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Bildeten Früh, Gaffel und Erzquell ein Bierkartell? Gericht trifft klares Urteil

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Früh und Gaffel Kölsch.
Unter anderem den beiden großen Kölsch-Brauereien Früh und Gaffel wurde Preisabsprache vorgeworfen. © Marius Beckerd/dpa

Wegen eines angeblichen Bierkartells erhielten die Kölsch-Brauereien Früh, Gaffel und Erzquell Bußgelder. Doch sie zogen vor Gericht, das nun eine klares Urteil traf.

Düsseldorf/Köln – Im Verfahren um ein angebliches Bierkartell in Düsseldorf sind drei Kölsch-Brauereien und zwei ihrer Manager vom Vorwurf illegaler Preisabsprachen freigesprochen worden. Der 4. Kartellsenat des Oberlandesgerichts habe keine Absprachen zwischen den Brauereien Früh, Gaffel und Erzquell feststellen können, teilte ein Gerichtssprecher nach der Urteilsverkündung am Mittwoch mit.

Kölsch (Bier)

Bei Kölsch handelt es sich um ein helles, klar gefiltertes obergäriges Vollbier, welches im Regelfall direkt in Köln gebraut werden muss. Der Alkogolgehalt ist durschnittlich bei 4,8%. Die Regeln, welches Bier sich auch Kölsch nennen darf, wurdem in der „Kölsch-Konvention“ von 1986 festgehalten. Heute stellen noch elf Brauereien Kölsch her.

Kölsch Brauereien vom Bundeskartellamt bestraft – Düsseldorfer Gericht findet keine Belege

Das Bundeskartellamt hatte gegen die drei Brauereien Bußgelder von mehr als 8 Millionen Euro verhängt. Dagegen waren sie vor das OLG gezogen. In dem Gerichtsverfahren ging es um die Frage, ob die Brauereien im Rahmen einer Sitzung des Wettbewerbsausschusses des Brauereiverbandes NRW im September 2007 kartellrechtswidrige Preisabsprachen getroffen haben.

Dafür fand das Gericht bei seinen Zeugenvernehmungen keine Belege. Lediglich 2 der insgesamt 14 Zeugen glaubten, sich an das Treffen erinnern zu können. Die Erinnerung des einen sei für eine Verurteilung zu vage gewesen, heißt es in der Gerichtsmitteilung. Die Aussage des anderen Zeugen sei nach Auffassung des Senats insgesamt chaotisch, von bizarren Verwechslungen geprägt und zum Teil falsch gewesen.

Bierkartell-Verfahren: Viele weitere Brauereien erhielten Bußgelder

Insgesamt hatte das Bundeskartellamt 2013 und 2014 im Zuge des Bierkartell-Verfahrens Geldbußen in Höhe von rund 338 Millionen Euro gegen 11 Brauereien und 14 persönlich Verantwortliche verhängt. Die Brauereien sollen sich bei Preiserhöhungen in den Jahren 2006 und 2008 abgesprochen haben.

Der Fall beschäftigt noch immer die Justiz: Das OLG Düsseldorf verhandelt derzeit erneut über den Einspruch des Brauereiriesen Carlsberg Deutschland gegen den vom Kartellamt gegen ihn verhängten Bußgeldbescheid über 62 Millionen Euro. (dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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