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Corona in Köln: Inzidenz steigt – ist ein Lockdown nötig?

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Auf einer Anzeigetafel in der Fußgängerzone wird auf die aktuellen Corona-Regelungen hingewiesen.
Die Inzidenz in Köln steigt, darum fordert der Kölner Internist Michael Hallek Konsequenzen (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

Die Inzidenz in Köln steigt weiterhin und auch die neue Coronavirus-Variante Omikron kommt näher. Ist ein Lockdown darum erforderlich?

Köln –Die Corona-Zahlen in Köln sind weiterhin alarmierend. Am Sonntag, 5. Dezember, liegt die Inzidenz bei 435,2. In keiner anderen NRW-Region ist der Wert so hoch. Der Kölner Internist Michael Hallek fordert darum drastische Schritte, so der Kölner Stadt-Anzeiger. Er hält einen dritten Lockdown für erforderlich, falls die neue Corona-Variante sich als so gefährlich erweist, wie befürchtet.

Corona in Köln: Inzidenz steigt – ist ein Lockdown nötig?

„Super wichtig ist jetzt eine klare politische Kommunikation“, sagte der Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „In NRW sollte man 2G streng kontrollieren und Kontakte beschränken“ – schon jetzt. Ein kompletter Lockdown hingegen – schwierig: „Wir sollten aber nicht alles zumachen, das macht die Menschen kaputt.“

Reduzierte Zuschauerzahlen etwa bei Fußballspielen seien hingegen schon jetzt nötig, „vor allem, wenn die Fallzahlen steigen und die Omikron-Mutante kommt“. Allerdings würde er „das Leben auch nicht zu stark runterfahren, weil die gleichen Menschen sich sonst bei Spielen des 1. FC Köln im privaten Bereich und in geschlossenen Räumen treffen“, so Hallek mit Anspielung auf die Diskussion über verringerte Zuschauerzahlen in den Fußballstadien oder gar Geisterspiele der Bundesliga.

Corona in Köln: Allgemeine Impfpflicht als „letzte Maßnahme“

Als „letzte Maßnahme“ sprach Hallek sich für eine allgemeine Impfpflicht beim Coronavirus aus. „Aber wenn wir jetzt zu viel darüber diskutieren, versäumen wir die Chance, schnell genug zu impfen. Alle juristischen Sachverständigen schätzen, dass der Prozess der Einführung einer Impfpflicht zwei bis drei Monate kosten wird. Wenn es uns bis dahin nicht gelungen ist, bestenfalls 95 Prozent der Bevölkerung zu impfen, sollte sie kommen.“

Corona in Köln: Mit der Pandemie solle man „keinen Wahlkampf machen“

Mit Blick auf die bevorstehende NRW-Landtagswahl im Mai 2022 sagte Hallek, mit der Pandemie solle man „keinen Wahlkampf machen“. Nationen, die keinen Wahlkampf geführt hätten, seien schneller durch die Pandemie gekommen. Man habe in den jüngsten Debatten des Düsseldorfer Landtags bereits gesehen, „dass Corona-Maßnahmen zum Zankapfel der Parteien werden, die sich Hoffnung machen, die künftige Regierung zu stellen. Diese Auseinandersetzungen verunsichern die Bevölkerung und sind meines Erachtens in dieser Form unangemessen angesichts einer nationalen Krise historischen Ausmaßes.“ (ots) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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