogar wieder steigt – und somit die mögliche Corona-Wende nur von kurzer Dauer gewesen ist. Wirklich besiegt ist die Pandemie in Köln demnach noch nicht. Denn am Wochenende und an Feiertagen, wie Pfingstmontag, lassen sich weniger Menschen testen.

Nach den bisherigen Pandemie-Erfahrungen betonen Experten, man müsse aufmerksam bleiben. Sie mahnen langsame, schrittweise Öffnungen an. Die Sorge vor einem Wiederanstieg der Zahlen, einer vierten Welle noch vor dem Herbst, halte der Virologe Friedemann Weber auf Anfrage der dpa für berechtigt.

„Eine allzu frühe Entwarnung kann dazu führen, dass Corona nicht mehr ernst genommen wird und die Zahlen wieder ansteigen.“ Mit einer Welle im Sinne eines exponentiellen Anstiegs rechne er aber zunächst nicht, „eher könnte es zu einem Jo-Jo-Effekt kommen“, so der Virologe von der Universität Gießen. Insgesamt, so Weber, sei er aber optimistisch, dass die Zahlen weiter sinken. (jw)

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Dieser Artikel wurde am 28. Mai aktualisiert. Neuerung: Inzidenz in Köln nun bei 51,8. Inzidenz in NRW nun bei 44,8.

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