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Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli gestorben – OB Reker: „Verlieren beeindruckende Persönlichkeit“

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Dogan Akhanli, türkischstämmiger Autor
Dogan Akhanli starb nach kurzer, schwerer Krankheit am 31. Oktober 2021 in Berlin. © Oliver Berg/dpa

Autor und Menschenrechtler Dogan Akhanli ist tot. Er lebte lange in Köln und soll auch in der Domstadt beigesetzt werden.

Köln – Der Schriftsteller Dogan Akhanli ist tot. Er starb nach kurzer, schwerer Krankheit am Sonntag (31. Oktober) in Berlin, wie der Sprecher des deutschen PEN-Zentrums bestätigte. Akhanli hatte lange in Köln gelebt und in jüngster Zeit in Berlin gewohnt. Er soll in Köln begraben werden.

„Als Präsident trauere ich um das Mitglied des deutschen PEN, als Leser um einen großartigen Schriftsteller, als Weggefährte um einen Streiter für Menschenrechte, Frieden und Aufarbeitung der Verbrechen an den Armeniern“, schrieb der amtierende deutsche PEN-Präsident, der Journalist und Schriftsteller Deniz Yücel.

Köln: OB Reker spricht ihr Beileid aus

Am Sonntagnachmittag kondolierte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die mit „großer Bestürzung“ vom des Kölner Schriftstellers erfahren habe. „Mit Doğan Akhanlı verlieren wir eine beeindruckende Persönlichkeit. Unsere verschiedenen Begegnungen, besonders jene im Kölner Rathaus im Herbst 2017 nach seiner Freilassung aus der Türkei, werde ich noch lange in Erinnerung behalten“, heißt es in einer Mitteilung. Er war ein mutiger Kämpfer für Menschenrechte in der Türkei und weltweit“, so Reker weiter.

Seine Stimme war oft leise, aber seine Botschaft war laut und wurde gehört. Diese Botschaft werden wir alle weitertragen.

Henriette Reker zum Tod von Dogan Akhanli

Köln: Dogan Akhanli lebte lange in Köln

Akhanli wurde 1957 in der Türkei geboren und lebte seit 1992 als Autor in Köln. Zuvor war er in der Türkei mehrfach verhaftet worden und hatte ab 1985 zweieinhalb Jahre im Militärgefängnis von Istanbul gesessen. 2017 wurde er bei einem Urlaub in Spanien festgenommen, weil der türkische Staat ihn mit internationalem Haftbefehl hatte suchen lassen. Akhanli konnte aber nach zwei Monaten nach Deutschland zurückreisen.

In seinem Werk mit zahlreichen Romanen und Theaterstücken greift Akhanli den Völkermord in Armenien auf. 2018 wurde er mit dem Europäischen Toleranzpreis für Demokratie und Menschenrechte ausgezeichnet. 2019 bekam er die Goethe-Medaille des Goethe-Instituts. Damit werde der Mut des Preisträgers ausgezeichnet, «sich mit künstlerischen und publizistischen Arbeiten gegen politische, religiöse oder gesellschaftliche Widerstände durchzusetzen», hieß es in der Laudatio.

Dogan Akhanli setzte sich für Verständigung ein

Akhanli setzte sich neben seinem schriftstellerischen Werk auch in seinem persönlichen Alltag für Verständigung ein. So veranstaltete er seit 2002 in Köln deutsch-türkische Führungen durch ein ehemaliges Gestapo-Gefängnis und hielt Vorträge über „Antisemitismus in der Einwanderergesellschaft“, wie das Goethe-Institut hervorhob. (dpa/sk) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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