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Nach Party-Eskalation in Köln: Kontrollen statt Regelverschärfungen

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Von: Johanna Werning

Ein mit Müll-bedeckter Boden und mehrere Beine und Schuhe auf dem Alter Markt in Köln.
Partys und Treffen mit hunderten Menschen hielten Polizei und Ordnungsamt auf Trab (Symbolbild) © Jochen Tack/Imago.

Trotz mehrerer Partys am Wochenende verzichtet der Kölner Krisenstab auf strengere Corona-Regeln. In Zukunft will die Stadt jedoch ganz genau hinschauen.

Köln – Einerseits wollen viele Kölnerinnen und Kölner ihre frisch erlangten Freiheiten genießen, anderseits kam es zuletzt häufig zu eigentlich verbotenen Ansammlungen in der Stadt. Die Folge: Polizei und Ordnungsamt rückten an. Nach der Riesen-Party am Aachener Weiher am Mittwoch kam es am Wochenende zu ähnlichen Szenen am Grüngürtel und am Zülpicher Platz.

„Insbesondere im Bereich der bekannten Hotspots standen Hunderte von Menschen dicht an dicht und mussten von Polizei und Ordnungsamt auseinandergedrängt werden, da Ansprachen oftmals kein Gehör fanden“, so Krisenstabsleiterin Andrea Blome. Nach mehreren Worten in Form von Appellen und Ansprachen kündigte die Stadt Köln dennoch an, zunächst auf Verschärfungen zu verzichten.

Corona in Köln: Entscheidung des Krisenstabs – keine strengeren Regeln

Am Montag, 7. Juni, hat der Krisenstab entschieden, dass die aktuellen Corona-Regeln ihre Gültigkeit behalten. Strengere Maßnahmen bleiben somit aus. Die beteiligten Personen seien sich einig gewesen, dass die regionale Anpassung der Corona-Schutzverordnung nicht erweitert werden muss. Das teilt die Stadt auf Nachfrage von 24RHEIN mit. „Nach sorgfältigen Abwägen der Handlungsoptionen hat der Krisenstab heute entschieden, zunächst von weiteren Verschärfungen abzusehen. Sowohl die Corona-Schutzverordnung als auch die Allgemeinverfügung der Stadt Köln enthalten ausreichend strenge Regelungen.“

Die aktuelle Situation sei jedoch ein Drahtseilakt. „Einerseits sinkt die Zahl der Infektionen und gemäß Coronaschutzverordnung des Landes kommt es zu Lockerungen in allen Lebensbereichen. Anderseits befinden wir uns weiterhin mitten in der Pandemie und insbesondere die Virus-Varianten könnten die Infektionszahlen rasant ansteigen lassen“, heißt es weiter.

Statt strengeren Corona-Regeln setzt die Stadt auf weitere Kontrollen. Dabei werden die Einsatzkräfte von Polizei und Ordnungsamt „weiterhin konsequent die Einhaltung der Coronaschutz-Regeln durchsetzen, er kann in einer Millionenstadt aber nicht gleichzeitig überall sein. Sollten sich Party-ähnliche Szenen mit Hunderten von Menschen, die dicht an dicht stehen, wiederholen, werden wir über Verschärfungen beraten müssen“, so Krisenstabsleiterin Andrea Blome am Montagnachmittag.

Corona in Köln: Krisenstab diskutiert über neue Corona-Regeln

Bereits seit Freitag habe der Krisenstab überprüft, ob weitere Regeln nötig sind. In einer Pressemitteilung kündigte die Stadt an, die Bilanz des langen Wochenendes auszuwerten und dann zu entscheiden, ob einzelne Kölner Regelungen aufgehoben oder verschärft werden. Nun ist klar: Trotz der Party-Eskapaden am Wochenende bleiben die verschärften Corona-Regeln aus.

Stattdessen appelliert der Krisenstab erneut, die Party-ähnlichen Zustände und Menschenansammlungen zu vermeiden und bezieht sich erneut auf die Stellungnahme der Krisenstabsleiterin Andrea Blome. „Wer sich so verhält, riskiert, dass die Zahl der Neuinfektionen wieder nach oben schnellt. Das ist verantwortungslos und in höchstem Maße unsolidarisch. Wir werden das Wochenende in Abstimmung mit der Polizei auswerten und diskutieren, welche Mittel im Sinne der Gefahrenabwehr erforderlich und angemessen sind.“ Bis zum 14. Juni gelten nun die aktuellen Corona-Regeln in Köln.

Corona in Köln: Stadt bleibt beim Alkoholkonsumverbot

Im Gespräch war, dass unter anderem das Alkoholkonsumverbot angepasst und verschärft werden könnte. Schon seit mehreren Monaten ist der Konsum von alkoholischen Getränken im Zeitraum von 15 bis 6 Uhr des Folgetages in verschiedenen Kölner Bereichen untersagt. Auch das Shisharauchen und das Grillen ist an diesen Orten aufgrund des Coronavirus verboten. Das geht aus der regionalen Anpassung der Corona-Schutzverordnung hervor. Nun ist klar, das Alkoholkonsumverbot gilt weiterhin, wird jedoch nicht verschärft. Auch Düsseldorf setzt im Kampf gegen die Partys und Ansammlungen auf Alkoholkonsumverbote und Verweilverbote.

Corona in Köln: Hier gilt das Alkoholkonsumverbot

Corona in Köln: Keine Verschärfung des Verweilverbots

Auch das Verweilverbot sollte noch einmal diskutiert werden. Wie die Stadt am 7. Juni mitteilt, behalte das ursprüngliche Verweilverbot seine Gültigkeit. Anpassungen gibt es in naher Zukunft nicht.

Corona in Köln: Hier gilt das Verweilverbot und die Maskenpflicht

Zusätzlich sperrte die Stadt Köln an Feiertagen und den dann folgenden Wochenenden in der Vergangenheit häufig den Rheinboulevard. Ob der beliebte Hotspot auch in Zukunft für die Kölnerinnen und Kölner noch einmal gesperrt wird, bleibt abzuwarten.

Corona in Köln: Überblick zu weiteren Regeln

Update-Hinweis vom 7. Juni, 16:26 Uhr: Der Artikel wurde um die Entscheidung des Krisenstabs und ein Statement von Krisenstabsleiterin Andrea Blome aktualisiert.

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